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SOE: Teuer erkauftes Bildungsticket

Kinder und Jugendliche im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge können sich ab 1. August auf ein neues Angebot freuen. Es wird reißender Absatz erwartet.

Für Schüler wird der ÖPNV bald noch günstiger.
Für Schüler wird der ÖPNV bald noch günstiger. © Daniel Schäfer

Der Kreistag tat sich am Ende zwar leicht mit der Entscheidung, dem neu in Sachsen geschaffenen Bildungsticket auch im Landkreis eine Chance zu geben. Dennoch gab es einige Kritik am Zustandekommen des Beschlusses.

Ab 1. August soll in Sachsen ein Bildungsticket eingeführt werden. Es ist ein 15-Euro-Monatsabo, das ganzjährig gilt und die Nutzung aller ÖPNV-Angebote in einem Verbundgebiet ermöglichen soll. Das ist günstiger als bisherige Angebote. Nutzen können es Schüler der allgemeinbildenden Schulen wie auch Schüler an berufsbildenden Schulen, die keine duale Ausbildung absolvieren.

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Damit das Ticket wie geplant ab dem nächsten Schuljahr starten kann, wurde lange um die Finanzierung gerungen. Vor allem die SPD unter Martin Dulig hatte sich im Vorfeld für das neue Ticket-Angebot starkgemacht. Schließlich entschieden die Landtagsfraktionen von CDU, Grünen und SPD, die jedes Jahr dafür benötigten Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro in den Landeshaushalt aufzunehmen. Endgültig abgestimmt wird über den Haushalt diese Woche im Landtag.

Für Jugendliche ein tolles Ergebnis

Vor der Einführung des Bildungstickets war aber noch die Zustimmung der Landkreise erforderlich, die die jeweiligen Verkehrsverbünde tragen. So hat der Kreistag bereits die Satzung zur Schülerbeförderung erneuert und den Eigenanteil der Eltern für ermäßigte Abo-Monatskarten für Schüler auf 15 Euro im Monat reduziert. Alle anderen können das Bildungsticket direkt bei den Verkehrsunternehmen beantragen und zahlen ebenfalls monatlich 15 Euro, teilt das Landratsamt mit.

Weil das Mindereinnahmen bei den Verkehrsbetrieben zur Folge hat, stellt der Freistaat per Gesetz für das Jahr 2021 knapp 21 Millionen Euro und ab 2022 weitere 50 Millionen Euro zur Verfügung.

"Das ist teuer erkauft", sagte Jörg Mildner (CDU), Kreisrat und Bürgermeister von Lohmen, jüngst im Kreistag. Aus seiner Sicht hätte der Freistaat mit dem Geld auch andere politische Akzente setzen können, etwa beim Ausbau des schnellen Internets oder für den Straßenbau. Seine Fraktion hat dennoch zugestimmt, "weil es für die Jugendlichen ein tolles Ergebnis ist".

Lehrlinge zahlen mehr als Schüler

Aus Sicht der Linken im Kreistag war die Einführung "überfällig". AfD-Kreisrat André Barth zweifelt jedoch, dass das Wahlversprechen der SPD auch über die jetzt finanzierten zwei Jahre Bestand haben wird.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Wätzig ist vom Erfolg des Tickets überzeugt. In ersten Prognosen wird davon ausgegangen, dass etwa 50 Prozent der Anspruchsberechtigten ein solches Ticket kaufen würden. "Wir freuen uns schon auf den Verkaufsstart", sagte Wätzig.

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Für Lehrlinge gibt es bereits das Azubi-Ticket Sachsen. Das Monats-Abo kostet 48 Euro. Damit können die Jugendlichen rund um die Uhr im gesamten Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) unbegrenzt Zug, Bus und Bahn fahren. Jeder weitere Verbund in Sachsen kostet nur jeweils fünf Euro zusätzlich, teilt der VVO mit.

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