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Tschüss Glashütte, hallo Pirna

Markus Dreßler, Ex-Rathauschef der Uhrenstadt, tritt sein neues Amt als Bürgermeister in Pirna an. Zum Start gibt es eine großzügige Offerte.

Neues Amt, neue Wirkungsstätte: Glashüttes früherer Bürgermeister ist nun Beigeordneter in Pirna.
Neues Amt, neue Wirkungsstätte: Glashüttes früherer Bürgermeister ist nun Beigeordneter in Pirna. © Daniel Schäfer

Der Mann nestelt noch etwas am Revers seines Sakkos herum, so richtig will das kleine glänzende Metallteil noch nicht im Knopfloch sitzen.

Es ist kein Orden, den er sich da anheftet, eher eine Art Dienstausweis, ein Metall-Anstecker mit der Aufschrift "Pirna", ein deutlicher Hinweis auf die neue Wirkungsstätte.

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Auf dem Tisch vor ihm liegt noch mehr davon, eine Pirna-Tasche, ein Pirna-Regenschirm, ein Pirna-Schlüsselband, eine Pirna-Trinkflasche, Pirna-Malbücher für die Kinder.

Das alles sind Mitbringsel von Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). "Ich weiß schon", scherzt der Mann, "warum ich heute mit leeren Händen gekommen bin."

Von der Müglitz an die Elbe

Der Beschenkte ist Markus Dreßler (CDU), 45, bis 30. Juni Bürgermeister von Glashütte. Inzwischen hat er die Rathäuser getauscht, das in der Uhrenstadt mit dem an der Elbe, seit 1. Juli ist er neuer Beigeordneter in Pirna, im April mehrheitlich vom Stadtrat für diesen Posten gekürt.

In den kommenden sieben Jahren verantwortet der Diplom-Verwaltungswirt als Nachfolger von Eckhard Lang die Bereiche Schulen und Soziales, Tief- und Hochbau, Stadtentwicklung sowie Stadtsanierung, Förderung und Vergabe. Zugleich fungiert er als Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

"Ich habe ein gutes Gefühl", sagt Dreßler, "und freue mich auf diese anspruchsvolle Aufgabe."

Künftig mit der Chefkarosse unterwegs

Dreßler wohnt mit seiner Familie in Schlottwitz, sein Arbeitsweg ist nun etwas länger als früher, daher gab es zum Amtsantritt gleich ein großzügiges "Geschenk".

Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke überlässt seinem Vize den Dienstwagen, einen Audi A6 Limousine 50 TSFI quattro S tronic, ein Plug-in-Hybrid mit Verbrennungs- und Elektromotor und dem amtlichen Kennzeichen "PIR-NA 1".

Künftig ist der Beigeordnete mit der Chefkarosse unterwegs, Hanke will sich anderweitig um Reisemöglichkeiten kümmern. Möglicherweise greift er jetzt öfter auf einen Elektro-VW zurück, den die Stadtwerke Pirna dem Rathaus als Dienstmobil zur Verfügung gestellt haben. Möglicherweise schwingt er sich auch häufiger aufs Dienstfahrrad.

Auf alle Fälle verzichtet der Rathauschef künftig auf eine eigene Limousine, die Stadt spart auf diese Weise in den kommenden Jahren das Geld für einen weiteren Dienstwagen. "Das ist schon eine ganz schöne Ansage, jetzt mit diesem Kennzeichen unterwegs zu sein", sagt Dreßler.

Bislang fuhr er dienstlich einen Elektro-Renault und freut sich darüber, dass sein Neuer zumindest teilelektrisch fährt. "Ich habe aber keinesfalls auf diesen Dienstwagen bestanden", scherzt Dreßler.

Schwierige Aufgaben warten

Der neue Bürgermeister will nun zunächst einmal in seinem neuen Arbeitsumfeld ankommen, Mitarbeiter und Akteure kennenlernen, Netzwerke aufbauen.

Inhaltlich warten allerdings auch schwierige Aufgaben auf ihn. So muss er beispielsweise schauen, wie Pirna mit der angespannten Finanzsituation klarkommt und wann sich welche Projekte realisieren lassen.

Zudem will er den teils umstrittenen "Industriepark Oberelbe" (IPO) voranbringen, ein Projekt, was er selbst sehr befürwortet. Vor Schwierigkeiten scheut er sich nicht. "Leichte Aufgaben erledigen kann ja jeder", sagt Dreßler.

Vorgänger im Ruhestand

Mit seinem Amtsantritt verabschiedete sich zugleich Vorgänger Eckhard Lang in den Ruhestand. Er hatte den Posten von 1990 bis 2008 und von 2014 bis 2021 inne.

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"Eckhard Lang hat in unserer Stadt positive Spuren hinterlassen. So hat er zum Beispiel maßgeblich an der Sanierung der Altstadt mitgewirkt", sagt Hanke. Auf sein Konto gehe auch, die Schullandschaft zu strukturieren sowie zahlreiche Kitas und Schulgebäude zu sanieren.

"Pirna dankt ihm für sein intensives Wirken", sagt Hanke, "und gönnt ihm nun den hoffentlich ruhigeren Ruhestand."

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