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Pirna holte einst Dynamos Rekordspieler

Fußball: Matthias Maucksch spielte zum Abschluss für die Copitzer. Als Coach unterschrieb er gleich dreimal in Fürstenwalde.

Matthias Maucksch bestritt 118 Bundesligaspiele für Dresden.
Matthias Maucksch bestritt 118 Bundesligaspiele für Dresden. © Robert Michael

Die Liste ist recht lang. Etliche Fußballer, die es in ihrer Laufbahn zum Teil bis in die höchsten deutschen Ligen schafften, ließen ihre Laufbahn beim VfL Pirna-Copitz ausklingen. Die ehemaligen DDR-Nationalspieler Matthias Döschner und Andreas Trautmann gehören ebenso dazu, wie der aktuelle VfL-Trainer Frank Paulus und Matthias Maucksch, der mit 118 Bundesligaspielen für Dynamo die meisten Erstligapartien für die Dresdner bestritt. Nach dem Zwangsabstieg 1995 spielte der heute 51-Jährige in Wolfsburg, beim VfB Leipzig, in Nürnberg, Cottbus, Laubegast und zum Abschluss seiner Laufbahn von 2004 bis 2006 beim VfL Pirna-Copitz. Als Coach kehrte er später zu Dynamo zurück. In Fürstenwalde/Spree unterschrieb er sogar dreimal einen Trainervertrag.

Matthias Maucksch (vorn) 2004 beim erfolgreichen Kopfballduell mit Silvio Bär. 2006 beendete er seine Laufbahn beim VfL Pirna.
Matthias Maucksch (vorn) 2004 beim erfolgreichen Kopfballduell mit Silvio Bär. 2006 beendete er seine Laufbahn beim VfL Pirna. © Steffen Unger

Mit 35 Jahren kam Maucksch zum VfL. Zuvor hatte er in Laubegast seine Laufbahn ausklingen lassen, „aber die Ostdresdner bekamen finanzielle Probleme“, erinnert sich Andreas Trautmann, bis 2011 Cheftrainer der Pirnaer. Der DDR-Fußballer des Jahres 1989 hatte mit „Maucke“ noch zusammengespielt. „Er brachte sich dann beim VfL ins Gespräch und wir haben zugegriffen“, so Trautmann. Maucksch spielte zwei Landesliga-Serien für die Copitzer, bestritt 45 Punktspiele und erzielte 15 Tore.

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Bereits mit sieben Jahren spielte Matthias Maucksch bei Dynamo Dresden, blieb bis 1995. „Für mich war es damals keine Option, vom Verein wegzugehen.“ Er wäre auch in Liga zwei geblieben, aber die drittklassige Regionalliga war dann keine Option, zumal der VfL Wolfsburg ihm ein Angebot machte. Später wechselte er zum VfB Leipzig, spielte in Nürnberg und gehörte im Jahr 2000 zur Überraschungsmannschaft von Energie Cottbus, die den Aufstieg in die Bundesliga schaffte – unter dem einstigen Dynamo-Coach Eduard Geyer. Bei ihm hatte er auch sein einziges Länderspiel bestritten: am 24. Januar 1990 in Kuwait beim 0:3 gegen Frankreich.

Trainer bei Dynamo Dresden

Nur ein Jahr nach dem Karriereende in Pirna-Copitz kehrte Maucksch als Trainer zu Dynamo zurück und übernahm die zweite Mannschaft. Mit der Reserve gewann er 2009 sensationell den Sachsenpokal, während die Profis schon in der ersten Runde ausgeschieden waren. Im Oktober 2009 wurde er Nachfolger des glücklosen Niederländers Ruud Kaiser als Chefcoach der Profis. Zum Aufstieg in die zweite Liga im Mai 2011 stand Maucksch zwar nicht mehr in der Verantwortung, hatte aber maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg. Die Mannschaft war gut trainiert und personell ordentlich aufgestellt.

Nach seinem (Trainer-)Aus in Dresden trainierte Maucksch die Sportfreunde Lotte, an seiner Seite wirkte Nico Däbritz, vom 1. Juli 2016 bis 2. März 2018 Trainer des VfL Pirna-Copitz. Das Gastspiel in Lotte war kurz, auch das beim BFC Dynamo. In Fürstenwalde dagegen wird man Maucksch bald ein Denkmal bauen. Bei Union saß er 2015/16 erstmals auf der Bank, führte die Mannschaft in die Regionalliga. Aus familiären Gründen verließ er Fürstenwalde, kehrte am 1. Januar 2017 zurück und führte Union zum Klassenerhalt. Seinen bis 30. Juni laufenden Vertrag verlängerte er nicht, unterschrieb aber ein Jahr später erneut einen Vertrag beim Regionalligisten.


Matthias Maucksch ist bei Talkrunden ein gerngesehener Gast.
Matthias Maucksch ist bei Talkrunden ein gerngesehener Gast. © Kristin Richter

Im Vorjahr führte er die Unioner zum größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Fürstenwalde gewann den Landespokal und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. Der Gegner war ausgerechnet Bundesligist VfL Wolfsburg, für den Maucksch zwischen 1995 und 1997 insgesamt 41 Zweitligapartien absolviert hatte. Getrübt wurde das „Abenteuer“ durch die Corona-Pandemie. Das Fürstenwalder Stadion an der Hangelsberger Chaussee wäre sicher aus allen Nähten geplatzt, aber Union musste auf einem Nebenplatz der Wolfsburger Volkswagen-Arena antreten. Zuschauer waren keine dabei, Fürstenwalde unterlag mit 1:4.Nun wartet Maucksch auf eine Entscheidung des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes. In der 4. Liga hat Union elf von insgesamt 38 Saisonpartien bestritten. Das letzte Punktspiel stand am 25. Oktober 2020 auf dem Plan.

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