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Pirna: Wieso die neue DRK-Rettungswache jetzt größer wird

Rettungswagen starten bald auch von Copitz aus - sogar in doppelter Stärke, um flotter beim Patienten zu sein. Die Investition ist enorm.

Ilka Pohl, Vorstandschefin des DRK-Kreisverbandes Pirna, vor der neuen Rettungswache: Im Frühjahr 2022 soll sie in Betrieb gehen.
Ilka Pohl, Vorstandschefin des DRK-Kreisverbandes Pirna, vor der neuen Rettungswache: Im Frühjahr 2022 soll sie in Betrieb gehen. © Norbert Millauer

Corona verhagelte zunächst zwar den offiziellen Teil, das Vorhaben an sich konnte das Virus allerdings nicht aufhalten. Ursprünglich wollte der DRK-Kreisverband Pirna den Bau der neuen Rettungswache im Stadtteil Copitz am 30. Oktober 2020 mit dem traditionell ersten Spatenstich starten. Doch dieser Akt fiel pandemiebedingt aus.

Gleichwohl begannen die Fachleute, die neue Ausrücke-Station für Rettungswagen zu errichten. "Mittlerweile ist der Bau schon weit fortgeschritten", sagt Ilka Pohl, Vorstandschefin des DRK-Kreisverbandes Pirna. Inzwischen ließ die Pandemie auch einen Vor-Ort-Termin in größerer Runde zu, bei dem das DRK den aktuellen Baustand präsentierte. Sächsische.de stellt die Details vor.

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Warum entsteht eine neue Rettungswache?

Um die vorgeschriebenen Hilfsfristen einzuhalten. Laut der sächsischen Landesrettungsdienstplanverordnung müssen Rettungswagen ab der Alarmierung binnen zwölf Minuten am Einsatzort sein. In Pirna erwies sich das - vor allem für das rechtselbische Gebiet betrachtet - in der Vergangenheit oft als schwierig.

Der Grund: Der DRK-Kreisverband hat seinen Sitz an der Liebstädter Straße im Ortsteil Zehista, weit draußen im Südwesten der Stadt. Auf dem Areal befindet sich auch die Rettungswache, üblicherweise starten von dort aus die Rettungswagen zu ihren Einsätzen. Das DRK-Zentrum versorgt das gesamte Pirnaer Stadtgebiet und angrenzende Bereiche notfallmedizinisch, sowohl links- als auch rechtselbisch.

Auf die rechte Elbseite zu kommen, ist dabei nicht immer einfach. Die Rettungswagen müssen auf diesem Weg die stark befahrene B172 überqueren, dann geht es weiter über die Stadt- oder Sachsenbrücke - wo es aber gerade im Berufsverkehr oft nur stockend vorwärtsgeht. So reiften schon 2014 Pläne, eine Rettungswache in Copitz zu errichten. Ziel sei es, so DRK-Präsident Oliver Wehner, die Rettungswagen schneller beim Patienten zu haben. "Das hat künftig vor allem Vorteile für die Menschen in Copitz, Graupa, Lohmen, Wehlen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach, vor allem, wenn es um Minuten geht", sagt Ilka Pohl.

Wo entsteht die neue Rettungswache?

Auf einem Grundstück an der Lohmener Straße zwischen dem Toyota-Autohaus und der ehemaligen Diskothek "Mufa" - genau an jener Stelle, wo einst die Bahntrasse von Pirna in die Herrenleite die Straße querte.

Nach Aussage von Rettungsdienstleiter Lars Peschel sei vor Jahren schon zunächst eine Test-Rettungswache in Copitz avisiert gewesen, die möglicherweise für zwei Jahre in Containern untergebracht werden sollte. Doch der Kostenunterschied zwischen einem Container-Quartier und einem Massivbau war nur marginal, daher entschied sich das DRK für einen festen Neubau.

