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Autobahnzubringer Pirna: Nordumfahrung weicht Südumfahrung

Die Umleitung am Knotenpunkt Feistenberg ist Geschichte. Der Verkehr rollt wieder auf regulärer Route - allerdings noch etwas eingeschränkt.

Autobahnzubringer Pirna: Am Knotenpunkt Feistenberg rollt der Verkehr jetzt in beiden Richtungen wieder auf gewohnter Strecke.
Autobahnzubringer Pirna: Am Knotenpunkt Feistenberg rollt der Verkehr jetzt in beiden Richtungen wieder auf gewohnter Strecke. © Daniel Schäfer

Mitte August dieses Jahres war für die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Bauherr der neuen Pirnaer Südumfahrung, ein wichtiges Etappenziel erreicht: Die Bauarbeiter hatten die neue Brücke am Feistenberg fertiggestellt. Damit konnte der Verkehr teilweise wieder zurück auf den Autobahnzubringer zurückverlegt werden. An diesem Knotenpunkt, auf der Anhöhe gleich hinter dem kurzen Tunnel, treffen künftig Autobahnzubringer und Südumfahrung aufeinander. Diese Anbindung ist sehr bedeutsam, soll doch an dieser Stelle einmal ein Großteil des bisherigen Durchgangsverkehrs auf die Ortsumgehung fließen - oder von dort aus auf dem Autobahnzubringer münden.

Damit das gelingt, ohne dass der Verkehr zu sehr stockt, wird diese Anschlussstelle als kreuzungsfreier Knotenpunkt gebaut. Die Fahrzeuge fädeln künftig über mehrere Auf- und Abfahrtrampen auf die jeweiligen Trassen ein und aus - was die Planer vor einige Herausforderungen stellte.

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Da klafft vorerst ein Loch

Eine Voraussetzung dafür war: Ein Teil der Südumfahrung muss unter dem Autobahnzubringer hindurchführen. Somit brauchte es eine Brücke, an einer Stelle, wo vorher keine war. Um dieses Bauwerk nicht stückchenweise, sondern aus einem Guss zu bauen, entwickelten die Planer eine besondere Technologie.

Im Frühjahr 2020 ließen sie den Autobahnzubringer an diesem Knotenpunkt vorübergehend vollständig wegbaggern. Anstelle der Trasse von und zur Autobahn 17 klaffte dann ein Loch, in dem die Brücke errichtet wurde. Wegen dieser Lücke konnte der Verkehr vorerst allerdings nicht mehr regulär über den Autobahnzubringer fließen.

Finale am Feistenberg: Fachleute asphaltierten Mitte Juli den zweiten Teil der Brücke am Autobahnzubringer, unter der ein Teil der künftigen Südumfahrung hindurchführt.
Finale am Feistenberg: Fachleute asphaltierten Mitte Juli den zweiten Teil der Brücke am Autobahnzubringer, unter der ein Teil der künftigen Südumfahrung hindurchführt. © Marko Förster

Umleitung ade

Für Abhilfe sorgte eine Ausweichstrecke, die sogenannte Nordumfahrung. Kraftfahrer umfuhren so die Brückenbaustelle auf einer lang gezogenen Asphaltkurve nördlich des Autobahnzubringers - bis Mitte August dieses Jahres. Mit dem Bau-Ende an der neuen Brücke hatte diese Interimsstrecke zu diesem Zeitpunkt schon teilweise ausgedient.

Der Verkehr wurde am 17. August von der provisorischen Nordschleife zurück auf den Autobahnzubringer verlegt. Dies betraf jedoch vorerst nur den Verkehr in Richtung Pirna. Fahrzeuge, die aus Richtung Autobahn kamen, mussten jetzt nicht mehr vor der Baustelle den Mittelstreifen überqueren, um auf die Nordumfahrung zu gelangen. Dieser Verkehr wurde von nun an einstreifig auf dem Autobahnzubringer über das neue Brückenbauwerk geführt.

Der stadtauswärtige Verkehr in Richtung Autobahn musste allerdings noch eine Weile mit der Nordschleife vorlieb nehmen, da an der Überfahrt am Mittelstreifen noch einiges umzubauen war. Doch auch dieses Kapitel ist jetzt zu Ende.

Nordumfahrung am Autobahnzubringer Pirna: Die Umleitungsstrecke ist jetzt Geschichte.
Nordumfahrung am Autobahnzubringer Pirna: Die Umleitungsstrecke ist jetzt Geschichte. © Deges

Erst mal nur eine Fahrspur je Richtung

Auch der Verkehr in Richtung Autobahn wurde inzwischen zurück auf den Autobahnzubringer verlegt. Nach Auskunft von Holger Noack von der Südumfahrung-Bauoberleitung sei dieser Schritt störungsfrei verlaufen. Die Fahrzeuge in Richtung Autobahn passieren wieder die gewohnte, reguläre Route und fahren dabei nun ebenfalls über die neue Brücke.

Weil aber rings um das Bauwerk noch weiter gearbeitet wird, gibt es im Bereich des Knotenpunktes Feistenberg bis auf Weiteres nur eine Fahrspur je Fahrtrichtung. Diese Rückverlegung des Verkehrs war jetzt die zweite und letzte Phase, die Nordumfahrung außer Betrieb zu nehmen - zumindest in ihrer Funktion als Umleitung.

Nordschleife verschwindet nicht ganz

Nach Auskunft von Holger Noack haben die Fachleute bereits begonnen, die Nordumfahrung zurückzubauen. So ganz verschwinden wird sie jedoch nicht. Zwar kommt zunächst der Asphalt runter, der Unterbau bleibt aber teilweise erhalten - weil eine der künftigen Auf- und Abfahrtrampen in etwa in diesem Bogen verlaufen wird. Die Planer hatten die Ausweichstrecke schon in dieser Voraussicht errichten lassen.

Zunächst aber muss ein Teil der Trasse weg, um generell Platz für die Auf- und Abfahrten zu schaffen. Südlich des Autobahnzubringers entstehen die Rampen für den Verkehr aus Richtung Autobahn zur Südumfahrung sowie von der Südumfahrung in Richtung Pirna.

Nördlich gibt es künftig die Rampen für den Verkehr von der Südumfahrung in Richtung Autobahn sowie aus Richtung Pirna zur Südumfahrung.

Straßenbau bis ins Seidewitztal

Sind die Rampen, die angrenzenden Böschungen sowie der Trassenverlauf geformt, folgt der eigentliche Straßenbau bis hinunter ins Seidewitztal, wo die beiden Brücken schon seit geraumer Zeit fertig sind. Im Untergrund ist für die künftige Trasse ebenfalls schon einiges vorbereitet. So gibt es oberhalb des Seidewitztals einen kleinen Durchlass, über den im Notfall ein kleines Seitental - das sogenannte Merbitzens Gründel - entwässert wird.

Ein Stück weiter oben in Richtung Feistenberg errichteten die Fachleute einen Fledermaustunnel, die aus Stahlelementen gefertigte Röhre ist ebenfalls fertig - ebenso wie der Tunnel für den Wirtschaftsweg in Höhe des Lindigt-Gutes, damit die Landwirte auch künftig hindernisfrei ihre Felder erreichen können.

Die 3,8 Kilometer lange Südumfahrung, die einmal vom Pirna Autobahnzubringer über zwei Täler und durch einen Berg bis zur B172 auf dem Sonnenstein führen wird, soll nach Aussage der Deges im Laufe des Jahres 2023 fertig werden.

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