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Wahlkampf vor Kliniken in Pirna und Freital

Die Linke fordert 500 Euro mehr Grundgehalt in der Pflege und hat auch einen Vorschlag zur Finanzierung.

Unübersehbar warb die Linke für ihre Positionen vor Kliniken im Landkreis.
Unübersehbar warb die Linke für ihre Positionen vor Kliniken im Landkreis. © Steffen Unger

Kliniken und Pflegeeinrichtungen stehen derzeit mehr denn je im Blickpunkt. Sie haben schwer mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Das Personal leistet dabei aufopferungsvolle Arbeit.

Diese Leistung muss auch entsprechend entlohnt werden, fordert Die Linke. Öffentlich machte die Partei jetzt ihre Forderungen deutlich. Vor den Kliniken in Sebnitz, Pirna, Freital und Dippoldiswalde stellte sich unter anderem der Bundestagsabgeordnete André Hahn mit einem riesigen Banner vor die Tore und wollte über die Positionen der Partei informieren. "Deutschland braucht eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung", erklärt Hahn. Privatisierungen führten stattdessen zu Gewinndruck bei Pflege und Gesundheit, was auch die Beschäftigten spüren würden.

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„Gesundheit darf keine Ware sein. Oft steht jetzt der Profit im Mittelpunkt, nicht der Mensch" erklärt Ina Richter, Kreisgeschäftsführerin der Linken. Welche Folgen das hat, sehe man gerade am aktuellen Beispiel der Schließung der Gynäkologie im Sebnitzer Krankenhaus.

Auch vor dem Krankenhaus in Dippoldiswalde machte Die Linke auf ihre Gesundheitspolitik aufmerksam. Vorn Bundestagsabgeordneter und Direktkandidat André Hahn.
Auch vor dem Krankenhaus in Dippoldiswalde machte Die Linke auf ihre Gesundheitspolitik aufmerksam. Vorn Bundestagsabgeordneter und Direktkandidat André Hahn. © Egbert Kamprath

Tausende Pflegekräfte fehlen

Dass im Bereich der Pflege Tausende Beschäftigte fehlen, dafür macht Die Linke die Arbeitsbedingungen verantwortlich. Wegen schlechter Bezahlung und aus Erschöpfung würden sich viele von diesen Berufen abwenden. "Wir wollen endlich ordentliche Löhne im Gesundheitsbereich und mehr Pflegekräfte im Land“, erklärt Richter. Die Linke hat 100.000 fehlende Stellen für Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern ermittelt. Diesen Fehlbedarf zu decken, soll ein um 500 Euro erhöhtes Grundgehalt helfen.

Um das finanzieren zu können, soll das System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung abgeschafft und durch ein Versicherungssystem für alle ersetzt werden. Eine solche solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung würde zur Absenkung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung um rund ein Viertel führen, heißt es. Für alle, die weniger als etwa 6.250 Euro brutto pro Monat
verdienen, würde der Beitrag sinken.

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