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Steter Ärger mit den Wohnmobilen

Der Zustand des Elbeparkplatzes im Pirnaer Stadtteil Copitz ist nach wie vor eine Katastrophe. Stadträte fordern jetzt erneut Konsequenzen.

Wohnmobile auf dem Elbeparkplatz Pirna-Copitz: Eine saubere Lösung muss her.
Wohnmobile auf dem Elbeparkplatz Pirna-Copitz: Eine saubere Lösung muss her. © Marko Förster

Es blieb bislang beim Versuch. Anfang Juni ließ die Stadt auf dem Elbeparkplatz im Pirnaer Stadtteil Copitz zwei größere Mülltonnen aufstellen, auf Probe, um der Abfallflut Herr zu werden. Doch der Erfolg war eher mäßig.

Kaum waren die Tonnen entleert, waren sie zwei Tage später wieder übervoll. Einige drapierten den Unrat sogar neben den Behältern, beispielsweise Sperrmüll oder leere Farbeimer. Diesen Missbrauch duldete die Stadt nicht lange. Ende August zog sie die Tonnen wieder ab. 

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Zwar stammte nicht aller in und neben den Tonnen abgelegte Müll von jenen Reisenden, die mit ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz halt machen. Gleichwohl bleiben sie hauptsächlich der Stein des Anstoßes für die vielen Probleme, die dem Areal anhaften. 

Notdurft auf der Elbwiese

"Nach wie vor ist der Caravan-Stellplatz für Anwohner und Touristen eine Katastrophe", sagt Stadtrat Ralf Böhmer, Fraktionschef der Freien Wähler. Grund zum Ärger gibt es mehrfach. Regelmäßig findet sich Müll auf dem Gelände. Mangels Toiletten verrichten viele ihr Geschäft an der langen Sandsteinmauer neben dem Parkplatz oder auf den Elbwiesen bis hin zur Stadtbrücke. "Dieser Zustand ist längst nicht mehr zu dulden", sagt Böhmer. Pirna müsse endlich eine ordnungsgemäße, saubere Lösung angehen. Schilder allein reichten nicht aus. 

Die Forderung ist nicht neu, schon Ende 2019 wandte sich Böhmer mit diesem Anliegen an die Stadt, das er nun im Stadtentwicklungsausschuss erneuerte. Er hält es für denkbar, eine Schranke am Parkplatz zu errichten, um künftig Parkgebühren zu kassieren, auch nachts. Ebenso könnte eine Strom- und Wasserversorgung installiert werden, die ebenfalls gebührenpflichtig sind. Dringend nötig sei es aus seiner Sicht auch, mobile Toilettenhäuschen aufzustellen, die über die eingenommenen Gebühren finanziert werden. 

Parkgebühren auch nachts?

Die Stadt tut sich allerdings schwer damit, all diese Forderungen umzusetzen. Nach Aussage des Rathauses sei der Copitzer Elbeparkplatz ein öffentlicher Parkplatz und dementsprechend ausgeschildert. Auf dem Areal gibt es zurzeit 29 Pkw- und zwölf Caravan-Stellplätze. 

Parkgebühren könnten allenfalls in dem Rahmen verlangt werden, wie es die städtische Parkgebührenverordnung zulasse. Insoweit sei zu berücksichtigen, dass die Gebühren derzeit nur von 9 bis 18 Uhr erhoben werden können. Sollen Parker auch nachts zahlen, müsste diese Verordnung geändert werden.  Allerdings könne nicht abgeschätzt werden, ob sich die Camper dann nachts tatsächlich auf einen gebührenpflichtigen Stellplatz stellen, während die restlichen Stellflächen in der Stadt in dieser Zeit kostenfrei sind. 

Auch sei ein weiterer Ausbau des Parkplatzes seitens der Stadt weder vorgesehen noch ohne Weiteres realisierbar. Da es sich auch bauordnungsrechtlich um einen Parkplatz handle, könnten weitere touristische Zusatzangebote nicht eingerichtet werden, ohne die aktuell gültige Baugenehmigung  zu ändern. Ob aber diese Nutzung geändert werden kann, sei fraglich, weil der Parkplatz im Überschwemmungsgebiet liege und zudem an ein Naturschutzgebiet grenze. 

Über 20 Knöllchen

Für Unmut sorgt darüber hinaus der Umstand, dass viele Camper länger als die eine erlaubte Nacht auf dem Elbeparkplatz bleiben. 

Böhmer wollte daher von der Stadt wissen, welche Sanktionen das Ordnungsamt bereits gegen jene Camper erlassen hat, die den Aufenthaltszeitraum überschritten. 

Nach Aussage der Rathauses werde der Elbeparkplatz in Copitz mehrmals wöchentlich, in der Hauptsaison auch täglich kontrolliert. Seit Mai dieses Jahres habe das Ordnungsamt über 20 Knöllchen verteilt. Zudem seien rund 50 Parker mündlich über die Parkordnung belehrt worden. 

Kein Platz für Camper

Stadtrat Walter Matzke (Pirnaer Bürgerinitiativen) hat unterdessen einen ganz anderen Vorschlag parat. Er beantragte in der vergangenen Stadtratssitzung, den Elbeparkplatz gemäß der aus seiner Sicht gültigen Baugenehmigung für das Areal wieder herzustellen - mit 64 Pkw- und vier Busstellplätzen.

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