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Weißig ringt um neues Wohngebiet

Eine Investorin will in dem Struppener Ortsteil einen Saunapark bauen. Ein neuer Bebauungsplan hatte das Projekt bereits gestoppt. Jetzt gibt es erneut Streit.

Kleine Einfamilienhäuser oder große Wohnanlagen? Weißig bangt um seine Idylle.
Kleine Einfamilienhäuser oder große Wohnanlagen? Weißig bangt um seine Idylle. © Archivfoto: Daniel Förster

Wird Weißig doch noch zur neuen Adresse für Saunafans? Den kleinen Ortsteil von Struppen, der sich oberhalb von Rathen befindet, hatte sich eine Investorin aus Berlin dafür ausgesucht. Sie hatte es auf ein Grundstück am Ortseingang abgesehen, um dort einen Saunapark mit angeschlossenem Hotel zu errichten. Ein Millionenprojekt, das bei vielen Weißigern allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Mehr noch. Der Großteil der Einwohner kämpft seit Anfang des Jahres darum, das Vorhaben zu stoppen: unter anderem mithilfe eines neuen Bebauungsplanes.

Dieser wurde im Sommer vom Gemeinderat beschlossen. Und zwar so, dass der Bau eines Saunaparks praktisch nicht mehr möglich ist. Denn das besagte Grundstück, auf dem das Spa entstehen sollte, soll im Bebauungsplan nicht mehr als touristisches Sondergebiet, sondern als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Das war der Wunsch vieler Weißiger. Sie wollen das attraktive Grundstück am Ortseingang als Bauland entwickeln. Dadurch sollen junge Familien die Chance bekommen, nach Weißig zu ziehen. Denn Bauland ist knapp. Und zwar in der gesamten Gemeinde Struppen.  

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Auf einem allgemeinen Wohngebiet sind neben normalen Wohnhäusern maximal noch "der Versorgung des Gebiets dienende Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe" erlaubt. Hotels oder ein Spa gehören nicht dazu. Der Plan vom Saunapark wäre damit hinfällig.

Kritik gegen Einwände des Landratsamts

Eigentlich. Denn in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Struppen kochte das Thema erneut hoch. Der Grund: Der Gemeinderat hat den neuen Bebauungsplan zwar im Sommer beschlossen. Genehmigt ist das Dokument aber noch nicht. Vorher konnten Träger öffentlicher Belange Stellungnahmen dazu abgeben. Diese Einwände waren Gegenstand der aktuellen Sitzung. Der Gemeinderat war aufgefordert, abzuwägen. Welche Einwände werden berücksichtigt, welchen wird widersprochen? Einzelentscheidungen, die den Bebauungsplan für Weißig erneut verändern könnten - auch zugunsten der Saunapark-Investorin.

Entsprechend groß war das Interesse an der Sitzung und der kleine Gemeindesaal entsprechend voll. Für die Gemeinderäte und Gäste galt strenge Maskenpflicht - auch am Platz. Trotz Maske, es wurde hitzig diskutiert. 

Größere Bauflächen, größere Gebäude?

Vor allem im Hinblick auf zwei Punkte, über die der Gemeinderat abwägen musste. Diese betreffen das potenzielle Baugrundstück am Ortseingang. Einmal geht es um die Größe der einzelnen Baufelder. Der Gemeinderat hatte sich auf Wunsch und Druck der Weißiger im Sommer für viele kleine Baufelder ausgesprochen. Dagegen erhebt das Landratsamt nun Einspruch. Es schlägt vor, die kleinen Baufelder zu größeren Feldern zusammenzuziehen. Damit wären die potenzielle Bauherren freier in der Erschließung. Für viele Weißiger ist das jedoch ein Dorn im Auge. Sie befürchten, dass große Baufelder den Weg frei machen für größere Wohnanlagen, statt gewünschter kleinteiliger Bebauung. Die Investorin könnte das für sich nutzen, befürchten die Anwohner. Wenn auch nicht als Hotelchefin, dann womöglich als Immobilieninvestorin.

Ein weiterer Punkt, der für Streit sorgte, betrifft die sogenannte Grundflächenzahl. Diese gibt den Flächenanteil eines Baugrundstückes an, der überbaut werden darf. Im ursprünglichen Bebauungsplan hatte sich der Gemeinderat geeinigt, dass die Grundstücke nur zu 30 Prozent überbaut werden dürfen, inklusive Zufahrt, Nebengelass, Garagen und Wegen. Nun gab es einen Einwand, diese Zahl auf 40 Prozent zu erhöhen. Dadurch könnte die Investorin erneut mehr aus dem Bauland herausholen, kritisieren Weißiger Anwohner. Sie appellierten deshalb eindringlich an die Räte, diesem Einwand nicht zu folgen. Mit Erfolg. Statt 40 sollen wie ursprünglich geplant nur 30 Prozent der Fläche bebaut werden dürfen. Nur bei der Größe der Baufelder folgt Struppen jedoch dem Vorschlag des Landratsamtes. Statt mehrerer kleiner Baufelder wandern größere in den Bebauungsplan.

Struppens Bürgermeister Rainer Schuhmann (CDU) hofft nach insgesamt 15 Abwägungsbeschlüssen, dass die Diskussionen um den Bebauungsplan nun beendet sind. "Und wir ihn genehmigt bekommen", sagte er. Es soll die Grundlage dafür sein, dass sich Weißig mit Leben füllen kann. Denn das sei der Wunsch aller: Neue Einwohner zu gewinnen. 

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