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Gottleuba: CDU behält Vize-Posten

Die Wahl des Bürgermeister-Stellvertreters ist eine Kampfansage. Den Verlierer ärgert aber etwas anders, als nicht gewonnen zu haben.

Der Chef des CDU-Stadtverbandes, Markus Funken, ist nun auch Erster stellvertretender Bürgermeister in Bad Gottleuba-Berggießhübel.
Der Chef des CDU-Stadtverbandes, Markus Funken, ist nun auch Erster stellvertretender Bürgermeister in Bad Gottleuba-Berggießhübel. © Daniel Förster

Vom Stadtrat zur Amtsverweserin: Diese Entscheidung von Madlen Rätze hat viele Konsequenzen. So musste ihr Platz in der CDU-Fraktion neu besetzt werden und die CDU bekam einen neuen Fraktionschef, der inzwischen auch schon wieder wechselte. Nun wurde auch ein neuer Erster Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt, denn diesen Posten hatte Rätze ebenfalls inne.

Plötzlich noch ein Kandidat

Als Kandidat dafür galt der Fraktionsvorsitzender der Liste Freie Bürger (LFB), Heiko Knick. Die LFB war zwar zur Kommunalwahl als Gegenspieler zur CDU angetreten, hatte sich ihr jedoch in vielem angenähert. Inzwischen sogar so weit, dass sie Madlen Rätze als Bürgermeisterkandidatin unterstützen. Und das schon vor deren Austritt aus der CDU. Vor allem aber ist die LFB zweitstärkste Fraktion - gewesen. Seit dem Wechsel von Christian Helm von der CDU zur LFB, haben beide jeweils fünf Sitze.

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Nun also die Wahl des neuen Vize. Knick wurde kurz vorher darüber informierte, was dann überraschte. Für die CDU schlug der neue Fraktionschef Thomas Peters Markus Funken als Gegenkandidaten vor. Mit den Stimmen der Bürgervereinigung wurde er gegen Knick gewählt.

Die zwei Bürgervereinigungs-Stadträte, die 2019 als AfD gewählt wurden und inzwischen austraten, sind seit dem Rücktritt der Linken-Fraktion und dem Wechsel von Helm zum Zünglein an der Waage geworden. Die Amtsverweserin hat, anders ein gewählter Bürgermeister, kein Stimmrecht.

Kritischer Blick auf CDU-Aktivitäten

Knick hat schon zum zweiten Mal verloren. Das enttäuscht ihn nicht so sehr wie der Fakt, dass der stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeister nur durch die Stimmen der Bürgervereinigung möglich war. Das liegt bei fünf Stimmen für Knick und sieben für Funken nahe, ist aber nicht beweisbar, da es eine geheime Abstimmung war.

An der Unterstützung für Madlen Rätze und das Engagement für den Doppelkurort ändere die Niederlage nichts, sagt Knick. Für seine bzw. die Arbeit der Fraktion gebe es keine Konsequenzen. "Wir sind doch für die Sacharbeit im Stadtrat angetreten und nicht, um einer Partei Gehorsam zu leisten." Dennoch könne er nicht leugnen, "dass wir einige der Aktivitäten innerhalb der CDU-Fraktion kritisch sehen."

Klare Ansage

Die CDU-Fraktion ist gespalten. Das ist spätestens seit der Nominierung von Bürgermeisterkandidat Thomas Peters durch den Stadtverband klar. Der Rücktritt von Robert Kühn als CDU-Fraktionschef kurz darauf wurde zwar mit dessen beruflicher Tätigkeit begründet, doch es ist kein Geheimnis, dass Kühn ebenfalls Rätze-Unterstützer ist. Thomas Peters hat nun zweierlei klar gemacht: Erstens, wer das Sagen in der CDU-Fraktion hat und zweitens, dass er die Bürgermeisterwahl im April gewinnen will. Unterstützt wird er unter anderem von Sebastian Salomo, dem ihm bei der Nominierung Unterlegenen.

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