Ein zunächst ins Auge gefasster Standort am Naherholungszentrum Copitz (NEZ) an der Äußeren Pillnitzer Straße erwies sich dann doch nicht als so optimal, gemeinsam mit der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna fand das DRK dann das Areal an der Lohmener Straße.

Wie groß wird die Rettungswache?

Ursprünglich war die Rettungswache in der ersten Ausbaustufe so konzipiert, dass dort ein Rettungswagen rund um die Uhr stationiert wird. Bei Bedarf hätte das Haus für ein zweites Auto erweitert werden können. Doch das hat sich inzwischen geändert.

Weil derzeit der neue Bereichsplan für den Rettungsdienst erarbeitet und darin ein größerer Bedarf verankert wird, kamen Krankenkassen und DRK wie folgt überein: Die Rettungswache in Copitz wird jetzt schon während des Baus als Standort für zwei Rettungswagen entwickelt. So wird jetzt gleich die zweite Garage mit angebaut und das Haus etwas erweitert. Das hat den Vorteil, dass das fertige Haus später nicht noch einmal umgebaut werden muss.

Wie startet der Betrieb?

Ist die Rettungswache fertig, wird zunächst ein Rettungswagen von der Liebstädter Straße nach Copitz verlegt und dort für eine täglich 24-stündige Einsatzbereitschaft stationiert. Ist der neue Bereichsplan für den Rettungsdienst fertig - etwa 2024 - soll ein weiteres Fahrzeug hinzukommen, was dann ebenfalls rund um die Uhr in Bereitschaft ist.

Wie ist die Wache ausgestattet?

Unten befinden sich die Garagen für die Autos. Daran schließt sich ein großer Desinfektionsbereich an. Die Rettungssanitäter können dort durch eine Art Schleuse gehen, sich entkleiden, duschen und neu ankleiden. "Gerade in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig das ist", sagt Lars Peschel.

Unten befinden sich zudem eine große Umkleide, Duschen sowie ein Ruheraum - letzterer deswegen auf Garagenebene, damit die Rettungssanitäter schnell am Autos sind. In der oberen Etage gibt es eine Küche, Büros, eine Terrasse sowie einen extra Raum für die Azubis, die dort lernen und ihre Aufgaben erledigen können.

Die neue Copitzer Rettungswache von der Lohmener Straße aus gesehen: 25 Mitarbeiter sollen hier einmal arbeiten.
Die neue Copitzer Rettungswache von der Lohmener Straße aus gesehen: 25 Mitarbeiter sollen hier einmal arbeiten. © Norbert Millauer

Wie viele Mitarbeiter gibt es?

Zum Start werden es in Copitz etwa zwölf Mitarbeiter sein, sie sind schon gefunden und bringen sich derzeit mit ihren Ideen und Vorstellungen noch ins Baugeschehen ein. In der vollen Ausbaustufe werden dann etwa 25 Mitarbeiter in der Copitzer Wache arbeiten. "Wir müssen ja sicherstellen, dass der Betrieb 24 Stunden täglich läuft", sagt Peschel.

Das Pirnaer DRK versucht stets, spätere Mitarbeiter aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren. Derzeit lassen sich beim DRK zwölf Azubis zum Rettungssanitäter ausbilden, jährlich kommen drei bis fünf Azubis hinzu. "Wir machen ihnen auch immer ein gutes Angebot, damit sie nach der Ausbildung bei uns bleiben", sagt Peschel. Insgesamt zählt der Rettungsdienst des Pirnaer DRK rund 80 Mitarbeiter.

Wann wird die Rettungswache fertig?

Nach Aussage von Ilka Pohl soll die Copitzer Rettungswache im Frühjahr 2022 - zunächst mit einem Auto - in Betrieb gehen. Das zweite Auto folgt dann etwa zwei Jahre später. Das Neubau-Vorhaben kostet rund 1,5 Millionen Euro und wird von den Krankenkassen finanziert.

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