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Pirna: Kameras in WGP-Hochhaus demontiert

Bis vor Kurzem war der Eingangsbereich der Remscheider Straße 2a noch überwacht. Ein ehemaliger Mieter hat einen Verdacht.

In der Remscheider Straße 2A in Pirna wurden jetzt die Überwachungskameras abgebaut. Ist das Vandalismus-Problem gelöst?
In der Remscheider Straße 2A in Pirna wurden jetzt die Überwachungskameras abgebaut. Ist das Vandalismus-Problem gelöst? © Archivfoto: Daniel Schäfer

Der Krimi um die Kameras in dem Hochhaus Remscheider Straße 2a auf dem Sonnenstein in Pirna geht weiter. Jetzt wurden die Geräte, die in dem Eingangsbereich des 17-Geschossers angebracht waren, demontiert.

Davon hat auch Reinhard Choroba erfahren, der sich im vergangenen Jahr zu dem Thema im Stadtrat und in der SZ zu Wort gemeldet hatte. Choroba war damals noch Mieter und hatte ein Büro im Erdgeschoss des Hochhauses.

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"Ich habe in dieser Angelegenheit noch eine Klage gegen den Sächsischen Datenschutzbeauftragten am Verwaltungsgericht Dresden laufen und fürchte, mit der Demontage werden jetzt Beweismittel vernichtet", sagt er gegenüber Sächsische.de.

Um den gesamten Vorfall zu erzählen, muss etwas weiter ausgeholt werden. Im vergangenen Sommer bemerkte Reinhard Choroba, dass die Vermieterin, die Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP), in dem Eingangsbereich des Hochhauses mehrere Videokameras hatte anbringen lassen. Choroba fühlte sich überwacht. Er schaltete einen Anwalt ein und wollte von der WGP wissen, warum diese Videoüberwachung angebracht wurde, und welche Daten wie lange gespeichert werden.

Vorbeugung vor Vandalismus auf dem Sonnenstein

Tatsächlich besteht die Videoüberwachung in den vier 17-Geschossern auf dem Pirnaer Sonnenstein schon seit Jahren. Allerdings sind die Kameras gut versteckt. Der Hersteller wirbt mit einer "unauffälligen Rauchmelderoptik". Aber nicht nur im Eingangsbereich, auch in den Fahrstühlen ließ die WGP elektronische Augen installieren, die diskret hinter den Blechwänden der Kabinen platziert sind. WGP-Chef Jürgen Scheible begründet die Installierung damit, dass man möglichem Vandalismus vorbeugen müsse. Kleine Piktogramme wiesen darauf hin, dass überwacht wird.

Ex-Mieter prozessiert gegen Datenschutzbeauftragten

Dennoch wurde damals der Sächsische Datenschutzbeauftragten eingeschaltet, um zu prüfen, ob das Vorgehen der WGP rechtmäßig sei. Festgestellt wurde ein "Grenzfall" aber mit einem Bußgeld musste die WGP nicht rechnen. In zeitlichem Zusammenhang mit dem Fall hat die WGP ihre Datenschutzhinweise angepasst und die Hinweise auf die Überwachung optisch deutlich vergrößert.

Choroba selber wurde im Juni gekündigt, sein Büro befindet sich jetzt in Graupa. Gegen den Sächsischen Datenschutzbeauftragten hat er Klage eingereicht, weil er dessen Auslegungen zugunsten der WGP nicht folgen konnte. "Und jetzt erfahre ich, dass die Kameras abgebaut worden sind, bei einem laufenden Verfahren. Das ist nicht in Ordnung", sagt Choroba und vermutet, dass die WGP etwas "vertuschen" will. Einen Beleg hat er dafür nicht.

WGP weist Vorwürfe scharf zurück

Zudem weist die Vermieterin diesen Vorwurf strikt zurück. "Im Haus Pfaffenstein, Remscheider Straße 2 a, finden derzeit Malerarbeiten statt. Aus diesem Grund wurde eine Videokamera im Erdgeschoss demontiert; sie kehrt nach Abschluss der Arbeiten wieder an ihren Platz zurück", sagt Sören Sander von der WGP-Geschäftsleitung.

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Von einem Verfahren vor dem Dresdner Verwaltungsgericht, sei der WGP nichts bekannt. "Die Behauptung, wir würden Beweismittel entfernen, weisen wir entschieden zurück", betont Sander und verbittet sich weitere Unterstellungen dieser oder ähnlicher Art. (mit SZ/dsz)

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