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Wie vier Pirnaer für eine neue Dialog-Kultur kämpfen

Eine Privatinitiative will in der Stadt eine neue Diskussions-Reihe etablieren. Sie knüpft an alte Traditionen an und rückt etwas Besonderes in den Fokus.

Gesprächsrunden-Mitinitiatoren Maria Giesing (M.), hier bei einer Demo im Mai 2020 in Pirna: Unter dem Motto auf ihrem Schild steht auch die Auftakt-Debatte am 3. Oktober im Uniwerk.
Gesprächsrunden-Mitinitiatoren Maria Giesing (M.), hier bei einer Demo im Mai 2020 in Pirna: Unter dem Motto auf ihrem Schild steht auch die Auftakt-Debatte am 3. Oktober im Uniwerk. © Daniel Förster

Das Projekt stand schon im vergangenen Jahr in den Startlöchern, dann aber kam Corona und bremste alles aus, nun soll es im zweiten Anlauf gelingen.

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Vier engagierte Pirnaer wollen in der Stadt eine neue Reihe mit dem Titel „Pirna im Gespräch“ etablieren. Hinter der Initiative stehen Bärbel Falke, Maria Giesing, Christfried Wutzler und Frank Höppner. „Das Ganze ist eine überparteiliche Veranstaltung und basiert rein auf ganz privatem, persönlichem Engagement“, sagt Mitinitiatorin Bärbel Falke.

Den Auftakt bestreitet am 3. Oktober Professor Dr. Ulrich Wendt von der Hochschule Magdeburg mit dem Vortrag zum Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. In dem Referat geht es unter anderem um Menschenrechte, das Grundgesetz und gegenseitigen Respekt.

Es gibt ein großes Gesprächsbedürfnis

Die Idee zu dieser Reihe fußt im Wesentlichen auf zwei Punkten. Zum einen gab es früher in den 1990er-Jahren sogenannte Sonntagsvorlesungen in Pirna. „Wir fanden das toll, dass es für die Stadtgesellschaft ein solches kostenloses Bildungsangebot gab“, sagt Bärbel Falke.

Doch irgendwann hörten diese Vorlesungen auf, es gibt sie schon lange nicht mehr. Aber die Initiatoren der neuen Reihe wünschten sich ausdrücklich, dass sich die Menschen - erst recht nach dem langen und kontroversen Corona-Lockdown - wieder treffen und miteinander ins Gespräch kommen.

Der zweite Anlass waren die teils von gewalttätigen Ausschreitungen überschatteten Corona-Demonstrationen im Frühjahr 2020, worauf als Gegenentwurf die von der Stadt initiierten Gespräche auf dem Markt folgten.

„Dabei haben wir gemerkt, dass es in der Stadtgesellschaft durchaus ein großes Gesprächsbedürfnis zu verschiedensten Themen gibt“, sagt Bärbel Falke. Die neue Reihe soll aber nicht nur den Dialog fördern, sondern auch eine wichtige Eigenschaft wieder in den Fokus rücken: einander zuzuhören.

Musikalisches und Kulinarisches

Eine Veranstaltung der Reihe „Pirna im Gespräch“ besteht zunächst aus einem Vortrag, daran schließt sich eine Gesprächsrunde an. Dabei soll unter anderem darüber gesprochen werden, was das zuvor angeschnittene Thema konkret für die Stadtgesellschaft bedeutet.

Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, gibt es als Beiwerk stets etwas Musik sowie etwas zu essen. Zudem wird die Veranstaltung moderiert.

Zwei Veranstaltungen pro Jahr sind vorgesehen, eine im Frühjahr, eine im Herbst. Das nächste Gespräch ist für den 20. März 2022 geplant, dann wird das Thema „Presse- und Meinungsfreiheit“ sein. „Die ersten beiden Themen haben wir gesetzt“, sagt Bärbel Falke. Zu jedem Gespräch mache aber auch eine Box die Runde, in die die Gäste eigene Themenvorschläge oder Anregungen einwerfen können.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Die Reihe „Pirna im Gespräch“ wird über einen Mikroprojekte-Fonds finanziell gefördert, der Zuschüsse für Demokratie-Projekte bereitstellt.

„Pirna im Gespräch“, 3. Oktober 2021, 11 bis 13 Uhr, Uniwerk Pirna, Obere Burgstraße 6 (alte Feuerwache)

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