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Pirnas Stadtrat zieht der Straßenfinsternis vorerst den Stecker

Um Stromkosten zu sparen, wollte die Stadt nachts weitere Straßenlampen abschalten. Doch die Rathaus-Pläne werden zunächst gedimmt.

Straßenlampen an der Schillerstraße in Copitz: Vorerst bleiben die Laternen nachts an.
Straßenlampen an der Schillerstraße in Copitz: Vorerst bleiben die Laternen nachts an. © Thomas Möckel

Kaum war das Thema publik, wogte im sozialen Netzwerk Facebook schon eine heftige Debatte darüber. Einige fanden den von Pirna geplanten Einschnitt für längst überfällig, um die nächtliche Lichtverschmutzung einzudämmen. Andere hingegen befürchteten, dass es jetzt nachts unsicher werde, nach draußen auf die Straße zu gehen. Andere wiederum kalauerten, auf diese Weise bekomme der Begriff „Dunkeldeutschland“ neue Nahrung.

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Der Anlass für diese Debatte: die vom Rathaus angekündigte zusätzliche Straßenfinsternis. Aufgrund knapper Finanzen war in der Stadtverwaltung der Plan gereift, weitere Straßenzüge nachts ins Dunkel zu tauchen – zusätzlich zu den 177 Strecken, an denen ohnehin schon zu unterschiedlichen Zeiten nachts die Straßenlampen ausgehen. Davon betroffen wären unter anderem Varkausring, Jacobäerstraße, Schillerstraße und Pratzschwitzer Straße gewesen.

Konkret sah der von der Stadt favorisierte Vorschlag vor, die Nachtabschaltung um 1,5 Stunden zu verlängern sowie die öffentlichen Laternen in weiteren Straßenzüge nachts abzuschalten. Auf diese Weise ließen sich laut des Rathauses etwa 65.000 Euro jährlich einsparen. Gleichwohl gab es seitens der Stadt diesbezüglich auch Bedenken.

Angst um die Sicherheit

Bleibt es künftig nachts länger und auf zusätzlichen Straßen finster, könne laut des Rathauses das Sicherheitsgefühl der Passanten sinken, obgleich bisher kein Zusammenhang zwischen steigender Kriminalität und einer zeitweise ausgeschalteten Straßenbeleuchtung hergestellt werden könne. Diesem Nachteil stehe aber das erhebliche Einsparpotenzial an Lichtemission, Energie und Kosten gegenüber.

Dabei spart Pirna in diesem Bereich schon kräftig. An 120 Straßen werden schon jetzt die Lampen nachts zwischen 0.30 und 4.30 Uhr abgeschaltet, an 57 weiteren zwischen 22 und 4 Uhr. An 104 Straßen wird die Leistung der Lampen von 22 bis 4 Uhr auf 70 Prozent gedrosselt.

Dennoch ortete die Fachgruppe Tiefbau in diesem Bereich noch unausgeschöpftes Sparpotenzial, indem der Stromverbrauch weiter reduziert wird. Kurz- und mittelfristig lasse sich das laut des Rathauses aber nur realisieren, wenn die Nachtabschaltung räumlich und/oder zeitlich ausgeweitet wird. Doch der Stadtrat spielt bei diesen Finster-Plänen vorerst nicht mit.

Gibt's noch eine bessere Idee?

Ursprünglich sollte das Kommunalparlament in der Oktobersitzung über den städtischen Sparvorschlag abstimmen. Aber dazu kam es nicht.

Die CDU-Fraktion beantragte, dieses Thema noch einmal in den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss (SEA) zurückzuverweisen. „Es besteht seitens der Stadträte der Wunsch, noch einmal gemeinsam mit der Stadt und den Stadtwerken über diese Thematik nachzudenken“, sagt CDU-Fraktionschefin Kathrin Dollinger-Knuth. Dabei gelte es zu ergründen, ob es noch eine bessere Idee gibt, als zusätzlich ganze Straßenzüge abzuschalten. Schließlich dürfe das Sicherheitsgefühl der Menschen darunter nicht leiden.

Die Freien Wähler stellten einen ähnlichen Antrag, beide fanden eine Mehrheit. So wird sich zunächst noch einmal der SEA mit dem Sparvorschlag befassen, ehe möglicherweise die Straßenbeleuchtung weiter gedrosselt wird.

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