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Landkreis SOE: Regionalverkehr leidet weiter unter Einnahmeausfällen

Die Corona-Krise kann für das Unternehmen laut Wirtschaftsprüfer bestandsgefährdend werden. Da hilft nur Geld der Steuerzahler.

Der Regionalverkehr RVSOE verzeichnet wieder steigende Einnahmen.
Der Regionalverkehr RVSOE verzeichnet wieder steigende Einnahmen. © Norbert Millauer

Die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE) sind noch immer nicht überstanden. Das kreiseigene Unternehmen "sieht unverändert die in ihrer Gesamtwirkung noch nicht vollständig abschätzbaren Auswirkungen durch die Corona-Pandemie", heißt es im unabhängigen Prüfbericht des Jahreshaushaltes 2020. Der wurde jüngst dem Kreistag vorgelegt.

Unter Corona-Bedingungen so weiter zu wirtschaften wie bisher, sei zwar "möglicherweise bestandsgefährdend", aus Sicht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WSR Cintinus Audit GmbH aber "vertretbar". Der Regionalverkehr gehe davon aus, dass auch weiterhin die zur Aufrechterhaltung des ÖPNV erforderlichen Mittel durch die öffentliche Hand, also mit Geld der Steuerzahler, zur Verfügung gestellt werden. Ursache seien ja auch die staatlich angeordneten Kontaktbeschränkungen gewesen, die zu Fahrgeldausfällen geführt haben, die nun kompensiert werden müssten.

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Ticketverkauf bessert sich wieder

Die RVSOE GmbH beendete das Geschäftsjahr 2020 mit einem Minus von rund 750.000 Euro. Das Unternehmen ist laut Wirtschaftsprüfer ganz wesentlich auf die Betriebskostenzuschüsse vom Landkreis angewiesen. Die reinen Betriebskosten haben sich 2020 gegenüber dem Vorjahr zwar um gut eine halbe Million Euro auf rund 7.7 Millionen Euro verringert, weil Fahrten wegfielen und Spritpreise niedrig waren.

Die Ausfälle bei den Fahrscheineinnahmen waren aber wesentlich höher. Pandemiebedingt erhielt die RVSOE GmbH rund 2.3 Millionen Euro staatlicher Ausgleichsmaßnahmen.

Zwar nimmt der Verkehrsverbund mit Lockerung der Corona-Maßnahmen insgesamt wieder mehr Geld über den Ticketverkauf ein, das wird aber durch steigende Personal- und Materialkosten gleich wieder ausgegeben. Mehr noch: Letztere Kosten steigen laut Prüfbericht "relativ und absolut stärker" als die Einnahmen.

Das Gesamtvermögen des RVSOE hat sich 2020 um mehr als drei Millionen Euro verringert. Das entspricht etwa elf Prozent. Bei dem Unternehmen sind mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt.

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