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„Positiver Trend wird leider gestoppt“

Stefan Pfeiffer, Kapitän des VfL Pirna, hält den Saisonabbruch für richtig. Mitgliederschwund bereitet ihm große Sorge, vor allem der im Nachwuchsbereich.

Stefan Pfeiffer bereitet der Mitgliederschwund einige Sorgen.
Stefan Pfeiffer bereitet der Mitgliederschwund einige Sorgen. © Marko Förster

Die kürzeste Saison der Vereinsgeschichte liegt hinter den Volleyballern des VfL Pirna-Copitz. Am 26. September und am 3. Oktober 2020 spielte das Team um Kapitän Stefan Pfeiffer (42) gegen Kaupa Neuwiese und den Dresdner SSV II (jeweils 3:0) sowie gegen den MSV Bautzen und Viktoria Räckelwitz (jeweils 3:2). Es folgte der Lockdown und schließlich der Abbruch der Saison.

Herr Pfeiffer, wie geht es Ihnen?

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Meine Familie und ich sind wohlauf. Wir haben uns mit den Einschränkungen durch den Lockdown arrangiert. Natürlich stellt das Homeschooling für jeden Haushalt eine besondere Herausforderung dar.

Sie sind Arzt, wie sehr hat sich Ihr Job in der Corona-Pandemie verändert?

In meinem Beruf muss ich schon immer regelmäßig einen Mundschutz tragen. Nun, mit dauerhaften FFP2-Masken oder bei meinem Einsatz auf der Corona-Station mit zusätzlicher Schutzkleidung, ist das Arbeiten schon anstrengender. Unter dieser „Abschirmung“ leidet aber vor allem der Patientenkontakt.

Ihre beiden Söhne, elf und 14, spielen Fußball in Graupa. Können Sie zu Hause den Wegfall des Trainings und der Spiele etwas kompensieren?

Von den Trainern des TSV gab es wie schon im ersten Lockdown Anleitungen zum Üben mit dem Ball und Pläne fürs Ausdauertraining. Da sich der Rest der Familie aber auch fit halten muss, werden die Kinder mit in unsere Work-outs einbezogen.

Wann waren Sie zum letzten Mal in einer Halle, haben Volleyball gespielt?

Nach den letzten Punktspielen war schon im Oktober Schluss mit Training. Erst jetzt mit den ersten Sonnenstrahlen habe ich mit meinen Söhnen mal kurz einen Beachvolleyball in den Händen gehabt.

Ihre Mannschaft lag auf Titelkurs. War der Saisonabbruch alternativlos?

Mit dem neuen Modus und den völlig unregelmäßig verteilten Spieltagen war kein sicherer Vergleich wie zum Ende der letzten Saison möglich. Bezüglich der Unsicherheit einer Wiederaufnahme sowie dem Konflikt einer Saison-Verlängerung mit den Beachvolleyball-Aktivitäten war der Abbruch eine sinnvolle und notwendige Entscheidung.

Es gibt keinen Meister, keine Absteiger. Wird die Sachsenklasse aufgestockt?

Der Plan des Verbandes ist, mit den gleichen Mannschaften im September einen Neustart anzugehen.

Wann soll die Saison 2021/22 beginnen?

Es gibt noch keinen Termin. Am 17. April soll mit der Tagung des Hauptausschusses ein erstes Treffen der Verantwortlichen des Verbandes stattfinden.

Sie spielen seit 25 Jahren beim VfL. Denken Sie über das Laufbahnende nach?

Wenn mein Körper mitspielt, will ich dem Volleyballsport privat und im Verein noch lange treu bleiben. Für den Punktspielbetrieb muss selbstverständlich die Leistung stimmen und gegebenenfalls kann ich auch als Ersatzspieler von der Bank meine Mannschaft unterstützen. Außerdem bietet der VfL als Alternative eine zweite Herrenmannschaft mit Spielbetrieb auf Kreisebene sowie den Freizeitvolleyball an.

Was halten Sie von der Initiative, die der VfL Pirna ins Leben gerufen hat?

Den Appell „solidarisch bleiben, gemeinsam handeln“ kann ich nur unterstützen. Analog zur Situation in der Wirtschaft müssen auch Lösungen für die Vereine gefunden werden. Neben dem nichtprofessionellen Spielbetrieb muss an die große Breite des organisierten Freizeitsports gedacht werden. Wenn Vereine mit ihren Trainern und größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern aus dem Alltag verschwinden, wird nicht nur dem Profisport die Basis entzogen, sondern es würde für die Bevölkerung eine der günstigsten Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung wegfallen.

Gibt es einen Mitgliederrückgang?

Ja, in der aktuellen Statistik des Verbandes ist ein Rückgang der Mitglieder um 6,4 Prozent zu verzeichnen. Besonders erschreckend ist der hohe Anteil von 14,1 Prozent bei Kindern bis 14 Jahre. Weiterhin sind seit dem letzten Jahr neun Vereine weniger beim SSVB registriert. Damit wird der zuletzt wieder positive Trend bei den Mitgliederzahlen leider gestoppt.

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