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THW Pirna: Knochenjob an der Grenze

Die Einsatzkräfte helfen im Kreis Görlitz erneut beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest - diesmal unter erschwerten Bedingungen.

Aufgebaut: Ein neuer Maschendrahtzaun als Bollwerk gegen Wildschweine.
Aufgebaut: Ein neuer Maschendrahtzaun als Bollwerk gegen Wildschweine. © THW/Susan Schmidt

Für die Einsatzkräfte des Ortsverbandes Pirna des Technischen Hilfswerks (THW) galt es bereits Ende vergangenen Jahres, einen Kraftakt zu meistern. Gemeinsam mit vielen anderen Helfern errichteten sie im Kreis Görlitz ein besonderes Bollwerk: einen stabilen Maschendrahtzaun inklusive Wühlschutz. Die Barriere soll verhindern, dass Wildschweine die Afrikanische Schweinepest weiter einschleppen und verbreiten.

THW-Kräfte aus Pirna hatten schon zu Beginn des Jahres 2020 mit Mitarbeitern anderer Landesbehörden einen 115 Kilometer langen Elektrozaun entlang der Neiße aufgebaut, der aber wegen etlicher Schweinepest-Fälle dann durch einen massiven Metallzaun ersetzt werden musste.

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Anfang 2021 bestätigte das sächsische Gesundheitsministerium dann mehrere weitere Schweinepest-Fälle. Die infizierten Schwarzkittel wurden alle in jener Gegend gefunden, wo das THW Pirna seit Mitte Januar gemeinsam mit anderen Kräften aus Sachsen und Thüringen schon wieder am Werke war.

Dringend benötigt: trockene Stiefel

Diesmal stand auf dem Plan, einen festen Wildzaun um das neu zu bildende gefährdete Gebiet an der Bundesstraße 115 vom südlichen Ende eines Truppenübungsplatzes bis Niesky und weiter an der Bahnlinie bis zur deutsch-polnischen Grenze zu errichten - mit einer Länge von insgesamt 30 Kilometern. "In der ersten Hälfte unseres Einsatzes wurden bereits elf Kilometer geschafft", sagt Susan Schmidt, Sprecherin des THW-Ortsverbandes Pirna.

Zehn Einsatzkräfte aus Pirna sind nun auch beim neuen Zaunbau dabei, der diesmal allerdings unter erschwerten Bedingungen abläuft. Aufgrund des Wetters verlief der Einsatz anfangs alles andere als ideal. "Der Wechsel zwischen warm und kalt, nass und trocken sowie der Schneefall machten den Einsatzkräften sehr zu schaffen", sagt Susan Schmidt.

Gleichwohl versuchten die Helfer, die Situation so angenehm wie möglich zu machen. So orderte die Einsatzleitung beispielsweise einen Bekleidungscontainer im THW-Logistikzentrum in Heiligenhaus. Er dient dazu, den Einsatzkräften bei Bedarf warme und trockene Kleidung bereitzustellen. Integriert ist zudem eine spezielle Anlage, um Stiefel zu trocken. "Sie hat gute Dienste geleistet", sagt Susan Schmidt.

Festgefahren: THW-Kräfte befreien zwei Lkws, die im Schlamm steckengeblieben sind.
Festgefahren: THW-Kräfte befreien zwei Lkws, die im Schlamm steckengeblieben sind. © THW/Susan Schmidt

Laster fahren sich im Schlamm fest

Allerdings erschwerte wenig später ein unerwarteter Zwischenfall den Zaunbau. Dabei mussten sich die THW-Kräfte quasi selber aus dem Schlamm ziehen.

Einer der eingesetzten Trupps, so schildert Susan Schmidt, war auf der Böschung am Bahndamm der Ausbaustrecke Knappenrode-Horka bei Niesky unterwegs, als der mit Material beladene Kipper des Dresdner THW im schlammigen und schon zerfahrenen Boden wegrutschte und sich festfuhr.

Der erste Versuch, ihn mit einem Kipper vom THW Freiberg Heck an Heck aus dem Schlamm zu befreien, scheiterte. Auch der helfende Lkw musste sich an diesem regenreichen Tag dem rutschigen Boden geschlagen geben und landete - in Schräglage festgefahren - am Wegesrand.

Erst mithilfe schwerer Technik und sogenannter Fahrwegplatten gelang es, die beiden Lkws aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Da war es bereits dunkel geworden.

Testreihe: Alle Einsatzkräfte wurden auf das Coronavirus getestet. Alle Tests waren negativ.
Testreihe: Alle Einsatzkräfte wurden auf das Coronavirus getestet. Alle Tests waren negativ. © THW/Susan Schmidt

Eine Corona-Test-Strecke für alle

Darüber hinaus galt es beim Zaunbau, noch gegen eine andere Seuche zu kämpfen: gegen Corona. So mussten die Helfer bestimmte Regeln einhalten, um sich und andere vor einer Infektion mit Covid-19 zu schützen.

Zudem wurde in der zweiten Einsatzwoche in einer Turnhalle eine spezielle Corona-Test-Strecke aufgebaut. Laut Susan Schmidt seien alle THW-Helfer - insgesamt über 60 - negativ getestet worden, die Arbeiten konnten reibungslos weiterlaufen.

Aber nur so lange, bis etwas anderes dazwischen kam: das Wetter. Wegen des starken Schneefalls und des Kälteeinbruchs musste der Einsatz in der ersten Februarhälfte zunächst abgebrochen werden. Es soll aber demnächst weitergehen.

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