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Pirna: Marathoni mit Radel-Rekord

Marc Rudloff hat beim Stadtradeln 2020 die meisten Kilometer zurückgelegt. Fürs Abstrampeln gab es erstmals einen ganz besonderen Preis.

Stadtradel-Sieger Marc Rudloff: Der Ehrgeiz war groß, auch die 2.000 Kilometer in Angriff zu nehmen.
Stadtradel-Sieger Marc Rudloff: Der Ehrgeiz war groß, auch die 2.000 Kilometer in Angriff zu nehmen. © Daniel Schäfer

In diesem Fall ist doch alles Gold, was glänzt. Die Stadt Pirna verlieh jetzt erstmals einen ganz speziellen Preis, einen Goldbarren, ein Gramm schwer, gestiftet von der Volksbank Pirna. Um aber das Edelmetall sein Eigen nennen zu können, musste man sich vorher gehörig abstrampeln.

Denn die wertvolle Prämie war bestimmt für den Sieger des Wettbewerbs "Stadtradeln 2020". Eigentlich sollte der Gewinner schon längst ausgezeichnet sein, doch Corona machte bislang der öffentlichen Ehrung einen Strich durch die Rechnung.

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Steppenzebras, Zebramangusten und Nandus ziehen ihren Nachwuchs ganz unterschiedlich auf.

Das wurde nun nachgeholt, und das Gold hat jetzt einen neuen Besitzer: Marc Rudloff aus Pirna, Jahrgang 1983.

Der Ehrgeiz ist geweckt

Der 38-Jährige erradelte beim Stadtradeln im vergangenen Jahr die meisten Kilometer aller Teilnehmenden - insgesamt 2.098 in 21 Tagen.

Über einen in Pirna ansässigen Fahrrad-Händler wurde Rudloff informiert, dass es im September 2020 wieder soweit sei, fleißig Fahrradkilometer zu sammeln. Er und sein per Muskelkraft betriebenes Zweirad sind schon lange eine gut funktionierende Einheit. Rudloff nutzt das Rad beispielsweise oft und gern für seinen Arbeitsweg, insgesamt 48 Kilometer. Und gemeinsam mit Freunden führen ihn viele Touren in die Umgebung zwischen Meißen und dem Elbsandsteingebirge.

Für das Stadtradeln blieb das Auto komplett stehen. "Weil ich die 1.000 Kilometer schon in der ersten Woche geschafft hatte, war der Ehrgeiz groß, auch die 2.000 Kilometer in Angriff zu nehmen, am Ende waren es 2.098 Kilometer", erzählt Rudloff.

Das Stadtradeln sei aus seiner Sicht eine tolle Motivation für viele. Er würde sich aber wünschen, wenn die Stadt noch mehr für die Sicherheit der Radfahrer und dafür tut, Unfallschwerpunkte zu entschärfen.

Auch per Pedes erfolgreich

Mit seiner Rekord-Marke bewies Rudloff, dass seine Beinkraft und Ausdauer ihn auch auf dem Rad ordentlich vorwärtstreiben. Zuvor war der Leichtathlet vom Leichtathletikverein Pirna (LSV) schon per Pedes mehrfach erfolgreich.

Beim Oberelbemarathon 2015 beispielsweise holte Rudloff in seiner Altersklasse die Goldmedaille und belegte im Gesamtklassement einen beachtlichen elften Platz.

2016 siegte er beim Halbmarathon in Bischofswerda, beim Müglitztallauf 2019 belegte er über 15 Kilometer in seiner Altersklasse Rang zwei.

Rekordmarke verpasst

Insgesamt erradelten die Pirnaer Stadtradler im zurückliegenden Jahr 181.184 Kilometer - eine stolze Leistung, die allerdings nicht ausreichte für einen neuen Rekord.

Eigentlich waren die Pedaleure angetreten, die Marke von 200.000 Kilometer zu knacken, an der sie schon einmal nah dran waren. So legten die Radler beim Stadtradeln 2019 insgesamt 189.000 Kilometer zurück.

Doch in Kürze gibt es eine neue Chance, sich der Rekordmarke zu nähern. Das diesjährige Stadtradeln findet vom 10. bis 30. September statt. Interessenten können sich ab sofort über die Internetseite www.stadtradeln.de anmelden. Login-Daten von Radlern, die auch schon im vergangenen Jahr am Start waren, können dabei problemlos weiter genutzt werden.

Auch die Plattform "RADar!" ist während des Aktionszeitraumes wieder freigeschaltet. Teilnehmer können über die App die Verwaltung auf störende und gefährliche Stellen im Radwegeverlauf aufmerksam machen und Verbesserungsvorschläge unterbreiten.

Fahrrad statt Auto

Beim bundesweiten Stadtradel-Wettbewerb, 2008 erstmal initiiert, geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Dabei ist es egal, ob man bereits jeden Tag fährt oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs war. Jeder Kilometer zählt - erst recht, wenn man die Strecke sonst üblicherweise mit dem Auto zurückgelegt hätte.

Marc Rudloff ist auch in diesem Jahr wieder mit dabei und hofft, dass sich noch viele Mitradler in Pirna finden. Vielleicht gelingt es ihm, erneut den Hauptpreis zu ergattern, dessen Erstausgabe er jetzt sehr in Ehren hält. "Der Goldschatz", sagt Rudloff, "ist eine schöne Erinnerung und wird einen würdigen Platz finden."

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