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Graupas Sternwarte hat ein dringendes Problem

In dem Gebäude gibt es keine Toilette. Das soll sich jetzt ändern. Die Betreiber haben noch weitere Pläne.

Gernot Heerde (l.) und Ralf Müller stehen vor der Sternwarte Graupa. Für die ehemalige Schulsternwarte gibt es Pläne.
Gernot Heerde (l.) und Ralf Müller stehen vor der Sternwarte Graupa. Für die ehemalige Schulsternwarte gibt es Pläne. © Archivbild: Daniel Schäfer

Normalerweise finden einmal im Monat Vorträge und Himmelsbeobachtungen in der Sternwarte Graupa statt. Doch in Corona-Zeiten bleibt die Tür verschlossen. "Mindestens noch bis zum 14. Februar", teilt Ralf Müller mit, der sich mit anderen Ehrenamtlichen vom Verein Pro Graupa um die Belange der Sternwarte kümmert und das Haus mit Leben füllt.

Zum Pullern in den Wald

Aber diese Zwangspause wird gut genutzt. Denn auf der Prioritätenliste der Sternwarte ganz oben steht die Lösung des Sanitärproblems vor Ort: Die Sternwarte hat keine Toiletten. In Nicht-Corona-Zeiten nutzen die Besucher folglich die WCs in der Turnhalle, die sich unweit befindet. "Dazu müssen sie im Dunkeln mit einer Taschenlampe los laufen, und leider findet nicht immer jeder den richtigen Weg, sondern nur den nächsten Baum. Das ist natürlich nicht gewollt", erklärt Gernot Heerde, Graupas Ortsvorsteher und Vorsitzender des Vereins Pro Graupa in Personalunion.

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Aber Wasser- und Abwasserleitungen liegen nicht an der Sternwarte an. Solche Kanäle müssten komplett neu verlegt werden. Das kostet. Beide Herren rechnen mit einer Investitionssumme von rund 30.000 Euro. Das ist für den Verein Pro Graupa nicht zu stemmen. Die Stadt Pirna soll mit ins Boot geholt werden. Deshalb hat Gernot Heerde Ende Januar ein Gesprächstermin mit Pirnas Bürgermeister Eckhard Lang. "Ohne Förderung läuft nichts", sagt der Ortschef aus Graupa.

Ende der 70er-Jahre wurde die Schulsternwarte in Graupa errichtet.
Ende der 70er-Jahre wurde die Schulsternwarte in Graupa errichtet. © privat

Geplant: Vortragszentrum

Allerdings haben die Betreiber der Sternwarte höhere Pläne, als nur die Lösung des Toiletten-Problems. Die große Vision von Ralf Müller und seinem Team ist, die Einrichtung zu einem modernen populärwissenschaftlichen Vortragszentrum auszubauen. Der jetzt noch recht karg anmutende Schulungsraum soll modernisiert werden und künftig Platz für 45 bis 50 Personen haben. In Richtung Norden soll ein Anbau als Foyer entstehen, wo auch Ausstellungen gezeigt werden könnten. "Das ist eine Aufgabe für die nächsten Jahre", sagt Müller, der die Gesamtsumme der Maßnahmen auf 300.000 Euro einschätzt.

Mehr Angebote für Schüler

Eine Aufwertung der Graupaer Sternwarte lohne aber in jedem Fall. Da sind sich beide Herren einig. Geplant ist nämlich eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Warte und den Schulen in der Region. "Das Fach Astronomie wird im Physikunterricht leider nur noch gestreift. Wir fühlen uns der einstigen Schulsternwarte verpflichtet und möchten künftig Lehrern und Schülern noch mehr Angebote machen, unter anderem Fachvorträge und Beobachtungen bei speziellen Himmelserscheinungen", erklärt Müller.

1977 bis 1979 wurde die Schulsternwarte Graupa mit Unterstützung von Eltern errichtet. 2015 übernahm der Verein Pro Graupa die Einrichtung.

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