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Pirna verschiebt Grundschul-Neubau

Im Ortsteil Zehista ist eine neue Bildungsstätte geplant. Noch aber ist ungewiss, wann sie errichtet wird.

Grundschule Zehista: Sie taugt nicht mehr allzu lange als Bildungsstätte.
Grundschule Zehista: Sie taugt nicht mehr allzu lange als Bildungsstätte. © Norbert Millauer

Die neue Zukunft der Grundschule im Pirnaer Ortsteil Zehista begann - zumindest auf dem Papier - in der Vergangenheit, etwa drei Jahre ist das jetzt her. Im Frühjahr 2018 veröffentlichte das Pirnaer Rathaus Pläne, wie sie die dringend sanierungsbedürftige Bildungsstätte modernisieren will.

Als Bauzeitraum waren zunächst die Jahre 2019 und 2020 anvisiert. Doch angesichts der damals schon angespannten Haushaltslage und weiterer großer Vorhaben speckte die Stadt das Projekt im Nachgang ab. Der Doppeletat für 2019/20 enthielt lediglich die Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro.

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Ganz von der Bildfläche verschwand das Projekt danach nicht. Im Juli 2019 entschied sich der Stadtrat für eine Vorzugsvariante, im September 2020 vergab der Stadtentwicklungsausschuss den Auftrag an ein Pirnaer Planungsbüro, das Vorhaben zu planen.

Die Zielrichtung danach war: Die Mittel für den Schulneubau sollten möglichst im Haushalt für 2021/22 verankert werden. Geworden ist daraus jedoch nichts.

Schulneubau auf später verschoben

Zwar hat Pirna einen beschlossenen und inzwischen auch genehmigten Haushalt für diese beiden Jahre. Allerdings ist das Zahlenwerk in sich noch sehr fragil.

Weil die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie noch nicht abzusehen sind und noch unklar ist, wie hoch die Zuweisungen vom Land ausfallen, ließ Pirna zunächst pauschal 14 Prozent aller Ausgaben sperren. Stadt und Stadtrat suchen derzeit nach Möglichkeiten, dieses Defizit auszugleichen.

Zudem ist Pirna außerstande, aus eigener Kraft die nötigen Eigenanteile für Investitionen zu erwirtschaften. Um sie aufzubringen, ist die Stadt auf Kredite angewiesen. Daher finden sich auch nicht alle gewünschten Vorhaben auf der Investitionsliste wieder.

Auch der Grundschulneubau in Zehista ist dort nicht mit dabei. Die Stadt hat das Projekt verschoben, vorerst auf den Zeitraum von 2022 bis 2025.

Nur noch bedingt schultauglich

Dabei müsste am Schulstandort Zehista dringend etwas passieren. Die beiden Gebäude, aus denen die Grundschule besteht, wurden 1902 errichtet. Mit der Bausubstanz steht es inzwischen nicht mehr zum Besten.

Die Stadt attestierte schon 2018, dass die beiden Häuser nicht mehr allzu lange als Bildungsstätte taugen. Damit der Schulbetrieb überhaupt weiterlaufen konnte, ließ Pirna bereits vor geraumer Zeit den Brandschutz provisorisch verbessern.

Geplant: neues Schulhaus und neue Sporthalle

Grundsätzlich Abhilfe schaffen könnte die vom Stadtrat beschlossene Vorzugsvariante: ein Schulneubau auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Berggießhübler Straße, unweit der Kreuzung Berggießhübler/Liebstädter Straße, gleich hinter dem Schloss Zehista.

Laut des Rathauses beinhaltet diese Variante den Neubau eines Schulkomplexes, bestehend aus einem zweigeschossigen Schulgebäude in Modulbauweise, eine Einfeld-Sporthalle sowie den dazugehörigen Verbindungsbau. Hinzu kommt noch eine 1.500 Quadratmeter große Freifläche sowie eine Laufbahn und eine Weitsprunganlage für den Sportunterricht.

Für dieses Vorhaben spricht aus Sicht der Stadt, dass diese Variante - wirtschaftlich und nachhaltig betrachtet - die beste sei, da der geplante Neubau mit Sporthalle einen funktionellen und gut strukturierten Grundschulstandort sicherstelle.

Und falls die rund sechs Millionen Euro für das gesamte Projekt nicht auf einmal da sein sollten, ließe sich das Vorhaben auch finanziell entzerren. So könnten die Schüler vorerst weiter die alte Sporthalle nutzen, die neue könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden.

Die Zeichen stehen auf unsicher

Doch egal, in welcher Form auch immer: es gilt längst noch nicht als sicher, dass der Schulneubau auch in dem Zeitraum gebaut wird, in den das Vorhaben verschoben wurde.

Dafür sprechen vor allem zwei Gründe. Zum einen hat der Stadtrat im September 2020 den mittelfristigen Finanzplan der Stadt für den Zeitraum 2021 bis 2025 neu gefasst und beschlossen. Darin ist der "Ersatzneubau Schulgebäude" in Zehista mit einer eher niedrigen Priorität eingestuft.

Zum anderen loten Stadt und Stadtrat angesichts der angespannten Finanzlage derzeit Möglichkeiten aus, wie Pirna auch in den kommenden Jahren finanziell leistungsfähig bleiben kann. Dabei kommen auch alles Investitionen auf den Prüfstand. Rathaus und Abgeordnete müssen dann festlegen, welche Projekte sie in Zukunft angesichts begrenzter Ressourcen angehen wollen. Ob der Schulneubau in Zehista dabei sein wird, muss sich noch zeigen.

Ist die Zehistaer Schule bald Geschichte?

Und so könnte auch wieder ein Thema aufflackern, das vor drei Jahren schon einmal kurz anklang.

Pirna hatte zwar stets bekräftigt, dass die Stadt aufgrund gestiegener und steigender Kinderzahlen langfristig auf den Schulstandort Zehista angewiesen sei.

Doch im Frühjahr 2018 gab es seitens des Rathauses auch Überlegungen, die Grundschüler aus dem Einzugsbereich der Zehistaer Grundschule dauerhaft im Schulgebäude an der Nicolaistraße in der Innenstadt einzuquartieren - wo es seit diesem Schuljahr eine zusätzliche Grundschule gibt.

So ist zumindest theoretisch nicht ganz ausgeschlossen, dass Pirna unter Umständen den Schulstandort Zehista gänzlich aufgibt.

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