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Pirna will weitere Kita bauen

Die neue Einrichtung soll am Reitplatz entstehen. Sie ist das Pendant zu jener, die die Bauleute 2020 in Rekordzeit errichteten.

Kita am Reitplatz in Pirna: Daneben ist noch Platz für eine weitere baugleiche Einrichtung.
Kita am Reitplatz in Pirna: Daneben ist noch Platz für eine weitere baugleiche Einrichtung. © Daniel Schäfer

Was einerseits für das Wachstum von Pirna gut ist, stellt die Stadt andererseits vor enorme Probleme. Seit Jahren schon erfreut sich Pirna anhaltend hoher Geburtenzahlen. Darüber hinaus ziehen seit 2013 mehr Menschen nach Pirna als weg. Unter den Zuzüglern sind auch viele junge Familien mit Kindern.

Wenn das so weiterläuft, könnte Pirna in den nächsten Jahren tatsächlich wieder die Marke von 40.000 Einwohner überschreiten, eine der Visionen von Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos).

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Damit geht allerdings eine gewaltige Herausforderung einher. Berufstätige Eltern brauchen tagsüber Betreuungsplätze für ihren Nachwuchs, der Bedarf daran ist mächtig gestiegen.

Betreuungsplatz-Defizit in der Innenstadt

Pirna hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, neue Plätze zu schaffen, ließ Kindertagesstätten sanieren und neu bauen, verbunden mit einem Millionenaufwand.

Jedoch bestand im Innenstadtbereich, der besonders vom Zuzug profitiert, weiter ein Defizit, das bisherige Platzangebot war nahezu ausgereizt. Nach einer Analyse der Stadt gab es 2020 allein in diesem Bereich über 900 Kinder im Krippen- und Kindergartenalter.

Daher beschloss der Stadtrat 2018, das Platzangebot zu erweitern - in Gestalt der neuen Kita am Reitplatz auf einem Areal hinter der Sporthalle des Schiller-Gymnasiums an der Seminarstraße. 100 neue Plätze entstanden.

Das Problem allerdings ist: Die Plätze reichen noch immer nicht aus.

100 neue Kitaplätze

Die Konsequenz daraus ist: Pirna lässt nun noch eine weitere Kita bauen, ebenfalls auf dem Areal am Reitplatz. Nach Auskunft des Rathauses ist der Baustart für dieses Jahr geplant. Im aktuellen Haushalt sind in diesem Jahr zwei Millionen Euro für das Projekt eingeplant, 2022 dann weiteres Geld.

In der neuen Einrichtung entstehen 100 Plätze. "Damit bauen wir das stadtteilbezogene Angebot weiter aus", sagt Stadtsprecher Thomas Gockel.

Die neue Kita wird das Pendant zu jener am Reitplatz, die die Stadt im vergangenen Jahr im Rekordtempo hochziehen ließ. Auch in der schon bestehenden Einrichtung, die im September in Betrieb ging, gibt es 100 Plätze, 24 für Krippen-, 76 für Kindergartenkinder.

Im April hatten die Bauarbeiten begonnen, kurz darauf stand der Rohbau, reichlich fünf Monate benötigten die Bauleute insgesamt, um das Objekt fertigzustellen. Der Zeitplan war straff, weil die Kita mit Beginn des Schuljahres 2020/21 ans Netz gehen sollte.

Rekordzeit dank Modulbauweise

Was den Bau so flott voranschreiten ließ, war die spezielle Bauweise. Die Kita entstand aus vorgefertigten Modulen, die die Arbeiter auf der Baustelle zusammenfügten und komplettierten. 18 Module insgesamt bilden das Gebäude mit zwei Etagen, ein solches Modul misst in der Grundfläche 16 mal vier Meter und wiegt 25 Tonnen. "Wir haben uns dafür entschieden, weil wir so schneller vorankommen als mit einer konventionellen Massivbauweise", sagt Hanke.

Gefertigt wurden die Module von der bayerischen Firma Empower Modular GmbH. Sie ließ die Bauteile im tschechischen Karlsbad produzieren. Trotz der coronabedingten Grenzschließung im Frühjahr konnten die Elemente pünktlich geliefert werden.

Betrieben wird die Kita von der Diakonie Pirna, sie hatte im Gegenzug dafür den Hort im Schulgebäude an der Nicolaistraße an die Awo abgegeben. Die Einrichtung arbeitet mit einem offenen Konzept, es gibt keine festen Gruppen, die Kinder können eigenständig die für sie passenden Angebote wählen.

Der Neubau kostete insgesamt 3,1 Millionen Euro. Für das Vorhaben erhielt Pirna 1,25 Millionen Euro Fördermittel vom Bund sowie 125.000 Euro vom Landkreis.

Millionen fürs Betreuungsangebot

Schon die vergangenen Jahre waren geprägt von gewaltigen Investitionen für Betreuungsplätze. So ließ Pirna 2016/17 die Kita "Spieloase" in Copitz mit 30 Plätzen für 950.000 Euro sanieren, das Projekt ließ sich nur mithilfe zahlreicher Spendengelder stemmen. 2016 wurde auch die neue Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Graupa mit 153 Plätzen fertig. Der ASB Königstein bekam inzwischen auf der Lindenstraße in Copitz zusätzlich zur Kita "Spatzennest" ein weiteres Gebäude dazu.

Im Herbst 2017 ging der neue Hort "Die Schlaufüchse" in Copitz mit 186 Plätzen in Betrieb. Kosten: etwa drei Millionen Euro. Weil das Geld damals im Etat nicht eingepreist war, baute die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) den Hort und vermietet ihn an die Stadt. Und im Sommer 2018 eröffnete die neue Kita "Farbenspiel" mit 155 Plätzen - ebenfalls in Copitz. Kosten: 3,14 Millionen Euro.

Die nächste neue Kita ist schon in Sicht

Und das Ende ist noch nicht erreicht. Auf dem Gelände der ehemaligen Fleischfabrik an der Max-Schwarze-Straße ist perspektivisch ein neues Wohngebiet mit über 100 Wohnungen geplant. Im östlichen Teil des Areals hat sich Pirna bereits eine Fläche reserviert - für noch eine weitere neue Kita, falls der Bedarf weiter steigt.

Generell können Eltern über die Online-Betreuungsplatzvergabe der Stadt Pirna auf www.pirna.de/kitaplatz einen Betreuungsplatz reservieren.

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