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Francesco Friedrich: Riverboat statt Bob

Zum dritten Mal ist der Pirnaer Weltrekordler am Freitagabend zu Gast in der Sendung. Vorher hat der Familienvater noch etwas anderes zu erledigen.

So sieht der Sieger aus, der auch im Fernsehen eine gute Figur macht: Francesco Friedrich.
So sieht der Sieger aus, der auch im Fernsehen eine gute Figur macht: Francesco Friedrich. © dpa

Schon vor der Bob-Weltmeisterschaft in Altenberg ahnten die Macher der MDR-Riverboat-Talkrunde, was die Pirnaer und Wintersportfreunde längst wissen: Francesco Friedrich ist was ganz Besonderes. Sie luden ihn für die Sendung am 19. Februar ein. Immerhin schon zum dritten Mal. Das erste Mal war vor drei Jahren nach Olympia. "Eine ganz angenehme Runde und eine Sendung mit relativ viel Zuschauern", sagt Francesco Friedrich. Es war also keine Frage, die Einladung anzunehmen.

Über 30-mal auf Corona getestet

Die Sendung wird von 18 bis 20 Uhr aufgezeichnet, zwei Stunden vorher müssen Friedrich und die anderen vor Ort in Leipzig sein, zwei Stunden später, ab 22 Uhr, wird die Runde im MDR ausgestrahlt. Weil seine Frau sie dann zum ersten Mal sieht, wird auch er gucken, vorausgesetzt, er ist schon wieder zu Hause. Die Sendung ist ein bisschen wie ein Bobrennen, nur dass es nicht um Zehntel- und Hundertstelsekunden und um Gold geht, sondern darum, etwas vom Bob fahrenden Menschen Francesco Friedrich zu erzählen. Im Schnitt steht jeder Gast 15 Minuten im Mittelpunkt.

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Drei, die auch schon auf dem Riverboat waren:

  • 2000: Der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh.
  • 2017: Die Neustädter Schoko-Sommeliere Sarah Gierig-Thomas.
  • 2020: Die Sebnitzer Blümlerin und Mitarbeiterin der Deutschen Kunstblume Viola Scheibe.

Vielleicht kommt das Gespräch auch auf die Straße, die die Stadt Pirna nach ihrem Goldjungen benennen will. "Das ist zwar nicht neu, wäre aber witzig gewesen, wenn es die Straße ist, auf der ich wohne", sagt Friedrich. Er kokettiert nicht damit, sondern meint es so, wie er es sagt. Diese Art ist es wohl, die ihn so sympathisch macht. Er ist cool und gelassen, man kann auch sagen einfach ausgeglichen und bodenständig. Mit den Jahren ist er auch in Sachen Medien lockerer geworden. Es haut ihn so schnell nichts um, sagt er. Weder positiv noch negativ. Wer mit bis zu 157 km/h einen Bob auf der Ideallinie durch das Kurvenlabyrinth eines Eiskanals steuert, der bleibt auch bei Gegen- und Seitenwind aufrecht.

Für den Sportler Friedrich ist nach der Saison immer schon wieder vor der Saison. Bald entscheidet sich, welche Bobs 2022 gefahren werden. Im April beginnt das Training für Olympia 2022. Vorher stehen einige sportliche Tests in Königssee und La Plagne an. Stichwort Test: Friedrich dürfte auch in Sachen Corona-Test zu den Weltmeistern im Kreis gehören. Etwa 30- bis 40-mal wurde er bisher getestet. Auch am Freitag vor der Riverboat-Sendung gehört das wieder zum Ritual.

Rekorde, Söhne und Büro

Francesco Friedrich wird in Pirna und darüber hinaus immer öfter erkannt. Das bringen Erfolge und Medienpräsenz so mit sich. Und nach der Sendung am Freitag wird es wahrscheinlich noch öfter vorkommen. Dann gibt es mal ein Schulterklopfen oder ein "herzlichen Glückwunsch". Das ist toll, sagt Friedrich. Und wenn ihn keiner erkennt, ist auch "alles okay".

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Francesco Friedrich ist bei seinem dritten Besuch in der Talkrunde als Jüngster ein alter Hase. Er hört interessiert zu und plaudert entspannt.

Dass er Pirna bekannt macht und viele hier und in der Region stolz auf ihn sind, das rührt auch ihn. Während alle Welt nach Altenberg nun über seinen zehnten und elften WM-Titel staunt, die ihn zum Rekordweltmeister machen, kümmert sich Familienvater Friedrich erst mal um seine beiden Söhne und ums Büro.

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