merken
PLUS Pirna

Bielatal nach Schneechaos abgeschnitten

Anwohner der Schweizermühle und Ottomühle wurden am Donnerstag böse überrascht. Die Orte waren abgeschnitten, weil die einzige Zufahrt im Schnee versank.

Eigentlich gesperrt: Die marode Brücke zwischen Bielatal und der Schweizermühle. Für Anwohner war es am Donnerstag der einzige Ausweg.
Eigentlich gesperrt: Die marode Brücke zwischen Bielatal und der Schweizermühle. Für Anwohner war es am Donnerstag der einzige Ausweg. ©  privat

Einen strengen Winter sind die Menschen in Rosenthal-Bielatal gewohnt. An diesem Donnerstag wurden einige von ihnen jedoch noch kälter erwischt, als sonst. Nach dem heftigen Schneesturm, der in der Nacht über die Sächsische Schweiz zog, waren die Ottomühle und Schweizermühle am Morgen stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten.

Normalerweise sind die beiden Ortsteile über eine Straße im Bielatal erreichbar. Diese ist jedoch seit dem 11. Januar gesperrt. Der Grund ist eine marode Brücke im Bereich zwischen dem Hochofen Rosenthal und der Schweizermühle. Der bauliche Zustand der Gewölbebrücke hatte sich so sehr verschlechtert, dass das Landratsamt die Brücke von einem Tag auf den anderen sperren ließ.

Anzeige
Ein eigenes Ferienhaus am See
Ein eigenes Ferienhaus am See

Nur noch bis 29. Januar zu ersteigern: Voll erschlossene Grundstücke mit Strandzugang, nur 45 Fahrminuten von Dresden entfernt.

Schneeverwehungen blockieren Zufahrt

Die einzige Zufahrt führt nun über Rosenthal und den sogenannten Schweizermühlenberg hinab ins Bielatal. Die Strecke hat ein Gefälle von etwa 15 Prozent. Im Winter wurde der Berg von den Anwohnern bislang gemieden - auch wegen massiver Schneeverwehungen.

Diese sorgen nun dafür, dass die Umleitung am Donnerstagmorgen nicht passierbar war. Das berichtet Anja Oehm, Anwohnerin der Schweizermühle und Gemeinderätin in Rosenthal-Bielatal gegenüber Sächsische.de. Über Stunden seien beide Ortsteile von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Mehrere Bewohner der Schweizermühle und Ottomühle seien nicht zur Arbeit gekommen, darunter einer Mitarbeiterin einer Klinik. Andere seien zu Fuß über den verwehten Berg gelaufen.

Anwohner schippen Straße selbst frei

Da kein Winterdienst zur Stelle war, griffen Anwohner in der Not selbst zum Schneeschieber. Auch ein Traktor half, die steile Umleitungsstrecke frei zu bekommen. Unterdessen hätten Unbekannte die Barrieren an der gesperrten Brücke im Bielatal beiseite geschoben, wie Anja Oehm berichtet. Spuren im Schnee zeigen, dass mehrere Autos über die marode Brücke gefahren sind.

© SZ Grafik

Die Anwohner haben sich am Donnerstag an das Landratsamt in Pirna gewandt, um eine Lösung zu finden. Wie diese aussehen kann, ist offen. Feststeht: Die marode Brücke muss laut Landratsamt neu gebaut werden. Der Auftrag dafür ist bislang aber nicht vergeben. Das hängt vor allem mit der Finanzsituation zusammen. Einen Zeitplan, wann die Talstraße wieder für den Verkehr freigegeben wird, gibt es deshalb nicht. Anwohner der Schweizermühle und Ottomühle befürchten, dass dies mehr als ein Jahr dauern könnte.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna