merken
PLUS Pirna

Landkreis SOE: Jugendhilfe braucht Millionen-Zuschuss

Fünf Millionen Euro muss der Landkreis dieses Jahr zusätzlich aufbringen. Ursachen sind höhere Tarife, ein neues Gesetz, aber auch Corona.

Der Corona-Lockdown war insbesondere für Familien eine große Belastung.
Der Corona-Lockdown war insbesondere für Familien eine große Belastung. © dpa

Das ist ein großer Batzen Geld, den der Landkreis jetzt zusätzlich aufbringen muss. Um 5,2 Millionen Euro wird das Budget für die Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aufgestockt. Das entschieden die Kreisräte auf ihrer Sitzung am Montagabend.

Spielraum blieb den Räten bei der Entscheidung nicht. Zum einen handelt es sich um Pflichtaufgaben, die der Landkreis zu finanzieren hat. Zum anderen hätte es unabsehbare soziale Folgen, wenn Personal reduziert werden müsste.

Anzeige
Die Stadt der Zukunft
Die Stadt der Zukunft

Angela Mensing-de Jong denkt berufsbedingt schon immer an das, was kommt. Für unsere Städte hat sie gleich mehrere Ideen.

Ursache dafür, dass die Träger der Jugendhilfe ihre erhöhten Ausgaben an den Landkreis weiterreichen sind steigende Personalkosten etwa bei Hilfen zur Erziehung aber auch steigende Fallzahlen, die laut Landratsamt Corona-bedingt sind und so nicht absehbar waren. Neben den Folgen und Unsicherheiten der Corona-Pandemie ist zudem im Juni 2021 das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz in Kraft getreten. In der Folge sind weitere Leistungen gesetzlich vorgeschrieben.

Weiterführende Artikel

Wo ist das Geld zu Hause - wo die Armut?

Wo ist das Geld zu Hause - wo die Armut?

Die neue Bodenrichtwert-Karte ist erschienen - die zeigt auch, wo die Goldstaub-Viertel im Südkreis Görlitz sind.

Finanzlage: Sozialhilfeempfänger!

Finanzlage: Sozialhilfeempfänger!

Der alte Stadtrat beendete seine Ära mit einer Marathonsitzung und beschloss knapp den Haushalt 2019/20.

Laut Landratsamt habe das Jugendamt zwar reagiert und umfassende Controlling-Instrumente eingeführt, dennoch ist der Mehrbedarf von 5,2 Millionen Euro nötig. Der Beschluss wurde im Kreistag zwar einstimmig beschlossen, Kritik gab es dennoch. "Auch das sind die Auswirkungen überzogener Maßnahmen, dass wir Kinder im Lockdown eingesperrt haben", erklärte Michael Ullmann (AfD). André Hahn (Die Linke) verwies darauf, dass gute Bezahlung wichtig ist, damit Fachkräfte nicht abwandern. Die höheren Personalkosten seien nichts Anstößiges. "Das steht denen zu", sagte er. Rocco Geißdorf (Freie Wähler), der selbst in dem Bereich tätig ist, wies darauf hin, dass damit gerechnet werden muss, dass demnächst noch mehr Kosten anfallen könnten.

Mehr zum Thema Pirna