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SOE: So wird jetzt Gottesdienst gefeiert

Trotz sinkender Inzidenzwerte müssen die Kirchgemeinden bestimmte Hygieneregeln einhalten. Es gibt aber einige Lockerungen.

In den Gottesdiensten, wie auch hier in der Marienkirche in Dohna, darf wieder gesungen werden.
In den Gottesdiensten, wie auch hier in der Marienkirche in Dohna, darf wieder gesungen werden. © Archivfoto: Marko Förster

Lockerungen, wo man hinschaut. Die sinkenden Inzidenzzahlen machen es möglich. So kann wieder geshoppt werden, ohne vorherigen Termin. Mathematik, Englisch und Französisch wird wieder im Klassenverband in der Schule gebüffelt. Betroffen sind auch die Kirchgemeinden, für die bei Gottesdiensten und Veranstaltungen Lockerungen gelten.

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Das bestätigt Matthias Oelke, stellvertretender Pressesprecher der Landeskirche Sachsen. "Das Kirchenchorwerk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens teilt angesichts der stark sinkenden Inzidenzwerte in den sächsischen Landkreisen mit, dass die kirchenmusikalische Arbeit in den Kurrenden, Kantoreien, Jugendchören, Blockflötenkreisen oder Posaunenchören wieder möglich ist", sagt er. Nach über sieben Monaten Corona-Zwangspause geschehe dies allerdings weiterhin unter Einhaltung von Hygienekonzepten der Kirchgemeinden. "Praktisch bedeutet dies, dass nicht nur das gemeinsame Singen und Musizieren in Chören und musikalischen Gruppen in Kirchgemeinden möglich sind, sondern auch die Teilnahme an Sing- und Instrumentalwochen des Kirchenchorwerkes und Bläserfreizeiten der Sächsischen Posaunenmission", führt Oelke aus.

Wandelabendmal in Pirna-Sonnenstein und Struppen

Auch die Kirchgemeinde Pirna-Sonnenstein-Struppen freut sich über die Lockerungen. "Wir feiern jetzt wieder normal Gottesdienst, das heißt wir dürfen unter anderem wieder gemeinsam singen", erklärt Pfarrer Andreas Günzel. Dennoch spricht er von einer "neuen" Normalität, denn im Gottesdienst gilt weiterhin Abstandswahrung, Maskenpflicht und das Eintragen in eine Anwesenheitsliste zur möglichen Kontaktverfolgung. Das Abendmahl wird als Wandelabendmahl gefeiert. Das heißt, die Gemeindemitglieder nehmen sich die Hostie und einen Einzelkelch. Auch verzichtet Pfarrer Andreas Günzel bei der Verabschiedung auf einen persönlichen Handschlag wegen der Ansteckungsgefahr. Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konfirmationsunterricht, ist ebenfalls wieder möglich. Auch hier unter Einhaltung der Hygieneregeln. "In Pirna haben wir die Konfirmationsgruppe halbiert, damit Abstände gewahrt werden können", so Günzel.

Heidenauer Kirche plant wieder Feiern mit vielen Gästen

Die Kirchgemeinde Heidenau-Dohna-Burkhardswalde hält sich bei der Gemeindearbeit strikt an den Orientierungsplan der Landeskirche, der auf den jeweils aktuellen Inzidenzzahlen des Landkreises basiert, betont Pfarrerin Erdmute Gustke. "In den Gemeinden Heidenau, Dohna, Burkhardswalde und Maxen haben wir in letzten Monaten die Kontakte auf sonst nicht übliche Weise gepflegt, um persönliche Begegnungen zu beschränken und gleichzeitig in Verbindung zu bleiben. Wir haben verkürzte Gottesdienste mit begrenzter Teilnehmerzahl, Kontakterfassung, reduziertem Gemeindegesang und Maske gefeiert, Christvesper und Ostergottesdienst auch aufgezeichnet", sagt die Theologin. Zoom-Meetings der Gremien beziehungsweise der Kinder und Jugendlichen waren eine Alternative, schriftliche Grüße oder Anrufe hätten alte Menschen erfreut, Besuche erfolgten auf Wunsch und teilweise mit vorherigem Test. "Der Verzicht auf vielfältige Kirchenmusik und Kinder- und Jugendtreffen, auf Abendmahl und Gemeindekreise war für viele sehr schmerzlich. Nachdem Vertrautes und Aufbauendes lange nicht stattfinden konnte, braucht es jetzt Zeit, um an Gelungenes anzuknüpfen, sich neu zu finden und zu schauen, was dran ist. Die niedrigen Zahlen stimmen zuversichtlich", ordnet Gustke ein.

Die Kirchgemeinde plant unter anderem folgende Lockerung: Bei der Feier des Abendmahls werden vorübergehend Einzelkelche genutzt. Aufgeschobene Taufen und Trauungen können wieder mit zahlreichen Gästen gefeiert. An Trauergottesdiensten können so viele Personen teilnehmen, wie der Raum laut Hygienekonzept ermöglicht. "Ganz wichtig: Kinder- und Jugendgruppen sowie Bibelkreis kommen unter vorgeschriebenen Bedingungen zusammen", sagt Gustke, die sich auch drüber freut, dass Chöre und Posaunenchöre wieder proben können. Ab wann die Andachten in den Seniorenheimen stattfinden können, entscheidet deren Leitung.

In der Christuskirche in Heidenau beginnen schrittweise Angebote, wie Kindertanzen, Linedance, Kindermusikkreis oder Zeichenkurs und ab Juli das Kontaktcafé der Diakonie. "Für den Besuch des ersten Konzertes von „Kultur in der Kirche“ am 10. Juli in der Christuskirche ist ein Testnachweis notwendig", erklärt die Pfarrerin.

Sebnitzer Pfarrer: Sehnsucht nach Gemeinschaft

Auch in der Kirchgemeinde Sebnitz-Hohnstein verspürt Pfarrer Lothar Gulbins, dass wieder Normalität in den Gottesdienst einkehrt. "Es ist ein großes Aufatmen. Ich rede jetzt nicht nur vom gemeinsamen Singen der Kirchenlieder, sondern auch von der Liturgie", sagt er. Außerdem begrüßt er, dass die Gottesdienste jetzt nicht mehr zwingend kurz sein müssen. "Das gibt Möglichkeiten einzelne Elemente, wie die Predigt oder die Lesung, stärker im Gottesdienst zu entfalten", so Gulbins. Ebenso wie sein Kollege in Struppen gibt auch Gulbins den Gemeindemitgliedern bei der Verabschiedung nach dem Gottesdienst nicht die Hand. "Aber ich stehe draußen, sodass immer Zeit für einen Plausch ist", sagt der Pfarrer. Überhaupt verspüre er die Sehnsucht nach Gemeinschaft. "Deshalb ist es auch schön, dass sich die Kinder- und Jugendgruppen wieder treffen und sehen können." Nicht nur die. Vor einigen Wochen lud die Kirche Sebnitz zu einem Gottesdienst explizit für Senioren ein. "Es sind wirklich erstaunlich viele Besucher, auch aus den Dörfern, gekommen. Die Menschen suchen die Gemeinschaft", folgert Gulbins.

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