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Pirna: So läuft Click & Meet

Erst Termin buchen und erst dann den Laden besuchen? In Städten wie Pirna funktioniert das neue System oft noch viel einfacher.

Einrichtungsfachberaterin Karin Kern von Möbel Graf spricht mit einem Kunden in dem Möbelhaus, das jetzt wieder geöffnet hat.
Einrichtungsfachberaterin Karin Kern von Möbel Graf spricht mit einem Kunden in dem Möbelhaus, das jetzt wieder geöffnet hat. © Steffen Unger

Seit vergangenem Montag ist Einkaufen im Einzelhandel wieder erlaubt. Nach vorheriger Anmeldung. Das System Click & Meet macht es möglich. In Pirna wird dieses Angebot offensichtlich unterschiedlich gut von den Kunden angenommen.

Das bestätigt prompt Andreas Graf, Geschäftsführer von Möbel Graf. "Das jetzige System ist besser als ganz zu", stellt er fest. Die Kunden würden rege von der Einkaufsmöglichkeit nach vorheriger Terminabsprache Gebrauch machen. Das Prozedere ist relativ simpel: Wer in dem Möbelhaus shoppen möchte, muss sich vorher entweder per Telefon oder per E-Mail einen Termin geben lassen. Natürlich gilt Masken- und Desinfektionspflicht. Aber auch spontanes Einkaufen ist bei Möbel Graf durchaus möglich. "Wir haben eine Verkaufsfläche von 20.000 Quadratmetern. Wenn ich richtig rechne, dürfen wir bis zu 500 Kunden zeitgleich reinlassen. Es ist also noch viel Luft nach oben", sagt Andreas Graf. Wer ohne Termin ad hoc einkaufen möchte, muss seine Kontaktdaten am Eingang des Möbelhauses hinterlassen.

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Das Verhalten der Kunden sei unterschiedlich, stellt Andreas Graf fest. "Viele freuen sich, dass sie jetzt wieder einkaufen können und eine Fachberatung vor Ort haben", sagt der Geschäftsführer. Bei manchen spüre man aber auch eine gewisse Frustration, dass sie quasi drei Monaten eingesperrt waren, so Graf. "Sie durften weder in Museen, noch in ein Konzert oder ins Lokal. Da ist ein Rundgang durch ein Möbelhaus für viele ein Erlebnis und ein Schritt in Richtung Normalität".

Elektrofachmarkt hat auch Kapazitäten für Spontane

Konrad Formella, Inhaber vom Elektrofachmarkt Expert Pirna, äußert sich etwas skeptischer. Das neue Einkaufsangebot werde eher verhalten von den Kunden angenommen. Er hat Zahlen dazu: Während seit Montag vor einer Woche lediglich 60 bis 70 Kunden täglich das Geschäft in Pirna betreten, waren es vor Corona rund 200 bis 300. "Von einem Normalbetrieb kann man nicht reden", sagt der Inhaber. Er hat bemerkt, dass die Kunden Bedenken hätten. "Vielen rufen an, und fragen ob wir geöffnet haben. Sie sind nicht immer im Bilde, welche Regeln jetzt gelten", so Formella. Dabei seien diese Bedenken unbegründet. Wer kommt, kommt rein, entweder nach vorheriger Terminabsprache oder auch spontan, denn in dem Pirnaer Markt dürfen sich zeitgleich bis zu 29 Kunden aufhalten. In der Filiale in Sebnitz gilt eine Obergrenze von 13 Personen. "Es sind also immer Kapazitäten frei", stellt Formella fest.

Küchenstudio: Click & Meet läuft gut

Falko Weigelt vom Küchenstudio Weigelt ist mehr als zufrieden. "Bei uns läuft es sehr gut. Wir haben viele Anfragen. Die Menschen wollen im Küchenstudio beraten werden, im Gespräch mit unseren Fachverkäufern Nachfragen stellen und die Materialien anfassen", sagt der Unternehmer. Der Ansturm auf die Termine erstaunt ihn weniger. "Viele haben im Lockdown selber zu Hause gekocht und dabei bemerkt, was sie in ihrer Küche vielleicht erneuern und verschönern könnten." Der ganz große Durchbruch sei Click & Meet aber noch nicht. "Uns fehlt die spontane Laufkundschaft, erklärt Weigelt.

Einzelhändler: Stammkunden nehmen Terminshoppen an

Rund läuft es anscheinend auch in dem Modeladen Absolut Britt in dem Alten Bahnhof von Pirna. "Ich bin glücklich, dass ich jetzt wieder mit meinen vielen lieben Stammkunden zusammen sein und Beratung vor Ort anbieten kann", sagt Inhaberin Britt Schramm. Der Andrang ist groß. Sie vergibt die Termine im Stundentakt, sodass täglich acht bis zehn Kunden nach Blusen, Hosen und Röcken schauen. "Dadurch herrscht natürlich eine sehr individuelle Einkaufsatmosphäre, was viele genießen", sagt Schramm. Sie vergibt die Termine per Telefon, spontanes Einkaufen ohne vorherige Absprache geht bei ihr nicht. "Dazu ist mein Laden zu klein", erklärt Britt Schramm. Auch im Bergsportgeschäft rotpunkt Weinhold wird das System Click & Meet angenommen. "Aber eher von den Stammkunden", sagt Verkäuferin Sunny Steinmüller. Dabei sei spontanes Shoppen durchaus möglich, sofern sich kein weiterer Kunde im Laden befindet. "Wir dürfen immer nur einen reinlassen", erklärt die Angestellte. Sie habe bemerkt, dass es viele Menschen gibt, die in der Dohnaischen Straße bummeln und in die Schaufenster schauen. "Ich denke, die Kunden vermissen das unbeschwerte Einkaufen, das vor der Corona-Pandemie möglich war."

Citymanagement erstellt Übersicht der Geschäfte

Auch das Citymanagement Pirna begrüßt das neue Einkaufssystem "Click & Meet". "Es ermöglicht lang ersehnte Einkaufserlebnisse", sagt Mitarbeiterin Anne Carl. Sie freut sich, dass zahlreiche Pirnaer Händler das Einkaufen mit Termin anbieten. Auf www.kaufinpirna.de findet man eine Übersicht aller Läden, die mitmachen. "Die Rückmeldungen von den Kunden, die es bisher genutzt haben, sind gut. Sie freuen sich, endlich wieder vor Ort in ihren Lieblingsläden persönlich beraten zu werden und probieren zu können. Mode, Schuhe, Schmuck machen doch einfach mehr Freude, wenn man die Ware anfassen, fühlen, erleben kann", berichtet Anne Carl. Auf der anderen Seite seien die Händler ebenso froh, wieder ihre Kunden in ihren Geschäften empfangen zu können.

Das Angebot werde jedoch unterschiedlich angenommen. Bei einigen Händlern sei die Resonanz der Kunden recht gut und sie buchten diverse Termine. Bei anderen Händlern sei Click & Meet von den Kunden bisher nur verhalten genutzt worden. Es müsse jetzt noch mehr in die Köpfe der Menschen, dass man mit Termin in die Läden des Einzelhandels gehen kann, sagt Carl. Bei vielen Händlern könne der Kunde auch spontan vorbeikommen, da oftmals noch offene Zeitfenster vorhanden sind. "Wir hoffen, dass noch mehr Menschen das Terminshopping und spontanes Einkaufen nutzen, um ihre lokalen Händler zu unterstützen und so dazu beitragen, die Einkaufsvielfalt in der Pirnaer Innenstadt zu erhalten", sagt Carl.

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