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Reizgas-Attacke im Geibeltbad in Pirna

Rettungsdienste werden am Montag in das Pirnaer Bad gerufen: Angriff mit Reizgas. Es gibt mehrere Verletzte.

Ein Streit eskalierte am Montagnachmittag im Geibeltbad in Pirna. Es gab mehrere Verletzte.
Ein Streit eskalierte am Montagnachmittag im Geibeltbad in Pirna. Es gab mehrere Verletzte. © Daniel Förster

Im Umkleidebereich des Geibeltbades Pirna sind am Montag zwei Männer aneinander geraten. Die Situation eskalierte, als ein 41-Jähriger plötzlich zu Tränengas griff. Gegen ihn ermittelt nun die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Am späten Nachmittag, kurz nach 16 Uhr, hatten sich ein 41-jähriger Deutscher, der in Pirna gemeldet ist, und ein Dresdner (43, ebenfalls Deutscher), der mit einem Kumpel (38) und seiner Tochter (6) zum Baden nach Pirna gefahren war, zunächst ein verbales Wortgefecht gegeben. Die Auseinandersetzung hätte sich zu einem handfesten Streit entwickelt. Dabei hatte der 41-Jährige plötzlich Reizgas herausgeholt und auf den 43-Jährigen angesetzt und vornehmlich ins Gesicht gesprüht. Ihren eigenen Berichten zufolge wollten eine 62-jährige Badmitarbeiterin sowie der Bekannte des Dresdners einschreiten und zwischen den beiden Männern schlichten. Bei dem Reizgas-Angriff wurden vor allem die Badmitarbeiterin aber auch weitere Badegäste, die sich zum Zeitpunkt der Eskalation in den Kabinen umgezogen haben, getroffen. Sie klagten über tränende Augen, Atemprobleme und Hautreizungen.

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Mehrere Personen wurden vor Ort behandelt.
Mehrere Personen wurden vor Ort behandelt. © Daniel Förster

Vier Rettungswagen sowie ein Notarzt als auch der Organisatorische Leiter vom Rettungsdienst wurden zum Geibeltbad gerufen - zunächst wegen einem möglichen Massenanfall an Verletzten. Sanitäter vom DRK sowie von den Johannitern und der Notarzt betreuten und versorgten insgesamt sieben Personen: zwei Frauen – eine 37-Jährige aus Liebstadt und eine 57-Jährige aus Dresden – und fünf Männer, den 56 Jahre alten Badleiter, einen 81-Jährigen aus Dresden, sowie die beiden Streithähne. Während die meisten Betroffenen ambulant vor Ort behandelt wurden, brachte der Rettungsdienst die Badmitarbeiterin in die Klinik.

Nach dem Vorfall erließ der Badleiter zunächst einen Einlass-Stopp. „Wir haben gleich die Dachfenster aufgemacht, damit sich die Gase verflüchtigen.“ Die Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen zum Geibeltbad geeilt, lüftete die Räume und kontrollierte alles. Die auf dem Gerätewagen Gefahrgut mitgeführte Technik musste nicht eingesetzt werden.

Der mutmaßliche Angreifer bekam auf der Stelle Hausverbot. Er hat gegen die Hausordnung verstoßen, so der Badchef. Danach ist das Mitbringen von Tränengas im Geibeltbad verboten. Gegen ihn ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anwendung von Reizstoffen. Beamte stellten das CS-Spray, das der Beschuldigte in einem Papierkorb der Umkleiden zurückgelassen hatte, sicher. Was der Auslöser bzw. das Motiv des Streites war, blieb offen. Vor Ort hätten sich die beiden Männer gegenseitig beschuldigt. Bei den Ermittlungen dürften auch die Bilder einer Überwachungskamera hinzu gezogen werden. Ob Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten, wurde vor Ort nicht bekannt, ebenso ob es bereits im Bad zu Anfeindungen zwischen den beiden Männern kam. 

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