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Schöner Wohnen in Zehista

Die Stallungen des früheren Rittergutes bei Pirna werden zu Reihenhäusern ausgebaut. Demnächst ziehen die ersten Eigentümer ein.

In die ehemaligen Stallungen des Rittergutes Zehista ziehen Familien ein.
In die ehemaligen Stallungen des Rittergutes Zehista ziehen Familien ein. © Daniel Schäfer

Seit gut einem Jahr ist es auf dem Areal des früheren Rittergutes in Pirna-Zehista etwas lauter als sonst. Die ehemaligen Stallungen werden zu insgesamt neun Reihenhäusern ausgebaut. Die Arbeiten liegen gut im Plan, sagt Peter Müller, der zuständige Architekt aus Dresden. Alle neun Einheiten sind bereits verkauft, die erste Wohnung wird in zwei Wochen von den Eigentümern bezogen. "Drei weitere Häuser werden bis Ende des Jahres fertiggestellt, die restlichen Gebäude folgen dann 2022", informiert Müller.

Blick auf den Schlosspark

Es entstehen hochwertigen Wohnobjekte. Jeder Besitzer bekommt ein eigenes Grundstück, das sich zum Park hin orientiert. Auch werden genügend Pkw-Stellplätze geschaffen, erklärt Müller. Die Wohnfläche beläuft sich zwischen 140 und 200 Quadratmeter pro Einheit. Auf dem Gebäudeensemble liegt Denkmalschutz.

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Balkone für das ehemalige Verwaltungsgebäude

Gleich neben dem alten Stall befindet sich das frühere Verwaltungsgebäude. Auch dieses denkmalgeschützte Haus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde jetzt saniert und für elf moderne Mietwohnungen umgebaut, berichtet der Architekt. Das Gebäude hat ein Privatinvestor aus Dresden erworben. Unter anderem wurden hier die Fenster erneuert und die Fassade gestrichen. Außerdem bauten Fachleute große Balkone an; die Wohnungen haben eine Größe von 50 bis 120 Quadratmeter. Wer an diesen Quartieren Interesse hat, kommt allerdings zu spät. "Sie sind bereits alle vermietet", erklärt Müller.

Früher war hier der Kindergarten

Früher waren in diesem großen kastenförmigen Gebäude unter anderem ein Kindergarten und Büros untergebracht. Das Außengelände wird in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege gestaltet und soll von der Gemeinschaft, aber auch als Privatgärten der Mieter genutzt werden. Einige tote Bäume wurden dafür bereits im vergangenen Jahr gefällt. Etwas weiter auf dem Grundstück, direkt an der Seidewitz, steht die Brauerei, deren Nordflügel schon saniert wurde. Hier wohnen fünf Mietparteien. Zwei weitere Quartiere mit einem eindrucksvollen Kreuzgratgewölbe werden momentan ausgebaut. In eine will Peter Müller, als Eigentümer der Brauerei, später selber mit seiner Familie einziehen.

Schlossturm mit neuer Haube

Auch Christian Wildmoser aus Bayern schlug noch mal zu und erwarb zusätzliche Flächen und Immobilien auf dem Areal. Er ist bereits der Besitzer vom Schloss Zehista, das er zu Mietwohnungen hat ausbauen lassen. Vor gut zwei Jahren kaufte er die Scheune, die ehemalige Kapelle sowie einen großen Teil des alten Schlossparks dazu. Nach Informationen von sächsische.de soll die Scheune, auf der Denkmalschutz liegt, für kulturelle Zwecke genutzt werden. Die ehemalige Kapelle nahe dem Schloss ist derzeit noch bewohnt, befindet sich aber in einem schlechten Zustand. Der Unternehmer hatte das Gebäude bereits 2010 erworben und sukzessive erneuern lassen. Insgesamt sind in dem Gebäude acht Mietwohnungen mit Größen zwischen 50 und 120 Quadratmetern entstanden. Spektakulär war die Aktion im Jahr 2019, als dem Schlossturm eine neue Haube aufgesetzt sowie eine neue Turmuhr eingesetzt wurde.

Christian Wildmoser ist Informatiker. Das Schloss Zehista hat er über Ebay gekauft. Warum? "Es geht doch darum, dass das Alte nicht verfällt, sondern für die Nachwelt erhalten wird", erklärt der Unternehmer. Wildmoser hat nicht nur ein Faible für das Alte, sondern auch Erfahrung: Vor mehreren Jahren baute er in München einen historischen Speicher zu Wohnungen aus.

Zur Geschichte des Rittergutes Schloss Zehista: Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Zehistaer Rittergut zum Schloss umgebaut. Für Zehista, südlich von Pirna gelegen, wurde erstmals 1458 ein Vorwerk und 1551 ein Rittergut erwähnt. Während der in diesem Krieg erfolgten Belagerung von Pirna beherbergte das Schloss 1639 zeitweise das Hauptquartier des schwedischen Feldmarschalls Johan Banér.

1651 gelangte es in den Besitz von Banérs ehemaligem Gegenspieler, dem Pirnaer Festungskommandanten Johann Siegmund von Liebenau.

1735 kaufte Johann Adolph von Brühl das Anwesen. In seine Zeit fällt auch die Errichtung der sehenswerten Hauskirche aus dem Jahr 1742.

Letzter Besitzer des Schlosses war die Adelsfamilie von Rex, die es von 1820 bis zur Enteignung im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone 1945 besaß.

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