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Pirna

Sportlichster Landkreis Sachsens

Der Kreissportbund verkündet neue Rekordzahlen. In Rathen, Pirna und Hermsdorf sind die Einwohner besonders aktiv.

Eine starke Gemeinschaft bilden die Sportler beim VfL Pirna-Copitz.
Eine starke Gemeinschaft bilden die Sportler beim VfL Pirna-Copitz. © Marko Förster

Fast vier von zehn Einwohnern in Kurort Rathen sind Mitglied in einem Sportverein. Das ist der höchste Wert aller Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Danach folgen Pirna und Hermsdorf im Erzgebirge. Das Erfolgsrezept erklärt Peter Florian, der Vorsitzende des Sportvereins Kurort Rathen 52, so: Es sei nicht nur wichtig, ein Dienstleister zu sein, bei dem man günstig Sport treiben kann, sondern es kommt auch auf die Gemeinschaftsaktionen an. 

Die Ausstrahlung in die Gemeinde habe in den letzten Jahren zugenommen. So beteiligen sich der Verein und seine Mitglieder etwa am Ortsfest Märchenhaftes Rathen oder auch am Auftakt-Grillen im Mai. Auch vor der Sanierung des Turnhallenanbaus haben Vereinsmitglieder beim Abriss geholfen.

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Beim Austausch mit vielen Engagierten im Kurort wurden dann immer mehr Ideen geboren. Hatte der SV Kurort Rathen 52 vor sechs Jahren mit Tischtennis und Gymnastik lediglich zwei Abteilungen, sind jetzt noch Badminton, Linedance und Turnen für Kinder hinzugekommen. Das neueste Angebot ist Aqua-Fitness im Winter im Schwimmbad eines Hotels im Ort. "In der Folge stiegen damit auch die Mitgliederzahlen", sagt Florian. Der 50-Jährige ist froh, dass er viele Mitstreiter hat und nicht alles an wenigen Personen hängen bleibt.

Copitzer bilden große Gemeinschaft

Kurort Rathen war auch schon im Jahr zuvor die Kommune im Landkreis mit dem größten Organisationsgrad im Sport gewesen. 37,25 Prozent der 349 Einwohner sind Mitglied in den beiden vom Kreissportbund betreuten Rathener Sportvereinen. Das ist neben dem SV Kurort Rathen noch die Rathener Bogengilde.

Auf Platz zwei folgt Pirna in dieser Kategorie mit 11.067 Mitgliedern und einem Organisationsgrad von 28,8 Prozent. Mehr als jeder Vierte der rund 38.500 Einwohner ist damit in einem der 48 Sportvereine der Stadt aktiv. Der mitgliederstärkste Verein ist hierbei der VfL Pirna-Copitz. Fast 1.400 Sportlerinnen und Sportler sind in zehn Abteilungen aktiv, von Aerobic bis Winterschwimmen.

Soziales Zentrum in Hermsdorf

Die kleine Gemeinde Hermsdorf im Erzgebirge folgt auf Rang drei. Jeder vierte der knapp 1.000 Einwohner ist im Sportverein aktiv. "Der Sportverein Hermsdorf ist ein wichtiger Bestandteil im ländlichen Leben", erklärt Vereinsvorsitzender Reinhard Kleinert. Den jüngsten Schub gab es mit der Gründung einer Mountainbike-Gruppe, die besonders bei den Kindern und Jugendlichen gut ankam. "Man muss auf aktuelle Entwicklungen auch reagieren, wenn man als Verein attraktiv für Mitglieder bleiben will", sagt Kleinert.

Dabei guckt der SV Hermsdorf aber auf alle Generationen. Genauso froh ist man natürlich auch über Sportgruppen, die es schon seit Jahrzehnten gibt. 

Es sei auch nicht wichtig, ob es immer einen Wettkampf-Spielbetrieb wie bei den Männern der Fußball-Abteilung gibt. Der Verein ist auch ein soziales Zentrum im Ort, wo sich Einwohner über verschiedene Interessen hinweg miteinander austauschen und eine Gemeinschaft bilden, erklärt Kleinert. Er ist deshalb zuversichtlich, dass die positive Entwicklung im Verein anhält.

Verband bietet Unterstützung

Unterm Dach des Kreissportbunds Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (KSB) treiben mehr als 43.000 Menschen in über 300 Vereinen Sport. Das sind so viele wie noch nie. Der Organisationsgrad stieg zum Stichtag am 1. Januar 2020 auf einen neuen Rekordwert von 17,58 Prozent. Damit ist der hiesige Landkreis der sportlichste in ganz Sachsen. Lediglich in der Landeshauptstadt Dresden ist ein höherer Anteil der Einwohner in Sportvereinen organisiert, knapp 20 Prozent. Diesen Spitzenplatz hatte Dresden auch schon im Vorjahr inne.

Ziel des KSB ist es, dieses Niveau zu halten. "Das ist in der aktuellen Corona-Lage für viele Vereine nicht leicht", erklärt Stephan Klingbeil, Medienbeauftragter des KSB. Der Verband will dabei weiter für Unterstützung sorgen.

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