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Wann wird endlich der Rundling in Mockethal fertig?

So richtig flott geht es oben in dem Dorf nicht voran. Aber die Entwicklung weiter unterhalb des historischen Ensembles nimmt an Fahrt auf.

So sieht der Rundling in Mockethal aktuell aus. Die Sanierungsarbeiten sollten eigentlich schon seit sechs Monaten abgeschlossen sein.
So sieht der Rundling in Mockethal aktuell aus. Die Sanierungsarbeiten sollten eigentlich schon seit sechs Monaten abgeschlossen sein. © Daniel Schäfer

In Mockethal am Rundling sind nach wie vor die Bauarbeiter am Start. Das historische Ensemble wird auf Vordermann gebracht. Eigentlich sollte die aufwendige Sanierung des Dorfkerns bereits zum Jahresende 2020 abgeschlossen sein. Doch dieser Termin war nicht zu halten. "Zum einen hat der ungewöhnlich intensive Winter für einen Bauverzug gesorgt. Ebenfalls stellten fehlende Materiallieferungen und zu flach eingebaute Versorgungsleitungen die Bauarbeiten vor ungewöhnliche Probleme. Ein Termin zur Fertigstellung kann derzeit noch nicht benannt werden", sagt Pirnas Stadtsprecher Thomas Gockel auf Nachfrage von Sächsische.de.

Pflanzungen im Herbst

Immerhin: Der Teich ist fertiggestellt. Zudem setzten die Bauarbeiter rings um den Teich Sandsteinsäulen, dazwischen montieren sie ein neues Geländer. Bisher "zierte" ein stark verrostetes weißes Geländer das Gewässer, das an einigen Stellen brüchig war. Derzeit finden Arbeiten im Aufenthaltsbereich der zukünftigen Sitzgelegenheit statt. Der Straßenbau im westlichen Zufahrtsbereich steht noch aus. Später soll es Grün werden: Im Herbst folgen dann noch Pflanzungen.

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Wo sollen die Schwalben künftig zwitschern?

Nach wie vor beunruhigt viele Mockethaler allerdings ein Thema: Im Zuge der Sanierung wurden die Lichtmasten abgebaut. Das schafft ein Problem für die Vogelwelt, denn bisher war zwischen zwei Masten ein Drahtseil gespannt, auf dem sich die Schwalben im Sommer gerne niederließen. "Das Gezwitscher war sehr schön und gehörte einfach mit zu unserem Rundling, seit Generationen", berichtet ein älterer Anwohner. Jetzt gibt es keinen Schwalben-Treffpunkt mehr, was zahlreiche Anwohner bedauern. "Uns wurde gesagt, dass eine Alternative geschaffen wird. Wir hoffen, dass das keine leeren Worte sind", sagt der Mockethaler.

Im ehemaligen Gasthof "Grauer Storch" in Pirna-Mockethal ist ein Wohnheim für Senioren entstanden.
Im ehemaligen Gasthof "Grauer Storch" in Pirna-Mockethal ist ein Wohnheim für Senioren entstanden. © Daniel Schäfer

Nabu ist am Start

Ob es wirklich für die Schwalben eine Lösung geben wird? So richtig gut sieht es nicht aus. "Das Thema wurde in den vergangenen Monaten mehrfach intensiv mit Fachbehörden und Anwohnern besprochen. Experten sehen die bisherige Lösung kritisch, da sich andere Vögel in solch einem Draht verfangen könnten. Technisch ist eine solche Installation an der neuen Beleuchtung nicht möglich", sagt Gockel. Auch Nisthilfen seien in diesem Bereich untersucht worden, aber letztlich konnte dafür bisher kein passender Platz gefunden werden. Eine Antwort zu anderen Möglichkeiten stehe vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) noch aus, so der Stadtsprecher.

Finanzen liegen im Plan

Die Finanzen der Sanierung liegen im Rahmen. Die Sanierung des Mockethaler Rundlings kostet circa 600.000 Euro. Das Projekt wird zu 80 Prozent gefördert, die Mittel stammen aus dem Leader-Programm der EU "Vitale Dorfkerne und Ortszentren".

Wieder Leben im "Grauen Storch"

Etwas flotter scheint es unterhalb des Rundlings voranzugehen. Es ist Mockethals zweite große Baustelle. Der ehemalige Gasthof "Grauer Storch" wird zu einem Altenzentrum ausgebaut, er stand davor leer. Die ersten Bewohner ziehen bald ein. Die Gerüste sind bereits gefallen.

Entstanden sind altersgerechte und barrierearme Mietwohnungen mit einer Tagespflege und einem Therapiezentrum. 15 Wohnungen wurden in den oberen Stockwerken des Gasthausgebäudes eingebaut, 15 weitere in dem daran angrenzenden Saal. Die Quartiere haben eine Größe von 30 bis 70 Quadratmeter. Balkone sind nicht vorgesehen, aber der Hof wird zu einer grünen Freifläche mit Gemeinschaftsnutzung gestaltet, kündigt Igor Ratzenberger aus Dresden an. Er ist der künftige Betreiber des gesamten Objektes und vom Fach. In der Landeshauptstadt besitzt er unter anderem einen ambulanten Pflegedienst.

Der Umbau des "Grauen Storches" zu einem Seniorenzentrum ist nicht aus der Portokasse zu stemmen. Ratzenberger schätzt die Investitionskosten auf gut vier Millionen Euro.

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