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Tadel für Pirnas neuen Kreisel

Zur Freude vieler ist der Kreisverkehr Rottwerndorfer/Zehistaer Straße fertig. Doch es gibt auch Kritik - an einer Zufahrt und einer neuen Regelung.

Neuer Kreisverkehr in Pirna: Wichtiger Baustein auf der Achse in Richtung Innenstadt.
Neuer Kreisverkehr in Pirna: Wichtiger Baustein auf der Achse in Richtung Innenstadt. © Daniel Förster

Vor Kurzem verschwand ein Nadelöhr aus dem Pirnaer Straßennetz. Die Stadt gab Anfang Dezember den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Rottwerndorfer Straße/Zehistaer Straße frei, seither rollt der Verkehr an dieser Stelle wieder flüssig.

Mit dem Umbau verschwand ein bis dato unübersichtlicher und gefährlicher Knotenpunkt - zur Freude vieler Pirnaer, die den Kreisel loben. Auch aus Sicht des Pirnaer Andreas Drechsel sei der Kreisverkehr optisch sehr gut gelungen, zudem gebe es jetzt einen gut begehbaren Fußweg.

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Ein Punkt stört ihn allerdings gewaltig. Drechsel hat eine aus seiner Sicht mächtige Schwachstelle ausgemacht, die gleich neben dem Kreisverkehr liegt. Es geht um die Einfahrt zur Mühlenstraße.

Ist die Einfahrt zur Mühlenstraße zu schmal?

Diese Einmündung war im Zuge der Bauarbeiten mit umgestaltet worden. Früher stieß die Mühlenstraße in einem spitzen Winkel auf die Rottwerndorfer Straße, was es zuweilen schwierig machte, in die Straße einzubiegen oder aus dieser herauszufahren.

Nun stößt die Mühlenstraße in einem rechten Winkel auf die Rottwerndorfer Straße, was Drechsel allerdings missfällt. "Wer hat nur diese Zufahrt geplant?", fragt er. Diese Einmündung in einem rechten Winkel auszubilden, sei ein Unding. Zudem sei die Einfahrt viel zu schmal. Dass dort Autos aneinander vorbeifahren können, sei nur schwer möglich. Vor allem große Autos, beispielsweise Müllfahrzeuge, hätten dort Probleme. "Warum ging das nicht einen Meter breiter?", fragt der Pirnaer.

Nach Aussage der Stadt handle es sich bei der Mühlenstraße um eine Anliegerstraße, die sich der angrenzenden Staatsstraße unterordnen müsse. An diesem Knotenpunkt habe es in der Vergangenheit diverse Unfälle gegeben. Die ursprüngliche Markierung sei regelmäßig von Fahrzeugen überfahren und ignoriert worden. Nun sei dieser Bereich neu gestaltet und sicherer gemacht worden.

Die rechtwinklige Anordnung habe man gewählt, weil damit nun der notwendige Abstand zum Kreisverkehr für einen eventuell entstehenden Rückstau und eine bessere Übersicht gewährleistet sei.

Laut des Rathauses ist die Mühlenstraße jetzt 6,50 Meter breit. Damit entspreche sie den Grundsätzen für ein sogenanntes Bemessungsfahrzeug mit drei Achsen, was die Größe eines Müllautos mit einschließt. Bei der vorgesehenen zulässigen Richtgeschwindigkeit bestehe auch keine Gefahr für den Begegnungsverkehr von zwei Pkws.

Einmündung Rottwerndorfer Straße/Mühlenstraße: Wer hat nur diese Zufahrt geplant?
Einmündung Rottwerndorfer Straße/Mühlenstraße: Wer hat nur diese Zufahrt geplant? © Thomas Möckel

Linksabbieger müssen eine Kreisel-Runde drehen

Darüber hinaus hat eine weitere Regelung einige Pirnaer irritiert. Bei der Freigabe des Kreisels hatte die Stadt mitgeteilt, dass Kraftfahrer nun nicht mehr von der Seminarstraße aus nach links auf die Rottwerndorfer Straße abbiegen können. Aus Sicht der Pirnaer galt diese Regelung allerdings auch früher schon.

Und in der Tat: Linksabbiegen aus der Seminarstraße auf die Rottwerndorfer Straße war auch schon mit der ehemaligen Verkehrsführung verboten. Nach Aussage der Stadt habe dies jedoch Kraftfahrer nicht davon abgehalten, es dennoch zu tun. Die umgebaute Einmündung verdeutlicht das Verbot jetzt zusätzlich.

Kraftfahrer können von der Seminarstraße aus lediglich nach rechts abbiegen. Wer weiter in stadtauswärtige Richtung will, muss zunächst ein Runde im Kreisel drehen, um dann von dort aus auf die Rottwerndorfer Straße in Richtung Rottwerndorf und Neundorf abzubiegen.

Kleiner Umweg zur Seminarstraße

Noch ein weiteres Problem beschäftigt die Pirnaer. Wer früher auf der Rottwerndorfer Straße stadtauswärts war, konnte nach links in die Seminarstraße abbiegen, es gab extra eine Linksabbiegerspur. Diese ist nun entfallen, weil aufgrund des neuen Kreisels der Platz dafür fehlt.

Der Abstand vom Kreisverkehr bis zur Einmündung Seminarstraße ist zu kurz, gäbe es dort weiterhin eine Linksabbiegerspur, würden sich die Linksabbieger im Zweifel bis in den Kreisel zurückstauen.

Wer nun beispielsweise von der Zehistaer Straße kommt und weiter zur Seminarstraße will, muss einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Die Route führt zunächst in den Kreisverkehr, dann über Rottwerndorfer Straße und Clara-Zetkin-Straße stadteinwärts und dann nach rechts über die Geschwister-Scholl-Straße zur Seminarstraße.

Der Kreisel ist wichtig für die Südumfahrung

Bei der Errichtung des Kreisels ging es zum einen darum, den bislang unübersichtlichen und gefährlichen Knotenpunkt in Dreiecksform zu entschärfen sowie die angrenzenden Straßenteilstücke zu sanieren.

Zum anderen war der Kreisel das bislang letzte noch fehlende Puzzleteil auf der Achse Zehistaer Straße/Rottwerndorfer Straße in Richtung Innenstadt, um den Verkehrsfluss zu verbessern.

Wenn 2023 die neue Pirnaer Südumfahrung fertig ist, wird einer Prognose zufolge ein Großteil des Verkehrs die Ortsumgehung an der Abfahrt Zehistaer Straße verlassen und weiter in Richtung Zentrum fahren. Über die kombinierten Kreisel Zehistaer Straße/Einsteinstraße sowie Rottwerndorfer Straße/Zehistaer Straße soll der Verkehr weitgehend störungs- und staufrei rollen.

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