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Schnee und Frost – es war nur der Auftakt

Der Verkehr kommt am Montag auf einigen Straßen im Landkreis zum Erliegen. Nun kommt noch mehr Schnee.

Nichts geht mehr auf der A 17 in Richtung Dresden. Weil die A 4 bei Dresden dicht ist, stauen sich am Montag die Autos zunächst bis zum Osterzgebirge zurück.
Nichts geht mehr auf der A 17 in Richtung Dresden. Weil die A 4 bei Dresden dicht ist, stauen sich am Montag die Autos zunächst bis zum Osterzgebirge zurück. © Marko Förster

Staus vor allem auf den Autobahnen, Verspätungen im Bus- und Bahnverkehr, ausgefallene Müllentsorgung auf der einen Seite und herrlich verschneite Landschaften mit idealen Wintersportbedingungen auf der anderen Seite. Mit aller Macht hat sich der Winter im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in der Nacht zum Montag und zum Start in die neue Woche zurückgemeldet.

Ein liegengebliebener Lkw blockiert die Straße im Hohwald.
Ein liegengebliebener Lkw blockiert die Straße im Hohwald. © Steffen Unger

So kam es auf wichtigen Verkehrsadern zum Stau. Betroffen war insbesondere die A 17 in Richtung Dresden, dort stauten sich die Autos zunächst bis Pirna, dann bis zum Osterzgebirge und am Abend sogar bis nach Tschechien zurück. Auf der A 4 im Bereich des Dreiecks Dresden-West und Richtung Görlitz, aber auch in der Gegenrichtung, ging zeitweise nichts mehr.

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Im Osterzgebirge geht bei solchem Wetter nichts ohne die Schneefräse. Die Winterdienstfahrzeuge sind in mehreren Schichten unterwegs.
Im Osterzgebirge geht bei solchem Wetter nichts ohne die Schneefräse. Die Winterdienstfahrzeuge sind in mehreren Schichten unterwegs. © Egbert Kamprath

Betroffen waren aber auch die B 170 am Possendorfer Berg und die B 173 in Herzogswalde. In Pirna wurde die Basteistraße wegen eines querliegenden Lkws gesperrt.

Stellte der Regionalverkehr SOE den Linienverkehr im oberen Osterzgebirge am Morgen ein, rollten bereits am Vormittag wieder auf allen Linien die Busse. Einschränkungen und Verzögerungen blieben aber nicht aus, auch nicht im Bahnverkehr. Verspätungen und Teilausfälle wurden von allen S-Bahnlinien rund um Dresden berichtet, auf der Müglitztalbahn kam es zumindest zu Verspätungen. Zwischen Pirna und Sebnitz wiederum wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Probleme im Nahverkehr hatten auch für die Schulen Auswirkungen. So fiel der Unterricht nach Angaben eines Reporters im Dippser Gymnasium komplett, in Altenberg teils aus. Wegen Corona haben derzeit nur die Abschlussklassen Präsenzunterricht.

Auf allen S-Bahnlinien – hier Pirna – kam es zu Verspätungen.
Auf allen S-Bahnlinien – hier Pirna – kam es zu Verspätungen. © Daniel Schäfer

Das Landratsamt in Pirna rechnet auch heute und in den nächsten Tagen mit Straßenglätte, erheblichen Verkehrseinschränkungen und Staus. Nach einer sehr frostigen Nacht zum Dienstag – für Altenberg wurden -22 Grad Celsius, für Sebnitz -18 Grad Celsius vorhergesagt – geht es die ganze Woche mit Frost und Schneefällen weiter. Tagsüber liegen die Temperaturen im Gebirge bei -16 Grad, im Flachland um -11 Grad. Autofahrern empfiehlt das Landratsamt dringend, in höheren Lagen Schneeketten anzulegen. Einschränkungen und Verspätungen im Nahverkehr soll es weiterhin geben.

Karina und Stefan Hettwer erlebten am Montag die schöne Seite des Winters bei Zinnwald, wo sie auf Skiern unterwegs waren.
Karina und Stefan Hettwer erlebten am Montag die schöne Seite des Winters bei Zinnwald, wo sie auf Skiern unterwegs waren. © Egbert Kamprath

Vielerorts kam auch die Müllentsorgung nicht weiter. Wie es vom Landratsamt hieß, sollen die ausgefallenen Touren zeitnah nachgeholt werden. Am Montag haben die Entsorger versucht, die größeren Wohngebiete in Freital anzufahren, am Dienstag ist Pirna dran. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal bat darum, Papier und Verpackungsabfälle zwischenzulagern, bis sich die Lage entspannt hat. Für Restabfälle, die jetzt nicht in die Tonnen passen, müssen ZAOE-Restabfallsäcke verwendet werden. Andere seien nicht zugelassen. Die Restabfallsäcke gibt es in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen und in den Wertstoffhöfen. Letztere bleiben allerdings bis Dienstag geschlossen.

Der Winterdienst hatte auch im Flachland wie in Freital gut zu tun.
Der Winterdienst hatte auch im Flachland wie in Freital gut zu tun. © Annett Heyse

Selbst im Flachland wie in Freital maß die Schneehöhe am Montagfrüh 24 Zentimeter, über den Tag legte sie noch ein bisschen zu. Hier war schnell das Problem: Wohin mit der weißen Pracht? Während die Schneepflüge sie von der Straße Richtung Fußweg schoben, waren auf den Bürgersteigen die Männer der verschiedenen Hausmeisterdienste zugange und schoben den Schnee zurück in Richtung Straßenrand. „Genau das sollte vermieden werden“, sagt Matthias Weigel, Sprecher der Stadt Freital dazu. Er erinnert an die Räum- und Streupflicht der Grundstückseigentümer. Gleichzeitig bittet er darum, den Schnee zwar an den Rand des Fußweges zu schieben, „aber bitte nicht auf die Straße.“ Im besten Fall bilde sich auf der Bordsteinkante eine Art Wall aus Schnee, der von der einen Seite vom Fußweg aus aufgeschoben wird und von der anderen Seiten von den Räumfahrzeugen. Diese seien am Sonntag bis etwa 23 Uhr unterwegs gewesen und am Montagfrüh schon wieder ab 3.30 Uhr. Auch die Fahrzeuge des Kreis-Winterdienstes sind in mehreren Schichten im Einsatz.

Sonst nur etwas fürs Gebirge: Ski fahren am Montag in Freital.
Sonst nur etwas fürs Gebirge: Ski fahren am Montag in Freital. © Annett Heyse

In Heidenau war der erste Bauhofmitarbeiter bereits um 4 Uhr im Einsatz und die Spätschicht ging bis 21 Uhr. Mit fünf Fahrzeugen wurden Busstrecken, Hauptverkehrsstraßen und Gefällestrecken beräumt. „Wunder kann man nicht erwarten, aber wir kämpfen“, sagte Bauhofleiter Uwe Maasberg. Der Pirnaer Winterdienst war mit sechs Fahrzeugen unterwegs. Auch dort konzentrierte man sich auf das Hauptstraßennetz. Die Schicht in Pirna endete 20 Uhr, seit gegen 3.30 Uhr sollten heute die Räumfahrzeuge wieder unterwegs sein.

Immerhin eine gute Nachricht: Das Elbe-Hochwasser ging am Montag zurück. Am Nachmittag wurde deshalb der Elbeparkplatz auf der Altstädter Seite wieder geöffnet, teilte das Rathaus mit. Die Zufahrt zur Pirnaer Altstadt über die Brückenstraße ist nun wieder möglich. (SZ)

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