merken
PLUS Pirna

Bahratal-Berggießhübel: Weit mehr als Fußball

Der Sportverein fällt nicht nur durch seinen langen Vereinsnamen auf. Die Macher aus dem malerischen Gottleubatal wissen sich stets gut in Szene zu setzen.

Lars Baettge (l.) und Thomas Mathe sorgen für einen gut bespielbaren Rasen. Ideen für neue Events sind geschmiedet.
Lars Baettge (l.) und Thomas Mathe sorgen für einen gut bespielbaren Rasen. Ideen für neue Events sind geschmiedet. © Egbert Kamprath

Auch wenn fußballerisch die Männerelf den einstigen Bezirksliga- und Bezirksklasse-Zeiten hinterher trauert, auf den Sportanlagen in Berggießhübel und Markersbach tut sich einiges.

„Wenn wir schon im Fußball keine Meriten holen, so wollen wir trotzdem mit gut besuchten Events auf uns aufmerksam machen“, erklärt Thomas Mathe die Richtlinie des SC Einheit Bahratal-Berggießhübel. Der 40-Jährige gilt als der rastlose Vereinsmann. So manch coole Idee für eine Veranstaltung unter dem Namen des SC Einheit entsprang seinen Gedanken. Der Familienvater kümmert sich aber auch um die Facebook-Präsenz des Vereins, organisiert Sponsoren für Highlights und fährt auch mal mit dem Rasenmäher über den Markersbachers Sportplatz.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

So fand im September des vergangenen Jahres ein Benefizspiel zugunsten eines viel zu früh verstorbenen Vereinsmitgliedes gegen eine Ostdeutsche Traditionself statt. Ex-Dynamo Matthias „Atze“ Döschner trommelte dafür einstige Weggefährten wie Ulf Kirsten, Hartmut Schade, Hans-Jürgen Dörner oder Steffen Heidrich zusammen, 800 Zuschauer verfolgten dieses Match. Die Gäste siegten mit 3:1 – Gewinner dieser Partie waren an diesem Tag aber alle. „Es war ein tolles Fest. Die Gemeinde Bad Gottleuba, die ortsansässige Agrargenossenschaft, der Bauhof, die Handballer des SV Medizin, alle haben viel dazu getan, dass es solch ein Fußballfest wurde“, erinnert sich Mathe. Ebenfalls im vergangenen Jahr, praktisch zwischen den Corona-Lockdowns, stieg zum ersten Mal der Birken- sowie Birkinnen-Cup. „Auch das war ein richtig tolles Event. Sobald wir wieder auf dem Platz spielen dürfen, wird eine Neuauflage ausgerichtet“, verspricht Mathe.

Der Opa war 1936 Fackelläufer

Ein weiterer Termin, der allerdings nichts mit dem Fußball zu tun hat, steht schon dick angestrichen in Mathes Kalender. Am 31. Juli jährt sich zum 85. Mal der olympische Fackellauf. Er führte 1936 auf dem Weg nach Berlin durch die Region. Ein Gedenkstein unweit des Grenzübergangs Hellendorf erinnert an diesen Tag. „Es wird eine Feierstunde und eine Wanderung entlang der Laufstrecke geben. Mein Opa war übrigens 1936 Fackelläufer“, so Mathe. Gemeinsam mit Abteilungsleiter Lars Baettge schwebt ihm eine weitere Idee durch den Kopf: „Wir wollen versuchen, den Kreispokal der Männer in Turnierform zu Ende zu spielen.“

Baettge, der bei der Bundeswehr in Konstanz seine Brötchen verdient, ergänzt: „Das war zunächst sicher eine Schnapsidee. Auch wenn es letztlich keinen offiziellen Kreispokalsieger geben wird, eine feine Sache wäre es schon.“ Bahratal-Berggießhübel müsste dann gegen Pokalverteidiger 1. FC Pirna antreten. Vor einem Jahr war man gegen die Pirnaer ausgeschieden. „Trotzdem sind Pokalspiele stets ein Renner bei uns, da kommen Zuschauer im dreistelligen Bereich“, sagt Baettge. Er und Mathe, aber auch Nachwuchsleiter Sven Paeth, Fanshop-Macher Paul Heier oder Präsident Michael Illing fest auf die Fahne genäht: „Wir wollen einfach Spaß haben und Spaß vermitteln. Die Leute kommen gern zu uns, auch wenn wir momentan bei den Männern nur in der Kreisliga B spielen. Als einer der wenigen Vereine haben wir eine zweite Männermannschaft. Im Nachwuchs sind wir bis zur B-Jugend gut besetzt. Und unser Frauenteam wird auch in den Spielbetrieb eingreifen“, berichtet Baettge.

Zwar gehören die Zeiten, als ein Andrzej Kobylanski mit Bad Muskau zum Bezirksliga-Punktspiel in Markersbach auflief, der Vergangenheit an, aber die Zukunft des Fußballs sieht hoffnungsvoll aus. Der 19 Jahre junge Christian Fellmann wird in der kommenden Saison für die zweite Garnitur des VfL Pirna-Copitz auflaufen. „Ein sehr guter Spieler. Auch charakterlich ein feiner Typ. Er bleibt übrigens als Co-Trainer unserer B-Jugend erhalten“, sagt Baettge. Weitere Spieler werden aus der von Paeth gecoachten B-Jugend zu den Männern wechseln. Nicht umsonst erhielt man 2020 den Nachwuchsförderpreis der Ostsächsischen Sparkasse. Ein Martin Schmidt, mittlerweile beim 1. FC Pirna, lernte einst in Berggießhübel das fußballerische Einmaleins. Man wird sicher weiterhin viel von diesem rührigen Verein hören.

Mehr Nachrichten aus Pirna und Heidenau lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna