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Sanierungsstau: Das sind Pirnas große Sorgenkinder

Mehrere Gebäude stehen teilweise leer und warten auf eine Erneuerung. Dem Stadtbild tun sie nicht gut. Auch Nachbarn klagen. Sächsische.de listet einige Fälle auf.

Das Gebäude an der Breiten Straße/Ecke Nicolaistraße weist starke Schäden am Dach auf. Eine Notsicherung wurde bereits angebracht.
Das Gebäude an der Breiten Straße/Ecke Nicolaistraße weist starke Schäden am Dach auf. Eine Notsicherung wurde bereits angebracht. © Daniel Schäfer

In Pirna hat sich viel entwickelt und die Stadt freut sich über Zuzug. Immer mehr Häuser werden saniert beziehungsweise neu gebaut. Doch nach wie vor gibt es Sorgenkinder. Nicht alle Gebäude in der Innenstadt sowie außerhalb von Pirna befinden sich in einem ansehnlichen Zustand, sondern müssten dringend saniert werden. Sächsische. de zählt fünf konkrete Beispiele auf.

Glashüttenstraße 7: Stadt organisiert Dachnotsicherung

Schlummert hier Dornröschen? Das Gebäude an der Glashüttenstraße hat eindeutig schon mal bessere Zeiten gesehen.
Schlummert hier Dornröschen? Das Gebäude an der Glashüttenstraße hat eindeutig schon mal bessere Zeiten gesehen. © Daniel Schäfer

Die Glashüttenstraße 7 steht nach Kenntnis der Stadt seit vielen Jahren leer. Das teilt Rathaussprecherin Jekaterina Nikitin auf Nachfrage von Sächsische.de mit. Hier war bereits Gefahr im Verzug. Vor zirka acht Jahren forderte die Stadt den Eigentümer schriftlich dazu auf, eine Sicherung vorzunehmen. "Der Eigentümer kam der Aufforderung nicht nach, daher erfolgte die Notsicherung des Daches durch die Stadt, die dem Eigentümer in Rechnung gestellt wurde", sagt Nikitin. Seit dem hat sich offensichtlich nicht viel getan an dem Gebäude, was auch die Passanten bedauern. "Dieser Urwald sieht doch nicht schön aus", sagt ein vorbeigehender Passant und geht weiter.

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Breite Straße: Nur noch Gewerbe im Erdgeschoss

Das Wohn- und Geschäftsgebäude Breite Straße / Ecke Nicolaistraße steht überwiegend leer. Lediglich im Erdgeschoss befinden sich ein Blumenladen, ein Döner-Imbiss sowie seit Kurzem ein türkisches Geschäft, das Lebensmittel anbietet. Das Erdgeschoss wurde letztmalig nach dem Hochwasser instandgesetzt, berichtet Nikitin. Die oberen Etagen stehen überwiegend leer, das Hinterhaus komplett. An der Straßenfront steht seit mehreren Jahren ein Schutzgerüst. Der Gebäudezustand sei insgesamt stark sanierungsbedürftig, so Nikitin. Sie betont, dass die Stadt mit dem Eigentümer bezüglich Sicherungsmaßnahmen laufend im Gespräch sei. Teilweise mit Erfolg: Der Eigentümer hat Dach und Fassade bereits sichern lassen.

Mehr als unzufrieden über diesen Zustand ist auch die Nachbarin Helga Franke, die das Haus 23 gleich nebenan besitzt. "Wir haben durch den Leerstand hier eine Taubenplage und Dachschindel sind auch schon mal heruntergefallen", erklärt die Pirnaerin. Von einem schönen Wohnumfeld möchte die Hausbesitzerin jedenfalls nicht reden.

Rottwerndorf: Gasthof gammelt vor sich hin

Früher wurde im Gasthof Rottwerndorf gerne getanzt und ein Bierchen gezischt. Das geht seit vielen Jahren nicht mehr.
Früher wurde im Gasthof Rottwerndorf gerne getanzt und ein Bierchen gezischt. Das geht seit vielen Jahren nicht mehr. © Daniel Schäfer

Ganz eindeutig hat der Gasthof in Rottwerndorf-Mitte schon mal glänzendere Tage gesehen. Jetzt gleicht das Gebäude einer Ruine, die immer mehr verfällt. Das bedauert auch Roland Ehrlich, der in Rottwerndorf zur Schule gegangen ist und unter anderem seine Jugendweihe in dem Gasthof gefeiert hat. "Wenn man reinkam, befand sich links die Gaststätte und auf der rechten Seite war das Café. Zum großen Tanzsaal musste man die Treppe nach oben gehen", erinnert sich der 68-Jährige. Besonders beliebt waren die Silvesterveranstaltungen aber auch die Tanzabende, zu denen extra Musiker-Gruppen nach Rottwerndorf angereist kamen. "Der Gastwirt zu DDR-Zeiten hatte wohl auch gute Beziehungen zu einem Reisebüro, jedenfalls standen immer viele Busse von außerhalb vor der Gaststätte", sagt Ehrlich. Sein Fazit: "Schade, dass das Gebäude in solchem Zustand ist."

Vermutlich wird das im Rathaus ähnlich gesehen. Der alte Gasthof in der Nähe des Schlosses Rottwerndorf steht nach Kenntnis der Stadt bereits seit vielen Jahren leer, informiert Jekaterina Niktin. Vor zirka drei Jahren erfolgte nach Aufforderung durch die Stadt Pirna eine Notsicherung durch den Eigentümer. Der Giebel wurde gesichert. Seitdem hat sich nichts mehr getan. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut.

An der Maxim-Gorki-Straße 28 bröckelt es

An diesem Gebäude an der Maxim-Gorki-Straße wurde die marode Rückseite teilweise gesichert.
An diesem Gebäude an der Maxim-Gorki-Straße wurde die marode Rückseite teilweise gesichert. © Daniel Schäfer

Nach Kenntnis der Stadt ist das Gebäude an der Maxim-Gorki-Straße 28 seit vielen Jahren überwiegend leerstehend. Letztes Jahr erfolgten nach Aufforderung durch die Stadt Pirna Sicherungsmaßnahmen am Gebäude. "Der Eigentümer ließ teilweise Rückbauten am Objekt vornehmen, es erfolgte außerdem eine Dach- und Außenwandsicherung", berichtet die Stadtsprecherin.

Lange Straße 19: Eigentümer sichert Außenwand

Auch dem Hinterhaus, Lange Straße 19, in der Innenstadt von Pirna würde eine umfassende Sanierung durchaus guttun. Das Objekt steht seit zirka zehn Jahren leer und verfällt. Die Stadt hat das Gebäude im Visier und forderte den Eigentümer auf, das Haus Not zu sanieren. "Daraufhin ließ der Eigentümer die Außenwand sichern", sagt die Sprecherin.

Fazit: Zahlreiche Gebäude in Pirna, meistens mit historischem Hintergrund, haben viel Potenzial in guter Lage, müssten saniert werden, verfallen aber leider. Die Stadt ist an diesen Problemhäusern dran, kann aber nur bei Gefahr im Verzug Auflagen machen, da sie selber nicht Eigentümerin ist. Wünschenswert wäre es, für Nachbarn, Anwohner aber auch das gesamte Stadtbild, wenn sich die Eigentümer ihrer Verantwortung bewusst werden.

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