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Pirna: Wer wird neuer Bürgermeister?

Der Stadtrat kürt am 13. April einen Nachfolger für den Stellvertreter des OB. Zur Wahl stehen zwei Kandidaten. Einer aus Freital, einer aus Glashütte.

Zwei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Pirna: Markus Dreßler (l.) und Steffen Caspar.
Zwei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Pirna: Markus Dreßler (l.) und Steffen Caspar. © Karl-Ludwig Oberthür/Stadt Freital/Montage: SZ-Bil

Im Sommer dieses Jahres endet eine Ära, die über drei Jahrzehnte währte. Seit 1990 bekleidet Eckhard Lang - mit einer Unterbrechung - das Amt des Beigeordneten im Pirnaer Rathaus verantwortlich für Stadtentwicklung, Bauen und Schule. Dabei fungiert er zugleich als erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

Darüber hinaus war Lang auch politisch aktiv, saß bis 1994 im Pirnaer Stadtrat, von 2008 bis 2014 im Kreistag.

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Nach zwischenzeitlich anderweitigen beruflichen Stationen wählte der Stadtrat den studierten Maschinenbau-Ingenieur 2014 abermals zum Beigeordneten. Am 30. Juni 2021 endet nun diese siebenjährige Amtszeit, und damit auch Langs berufliche Laufbahn. Er geht in den Ruhestand.

Von 19 Bewerbern bleiben zwei übrig

Seit Ende 2020 bereitet Pirna die Nachfolge für diesen wichtigen und einflussreichen Posten vor, der Beigeordnete verantwortet im Rathaus die Bereiche Schulen und Soziales, Tief- und Hochbau, Stadtentwicklung sowie Stadtsanierung, Förderung und Vergabe.

Die Stadt schrieb die Stelle aus, die Bewerbungsfrist endete am 1. Januar. 19 potenzielle Kandidaten bewarben sich um dieses Amt.

Der Ältestenrat des Stadtrates traf im Februar eine Vorauswahl, der auf diese Weise eingegrenzte Bewerberkreis stellte sich anschließend in nicht öffentlicher Sitzung den Stadträten vor. Am 13. Februar kürt das Kommunalparlament nun in öffentlicher Sitzung den Nachfolger von Eckhard Lang.

Nach den Debatten in interner Runde stehen zwei Kandidaten zur Wahl: Markus Dreßler (CDU), Bürgermeister der Stadt Glashütte, sowie Steffen Caspar, derzeit noch Amtsleiter für Soziales, Schulen und Jugend im Freitaler Rathaus.

Seit 17 Jahren Bürgermeister

Dreßler, 1976 in Freital geboren, ließ sich nach der Schule zunächst im Krankenhaus Freital zum Krankenpfleger ausbilden. Danach folgte ein Studium an der Verwaltungsfachhochschule in Meißen, das er 2003 als Diplom-Verwaltungswirt abschloss.

Wenig später bekleidete er sein erstes öffentliches Amt: 2004 wurde er Bürgermeister von Reinhardtsgrimma, 2008 dann von Glashütte. 2016 wählten ihn die Glashütter wieder, das Wahlergebnis war allerdings sehr knapp: Dreßler bekam 51,3 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer 48,7 Prozent.

"Es sind nun über 17 spannende, herausfordernde Jahre als Bürgermeister, in denen ich gelernt, gestaltet und immer wieder mit voller Kraft für eine offene, moderne, umweltfreundliche, zukunftsgewandte und bürgerfreundliche Stadt gearbeitet habe", sagt Dreßler.

Neben seinem Amt als Rathauschef übernahm er auch immer wieder neue Aufgaben in Vereinen, Verbänden und Gesellschaften. So ist er aktuell unter anderem Vorstand der Stiftung Deutsches Uhrenmuseum Glashütte, Aufsichtsratschef der Wasserversorgung Weißeritzgruppe sowie der Wintersport Altenberg GmbH, Präsident des Rennrodel-, Bob- und Skeletonverbandes Sachsen, Verbandsrat des Verkehrsverbundes Oberelbe und Vizechef der CDU-Kreistagsfraktion.

