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Spiel, Satz und Flutlicht

Der 1. Tennis-Club Pirna hat seine Anlage aufgerüstet, nun kann man auch abends spielen. Und es gibt eine große Vision für die Zukunft.

Vereins-Vize Bernhard Schipp (l.), Vereinschef Rainer Förster: "Unser Standard ist jetzt top."
Vereins-Vize Bernhard Schipp (l.), Vereinschef Rainer Förster: "Unser Standard ist jetzt top." © Norbert Millauer

Die Anlage des 1. Tennis-Clubs Pirna an der Rottwerndorfer Straße, gleich neben dem aktiv-Sportzentrum, hat es sogar schon bis Hollywood geschafft. Im Februar 2013 hatte sich überraschend ein Filmteam angekündigt, die Truppe drehte eine Sportszene für den deutsch-englischen Kinostreifen "The Grand Budapest Hotel". Dabei drosch auch US-Filmstar Jeff Goldblum einige gelbe Filzbälle übers Netz. "Unser Platz als Filmkulisse, das war schon was", sagt Vize-Vereinschef Bernhard Schipp, "und immerhin durften wir beim Dreh zuschauen."

Doch auch abseits vom Hollywood-Glanz ist die Geschichte des Tennis-Clubs eine erfolgreiche. Die Anlage an der Rottwerndorfer Straße entstand bereits in den 1980er-Jahren auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei. 1992 gründete sich der Verein, in zwei Jahren feiert er sein 30-jähriges Bestehen. 

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Mit viel Eigeninitiative hegen und pflegen die Mitglieder ihre Sportstätte. Es gibt dort vier Sandplätze, dazu einen Allwetterplatz mit Granulat-Boden, auf dem ausschließlich Kinder und Jugendliche trainieren. "Insgesamt ist hier alles sehr großzügig angelegt", sagt Vereinschef Rainer Förster.

Das Vereinshaus renovierten die Tennisspieler Schritt für Schritt, zuletzt wurde eine Markise mit Schatten spendenden Rollos angebaut. 

Es werde Licht

Allerdings gab es noch ein großes Manko: Bislang konnten die Spieler ihrem Sport nur frönen, solange es hell war. Auf der Anlage fehlte künstliches Licht. 

Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei. In diesem Jahr entstand eine komplett neue Flutlichtanlage. "Unser Standard ist jetzt top", sagt Förster. 

Die ursprünglichen Kosten lagen bei 35.000 Euro, durch Eigenleistung konnte die Summe auf 24.000 Euro reduziert werden. Die Vereinsmitglieder schaufelten Gräben und betonierten die Lichtmasten ein. Die Stadt Pirna schoss 12.000 Euro zu. Nun stehen sechs Masten mit insgesamt 16 Lampen, auf zwei Plätzen kann man jetzt bis 22 Uhr spielen. 

Am 19. und 20. September finden die Vereinsmeisterschaften statt, dabei wird auch die Flutlichtanlage ihre offizielle Premiere erleben. Die Spiele starten am 19. September ab 9 Uhr, die Finals dann am 20. September ab 9.30 Uhr. "Jeder, der mag, kann zuschauen", sagt Förster. Der Eintritt ist frei. Zu dieser Meisterschaft treten einerseits jene Aktiven an, die in den verschiedenen Mannschaften spielen, anderseits die Gruppe der Senioren. 

Nachwuchsarbeit ist immens wichtig

Generell ist der Verein breit aufgestellt. Der Tennis-Club sieht sich generell als Freizeitsportverein, fernab vom elitären Klischee des weißen Sports. 

154 Mitglieder zählt der Verein derzeit, davon 30 unter 15 Jahre. "Darauf sind wir mächtig stolz", sagt Förster. Auch bei den Senioren gibt es Zuwachs, es sind mittlerweile mehr als 30 Leute über 60 Jahre, der Älteste ist 82.

Der Verein legt großen Wert darauf, Nachwuchs zu rekrutieren und auszubilden. Jedes Jahr finden zwei Trainingscamps für Kinder und Jugendliche statt. In diesem Jahr waren es im ersten Durchgang 15, im zweiten Durchgang 17 Teilnehmer. Das Ganze läuft jeweils eine Woche, es ist offen für jedermann, keiner muss schon zwingend Tennis spielen können. Dass die Arbeit mit dem sportlichen Nachwuchs dem Verein sehr am Herzen liegt, zeigt sich auf finanziell: Kinder beispielsweise zahlen einen Jahresbeitrag von 30 Euro, bei anderen, größeren Vereinen ist das durchaus mehr. 

Darüber hinaus bietet der Verein auch Schnuppertraining an für jene, die einmal erkunden möchten, ob Tennis der richtige Sport für sie ist. 

Neue Idee, um die Plätze zu bewässern

Und für die Zukunft hat der Verein noch eine große Vision, vor allem will er seine Ökobilanz verbessern. Damit die Tennisplätze bespielbar sind, müssen sie jedes Mal bewässert werden. Bislang wird dafür Trinkwasser verwendet - und nicht gerade wenig. "Wir benötigen etwa 2.000 Kubikmeter in einem halben Jahr", sagt Vereins-Vize Schipp. 

Um das zu ändern, gibt es noch keinen konkreten Plan, aber eine Idee: Künftig soll das auf dem Vereinsgelände zusammenlaufende Regenwasser gesammelt und aufgefangen werden - um dann damit die Plätze zu bewässern. 

Weitere Infos zum Verein finden sich auf der Internetseite www.tc-pirna.de.

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