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Darum kommt es beim VfL Pirna zum Trainerwechsel

Frank Paulus und Enrico Mühle hören zum Saisonende auf. Der Klassenverbleib bleibt das Ziel – am Sonnabend beginnt diese Mission.

Von Jürgen Schwarz
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„Enorm kräftezehrend“ sei die Arbeit an der Seitenlinie während der Corona-Zeit gewesen, sagt Frank Paulus. Doch er blickt auch positiv auf seine lange Zeit in Copitz zurück – und will nun den „optimalen Schlusspunkt setzen“.
„Enorm kräftezehrend“ sei die Arbeit an der Seitenlinie während der Corona-Zeit gewesen, sagt Frank Paulus. Doch er blickt auch positiv auf seine lange Zeit in Copitz zurück – und will nun den „optimalen Schlusspunkt setzen“. © Archiv: Marko Förster

Pirna. Drei Tage vor dem Wiederbeginn der Fußball-Landesliga hat der VfL Pirna-Copitz für einen Paukenschlag gesorgt. Das Trainerduo Frank Paulus und Enrico Mühle hört zum Saisonende auf, erklärte der Klub am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Damit endet für den VfL eine Ära.

„Wir sind Frank Paulus und Enrico Mühle sehr dankbar für ihren großen Einsatz und ihre engagierte Trainerarbeit in all den Jahren“, sagte Stefan Bohne, 1. Vorsitzender des Vereins, in einem ersten Statement. „Mit der gemeinsam getroffenen Entscheidung haben wir die wichtige Planungssicherheit geschaffen, um sowohl unser kurzfristiges Saisonziel zu erreichen als auch die langfristige Weiterentwicklung unserer jungen Männermannschaft anstoßen zu können.“

Der VfL ohne Frank Paulus – eigentlich unvorstellbar. Vor zehn Jahren war der Ex-Profi, der von 1999 bis 2003 bei Dynamo Dresden unter Vertrag und mit Alemannia Aachen 2004 im DFB-Pokal-Endspiel stand, an die Elbe gekommen. „Beim VfL Pirna-Copitz habe ich nach meiner Zeit als Profi noch einmal wunderschöne Jahre erleben und zudem meine ersten Schritte als Trainer machen können“, so der 43-Jährige.

„Die Arbeit an der Seitenlinie erfüllt mich mit großer Freude, war in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aber auch enorm kräftezehrend. Wir werden nun alles daran setzen, den Klassenerhalt in der Landesliga zu schaffen und somit einen optimalen Schlusspunkt der gemeinsamen Reise zu setzen.“ Ob es für Frank Paulus beim VfL eine Zukunft gibt, „wird sich in den kommenden Wochen zeigen“, sagt der Coach. „Im Moment sieht es aber eher nach Abschied aus.“

Mehr Zeit für die Familie nach 26 Jahre als Trainer

Paulus und Enrico Mühle, der weiterhin als Platzwart in Pirna-Copitz tätig sein wird, bilden seit März 2018 beim VfL das Trainerduo. „Die gemeinsame Trainer-Zeit mit Paule war und ist eine wunderbare Geschichte. Insbesondere die Saison 2019/2020 mit Rang drei in der Landesliga und der damit besten Platzierung seit 16 Jahren wird unvergessen bleiben“, sagt Mühle. „Leider hatte anschließend die Coronavirus-Pandemie mit all ihren Einschränkungen im Sport unseren eingeschlagenen Weg gebremst. Ich war seit 1996 durchweg als Trainer aktiv und freue mich nun auf mehr Zeit für Familie und Enkelkinder.“

Am Sonnabend gastiert Motor Marienberg ab 15 Uhr zum Nachholspiel des 11. Spieltages im Willy-Tröger-Stadion. Lediglich zwei Testspiele gegen Eintracht Dobritz (2:1) und den 1. FC Pirna (3:0) Anfang März hatten die beiden VfL-Trainer zur Standortbestimmung, „aber zum Glück haben wir am Dienstagabend noch kurzfristig ein Trainingsspiel gegen den BSV Sebnitz hinbekommen“, so Paulus nach dem 7:0. Marienberg testete in der Vorbereitung fünfmal, unter anderem gegen Oberligist VFC Plauen (2:3).

Gespielt wird in der Landesliga erst einmal bis zum 21. Mai, dann ist die Hinrunde nach 19 Spieltagen beendet. Die zehn Erstplatzierten bilden anschließend eine Meisterrunde, die verbleibenden zehn Teams kämpfen gegen den Abstieg. Komplette Meister- und Abstiegsrunden mit nochmals neun Runden sind bis Ende Juni – dann endet die Saison offiziell – allerdings nicht machbar, da es keine Mittwochs-Spieltage geben wird. Der Sächsische Fußball-Verband will laut Volkmar Beier, dem Vorsitzenden des Spielausschusses, „soweit spielen, wie es geht“. Geplant ist, nur einen Teil der Play-offs/-downs zu bestreiten. „Denkbar sind vier Spieltage“, so Beier.

Auf Platz zehn der Landesliga, welche sicher vor der Abstiegsrunde bewahrt, rangiert aktuell Radebeul mit 15 Zählern. Pirna-Copitz steht bei gleicher Spielanzahl bei zehn Punkten. Zu vergeben sind bis zum Ende der Hinrunde noch 27 Zähler. „Wird die Hinrunde zu Ende gespielt, haben wir noch neun Partien vor der Brust. Sollten es weniger Punktspiele werden, kann es richtig eng werden“, sagt Pirnas John-Benedikt Henschel.