Zeit für eine Veränderung

"Nach wie vor bereitet mir meine Arbeit jeden Tag Freude. Ich arbeite gern im Rathaus, mit meinen Mitarbeitern, vielen Ortsvorstehern und Stadträten gemeinsam für unsere Bürger", sagt Dreßler.

Dennoch habe er in den vergangenen Monaten, nach einer langen intensiven Wirkungsphase nun in der Mitte seines Berufslebens angekommen, abgewogen, ob es nach 17 Jahren Zeit für eine Veränderung sei. Bei diesen Überlegungen kam ihm im Dezember 2020 die Ausschreibung für die Stelle des Beigeordneten in Pirna in die Hände. Er bewarb sich.

Pirna, sagt Dreßler, habe sich mit dem Projekt "40.000 plus" und dem Industriepark Oberelbe (IPO) herausfordernde Ziele gesetzt. Die Stadt böte auf der einen Seite mit der Nähe zu Dresden und auf der anderen Seite zur Sächsischen Schweiz, mit Autobahn- und S-Bahn-Anbindung, der Elbe und dem historisch schönen und lebendigen Zentrum viele Entwicklungsmöglichkeiten.

"Mit Blick auf die Stadt und deren Ziele hat mich die Idee einer Bewerbung schnell begeistert", sagt Dreßler. Mit der Stadt, ihren Zielen, dem Geschäftsbereich und der Position des Beigeordneten könne er sich sehr gut identifizieren. "Sehr gern würde ich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, den Stadträten, den Mitarbeitern und vielen anderen engagierten Akteuren in Pirna den Weg dieser lebendigen Wachstumsstadt langfristig aktiv mitgestalten", sagt Dreßler.

Berufserfahren in der öffentlichen Verwaltung

Der zweite Kandidat, Steffen Caspar, ist studierter Jurist, der 48-Jährige hat bereits mehrere Posten in der öffentlichen Verwaltung bekleidet.

Er arbeitete unter anderem zunächst als Rechtsanwalt, danach im Rechtsamt des Jobcenters des Landkreises Mittelsachsen, war Hauptamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Lohmen/Wehlen in der Sächsischen Schweiz und Referatsleiter im Umweltamt des Pirnaer Landratsamtes.

Zum 1. Januar 2019 wählte ihn der Freitaler Stadtrat zum neuen Amtsleiter für Soziales, Schulen und Jugend im Freitaler Rathaus. Doch im Sommer 2021 scheidet er aus diesem Amt aus, Freital sucht schon einen Nachfolger für ihn.

Reizvolle Aufgabengebiete in Pirna

Pirna, sagt Caspar, habe sich nach den Einschnitten der Wendezeit zu einer sehr lebenswerten Stadt mit Raum für Wohnen, Arbeit und Kultur entwickelt. "So habe ich Pirna in den letzten Jahren kennenlernen dürfen, als Stadt mit Seele und Herz", sagt er.

Im Selbstverständnis als Kreisstadt, in der verkehrsgünstigen Lage mit der Nähe zu Dresden und den Flächenpotenzialen als Wettbewerbsvorteil bei der langfristigen stadtplanerischen Entwicklung sehe er Aufgabengebiete, die eine Tätigkeit für ihn sehr reizvoll machen. Daneben stehe die Entwicklung des lebendigen Stadtzentrums mit Handel, Gastronomie, Tourismus, Behörden und Kultur - vielleicht noch mit mehr Stadtgrün.

Bei der Aufgabe, die Ortsteile noch besser an die Stadt und das Umland anzubinden und sie als attraktive Standorte zu entwickeln, hätten die beteiligten Akteure schon hervorragende Arbeit geleistet. Darauf aufbauend stünden der alters- und familiengerechte Umbau, der Breitbandausbau und der Hochwasserschutz sowie neue und zu revitalisierende Gewerbeflächen nicht nur auf dem Sonnenstein, Copitz und in den linkselbischen Tälern als zukünftige Aufgaben im Fokus.

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"Mit diesem Blick in die Zukunft", sagt Caspar, "kann ich mir hier sehr gut meine neue Heimat vorstellen."

Der Pirnaer Stadtrat tagt am 13. April ab 18 Uhr im Kreistagssaal im Schloss Sonnenstein.

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