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PLUS Pirna

Cool durch den Schnee - per Rad an der Elbe entlang

Steffen Hoffmann aus Pirna trotzt der Kälte. Zur Arbeit nach Königstein nimmt er das Liegerad. Über eine Sache ärgert er sich allerdings immer wieder.

Steffen Hoffmann aus Pirna ist Radfahrer aus Leidenschaft. Auch bei Schnee und Eis!
Steffen Hoffmann aus Pirna ist Radfahrer aus Leidenschaft. Auch bei Schnee und Eis! © Daniel Schäfer

Leichter Schneefall. Das Außenthermometer zeigt an diesem Donnerstagmorgen gerade mal minus sieben Grad an. Doch Steffen Hoffmann, der als Ingenieur in der Papierfabrik in Königstein arbeitet, lässt das kalt. Seine Funktionsunterwäsche hat er bereits angezogen. Darüber streift er eine lange Hose und eine Windjacke. Dann zieht er nach dem Zwiebelprinzip zwei paar Handschuhe übereinander und setzt schließlich seine dünne Mütze auf, sodass der Helm noch drüber passt. Schließlich schwingt sich Steffen Hoffmann auf sein Liegerad mit drei Rädern, um gen Osten zu radeln.

Ärger über nicht geräumte Radwege

Manchmal nimmt er den Elberadweg, manchmal die Bundesstraße, und manchmal steigt er mit seinem Rad auch in die Bahn, fährt nach Königstein, um dann die restlichen Kilometer zum Arbeitsplatz zu radeln. Frieren ist nicht sein Problem. "Im Gegenteil, das Radeln macht ordentlich warm. Ich muss eher aufpassen, dass ich nicht ins Schwitzen komme ", sagt der 46-Jährige. Mehr zu schaffen als die Temperaturen machen ihm ohnehin die oftmals nicht geräumten Radwege. "An der Elbe ist der Radweg zum Beispiel fast gar nicht gefegt. Es bilden sich Spurrillen, die schwierig für Radfahrer sind", erklärt Hoffmann. Überhaupt sieht er bei diesem Thema im Pirnaer Stadtgebiet starke Defizite. "Die Radwege und Radspuren sind fast nie geräumt. Aber für eine Familie mit einem Kinderwagen ist es auch auf den Fußwegen schwierig", sagt Hoffmann aus eigener Erfahrung. Aus seiner Sicht werden ausschließlich die Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr freigehalten. "Das ist zu wenig, hier wird nur eine Zielgruppe bedient", betont der Pirnaer, der sich seit vielen Jahren in dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) engagiert.

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Radfahren als Tiefenentspannung

Warum steigt Steffen Hoffmann lieber aufs Rad anstatt ins Auto? "Beim Radfahren bekomme ich den Kopf frei. Ärgert mich etwas, kann ich das Problem schneller in der Natur in frischer Luft lösen", sagt Hoffmann. Für ihn ist Radfahren folglich Tiefenentspannung. Und ebenso sein tägliches Fitnessstudio. Außerdem findet es klasse, dass er gleich starten kann, ohne vorher vereiste Scheiben frei zu kratzen.

Von einer Gefahr im Verkehr möchte er auch nicht sprechen. "Mit dem Rad kann ich wesentlich besser abbremsen als ein schweres Auto, das bei Glatteis einen längeren Bremsweg hat."

Steffen Hoffman - der Exot auf dem Rad im Winter? Nein, als solcher möchte er nicht gelten. Auf seiner Strecke träfe er immer zahlreiche Winter-Radfahrer. "Die meisten haben spezielle Reifen mit Spikes, damit sie nicht ausrutschen."

Zweijähriger Sohn liebt sein Laufrad

Schon als Kind hatte Steffen Hoffmann ein Faible für das Fahrrad. Er stammt aus der Oberlausitz und machte sein Abitur in Seifhennersdorf. Danach studierte er an der ehemaligen Energiehochschule in Zittau, um später an dem Fraunhofer Institut in Dresden zu diplomieren. 2008 zog er mit seiner Familie nach Pirna. Die Liebe für das umweltfreundliche Rad hat er übrigens an seine vier eigenen und zwei Stiefkinder weitergegeben. "Der jüngste ist zwei Jahre alt und liebt sein Laufrad. Bald wechselt er auf ein richtiges Kinderrad", berichtet der Vater.

Donauradweg ist eingeplant

Derzeit ist die Mobilität der Familie Hoffmann innerhalb des vorgeschriebenen 15-Kilometer-Radius etwas enger als sonst. Wenn die Einschränkungen aufgehoben werden, wollen die Hoffmanns den Elberadweg in Richtung Hamburg abfahren. Außerdem steht der Donauradweg noch ganz oben auf der Urlaubsziel-Liste. "Dort habe ich Verwandte, weshalb mich die Region besonders interessiert", sagt Steffen Hoffmann.

Doch bevor es an die schöne blaue Donau geht, geht es für ihn und seine Freundin Christina am Freitag zum Standesamt nach Heidenau, wo sich das Paar das Jawort gibt. Radeln sie an? "Nein, wir wollen knitterfrei ankommen und haben uns ein Auto geliehen. Das ist aber die absolute Ausnahme", erklärt Steffen Hoffmann, der künftig Hoffmann-Zahn mit Nachnamen heißt.

Tipps für Winter-Radfahrer

Spezielle Winterreifen für Fahrräder mit besonderem Profil sind im Fachhandel ab 50 Euro zu bekommen.


Reifen mit Spikes sind bei extremer Eisglätte oder Schneefall ratsam. Solch ein Reifen kostet rund 60 Euro.


Um mehr Reibung zu erzielen, sollte der Luftdruck in den Reifen bei Kälte etwas reduziert werden.


Eine Schutzbrille mit neutralen Gläsern ist besonders bei Schneefall sinnvoll.

Die Fahrrad-Kette muss bei Frost öfter geölt werden. (hui)

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