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Pirna lichtet Kleidercontainer-Netz

Seit diesem Jahr gibt es ein einheitliches Standortkonzept. Das soll für mehr Sauberkeit sorgen - und für zusätzliche Einnahmen.

Altkleider-Container an der Rudolf-Renner-Straße in Pirna: Die Behälter werden jetzt an festgelegten Standorten konzentriert.
Altkleider-Container an der Rudolf-Renner-Straße in Pirna: Die Behälter werden jetzt an festgelegten Standorten konzentriert. © Daniel Schäfer

Wer schon einmal gebrauchte Kleidung zu einem der Sammelcontainer in Pirna gebracht hat, kennt dieses Bild: Oft sind die Behälter überfüllt, vollgestopfte Säcke oder einzelne Hosen, Jacken und Schuhe liegen verstreut umher.

Darüber hinaus lässt sich manchmal auch nicht eindeutig erkennen, welche Organisation die Sachen sammelt. Der Handel mit gebrauchten Klamotten ist längst ein lukratives Geschäft geworden - mit der negativen Folge, dass auch unseriöse Sammler den großen Reibach wittern.

Teppich Schmidt
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen hat sich Pirna entschieden, das Netz der Altkleidercontainer zu lichten und ein neues Standortkonzept zu entwickeln, um alles besser zu ordnen. Das vom Stadtrat beschlossene Konzept gilt seit Beginn dieses Jahres, Sächsische.de stellt die Details vor.

Warum war dieses Konzept nötig?

Pirna geht schon seit Jahren dagegen vor, dass Altkleidercontainer unkoordiniert im Stadtgebiet aufgestellt werden. Obwohl es eine weitgehend gute Zusammenarbeit mit den einzelnen Betreibern gibt, kommt es aber immer wieder zu Vorfällen. So brennen Container gelegentlich, sie werden aufgebrochen oder umgekippt, die Areale drum herum werden verunreinigt.

Bislang waren sieben Anbieter im Stadtgebiet tätig, in letzter Zeit kamen aber weitere Anfragen von Anbietern hinzu, die Altkleidercontainer an den vorhandenen Wertstoffplätzen oder an zusätzlichen Standorten aufstellen wollten.

Da die Kapazitäten an den bestehenden Wertstoffsammelplätzen jedoch ausgereizt waren und um einem fairen Wettbewerb gerecht zu werden, sollte eine einheitliche Regelung für die Vergabe von Containerstellplätzen auf öffentlichen Flächen getroffen werden.

Hinzu kommt: Altkleider sind nach Aussage des Rathauses auf dem Gebrauchttextilmarkt ein attraktiver Wertstoff. Altkleider zu sammeln und zu verwerten, sei daher ein rentables Geschäftsfeld.

Gewerbliche Sammler konkurrieren zunehmend mit karitativen Organisationen, die mit ihren Sammlungen Kleiderkammern bestücken oder mit den Verkaufserlösen ihre vielfältigen Tätigkeiten finanzieren.

Der Markt für Altkleidersammler sei laut der Stadt mittlerweile undurchsichtig und das Geschäft lukrativ. Dies habe zur Folge, dass zum Teil unseriöse Sammler mit gebrauchten Sachen Geschäfte machen wollen - und täuschen daher mit den Sammlungen einen guten Zweck vor. Sie nutzen teilweise Logos gemeinnütziger Organisationen, nicht brauchbare Kleidung lassen sie häufig vor Ort auf Straßen und Plätzen zurück. Dies verschandle das Stadtbild.

Die zunehmende Zahl der illegal aufgestellten Altkleidercontainer sowie die mangelnde Sauberkeit an den Standorten hätten erfordert, dass die Stadt regulierend eingreift.

Wie sieht die neue Regelung aus?

Bislang durften Altkleidersammler die Container im öffentlichen Raum kostenfrei aufstellen. Grundlage dafür bildeten die Anträge der gemeinnützigen Organisationen und der privaten Sammler.

Neu sind nun vor allem zwei Dinge: Zum einen ist das Aufstellen von Altkleidercontainern seit diesem Jahr erlaubnis- und gebührenpflichtig. Das ist jetzt in der sogenannten Sondernutzungssatzung geregelt.

Zum andern reduziert sich die Zahl der aufgestellten Sammelbehälter, dies ergibt sich aus der Sammelmenge. In Deutschland kommt jährlich eine Altkleider-Sammelmenge von rund einer Million Tonnen zusammen - das sind etwa zwölf Kilo pro Kopf. Umgerechnet auf die Pirnaer Einwohnerzahl kämen in der Stadt rund 461 Tonnen Altkleider pro Jahr zusammen.

Ein solcher Container sammelt im Jahr etwa acht Tonnen Altkleider. Für Pirna ergibt sich daher ein Bedarf von insgesamt 60 Altkleidercontainern. Zieht man die etwa zehn bis 15 Container auf privaten Flächen ab, müssten im öffentlichen Raum lediglich 50 Container aufgestellt werden. Dies ist nun im einheitlichen Standortkonzept festgeschrieben.

Welche Vorteile bringt das neue Konzept?

Mehrere. Indem Pirna die Container an den vorgegebenen Standplätzen konzentriert, ist deren Sauberhaltung leichter zu organisieren und zu überwachen. Für die Sammelunternehmen sollen die Orte zugleich gut erreichbar sein, um beispielsweise Verunreinigungen und Mängel binnen 48 Stunden zu beseitigen. Auf diese Weise sollen auch die Anwohner so wenig wie möglich durch die Containeranlagen belastet werden.

Die jetzt geregelte einheitliche Verteilung der Behälter über das gesamte Stadtgebiet soll den Einwohnern kurze Anfahrtswege ermöglichen. Auch der Verwaltungsaufwand reduziert sich. Bislang musste die Stadt prüfen, ob Container an einem Wunschstandort aufgestellt werden können. Mit dem einheitlichen Konzept entfällt das nun. Die Standorte sind festgelegt, andere gibt es nicht.

Mithilfe des neuen Konzepts soll auch das Stadtbild insgesamt ansehnlicher werden.

Wie lange gilt jetzt eine Erlaubnis?

Grundsätzlich sollen die Altkleidercontainer an jenen Orten konzentriert werden, wo auch schon die Altglascontainer stehen. Die Aufstell-Erlaubnis wird jetzt für drei Jahre erteilt, danach müssen die Sammler neue Anträge stellen. Die Idee, die Anträge jährlich zu prüfen, verwarf das Rathaus - der Verwaltungsaufwand dafür ist zu groß.

Wie viel Geld nimmt Pirna ein?

Die Gebührenhöhe staffelt sich nach der Lage der Container-Standplätze. Für einen Altkleidercontainer ist jetzt in Zone 1 (Innenstadtbereich) eine Gebühr von 30 Euro, in Zone 2 (übriges Stadtgebiet) eine Gebühr von 25 Euro pro Monat zu zahlen.

Für Pirna bedeutet das eine zusätzliche Einnahme von reichlich 20.000 Euro pro Jahr.

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