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Mit 100 km/h durch Krietzschwitz

Fast 20.000 Raser wurden im vergangenen Jahr in Pirna und den Ortsteilen geblitzt. Das bedeutet Bares für die Stadtkasse.

Die Ortsdurchfahrt von Pirna-Krietzschwitz ist eine beliebte Rennstrecke. Raser werden hier geblitzt.
Die Ortsdurchfahrt von Pirna-Krietzschwitz ist eine beliebte Rennstrecke. Raser werden hier geblitzt. © Archivbild: Daniel Schäfer

Die Zahl der Raser im Pirnaer Stadtgebiet ist gestiegen. Wurden im Jahr 2019 rund 11.500 Autofahrer an den drei stationären Geschwindigkeitsmessgeräten geblitzt, beläuft sich die Bilanz im vergangenen Jahr auf 19.663 Temposünder, die den roten grellen Blitz sahen.

Die meisten Verstöße in Krietzschwitz

Besonders häufig schlug das Tempomessgerät in Pirna-Krietzschwitz an, das direkt an der B 172 steht. "Hier wurden in stadteinwärtige Richtung 16.017 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In Richtung Königstein waren es 1.485", sagt Stadtsprecher Thomas Gockel. Der Blitzer in Krietzschwitz wurde im November 2014 nahe der Obstscheune installiert und stößt bei den Anwohnern auf große Zustimmung. „Es ist gut, dass es eine permanente Tempokontrolle gibt. Das sage ich vor allem als Familienvater“, erklärt ein Krietzschwitzer. Dass sich die Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, sei wichtig, da es viele Kinder in der Ortschaft gebe.

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Blitzer in Graupa zugeklebt

Der Graupaer Blitzer löste im vergangenen Jahr 1.693-mal aus. Das Messgerät steht seit Ende 2015 an der Kastanienallee. Ursprünglich tat der Blitzer in Bonnewitz an der Radeberger Straße seinen Dienst. Aufgrund der Verlegung der Staatsstraße S 177 war er dort überflüssig geworden.

Der neue Standort in Graupa wurde von der Verwaltung mit Bedacht ausgewählt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Seniorenwohnheim der Diakonie Pirna. Zahlreiche Senioren sind hier auf dem Bürgersteig mit einem Rollator unterwegs. Allerdings scheint der Blitzer nicht bei allen auf Gegenliebe zu stoßen. Im Spätsommer 2018 hatten Unbekannte das Gerät zugeklebt, sodass es kurzzeitig außer Gefecht gesetzt war.

Die dritte Anlage in Pirna, an der Königsteiner Straße, registrierte im vergangenen Jahr lediglich 468 Schnellfahrer.

Mit 101 km/h durch die Ortschaft

Den unrühmlichen ersten Platz unter den Rasern teilen sich zwei Fahrzeugführer mit einer Geschwindigkeit von 101 km/h bei erlaubten 50 Stundenkilometern in Krietzschwitz. Beide Fahrer mussten jeweils 228,50 Euro zahlen, haben zwei Punkte in Flensburg erhalten und mussten einen Monat auf ihren Führerschein verzichten.

Generell spülten die Schnellfahrer 2020 eine beachtliche Summe in die Pirnaer Stadtkasse. Nach aktuellem Stand verzeichnet das Rathaus Einzahlungen in Höhe von 440.000 Euro.

Wofür wird dieses Geld verwendet? „Diese Einnahmen sind nicht zweckgebunden. Sie kommen dem gesamten städtischen Haushalt zugute", erläutert Gockel. Den häufigen Vorwurf der Abzocke will der Stadtsprecher indes nicht gelten lassen. „Die Geräte wurden an besonders sensiblen Stellen aufgestellt, damit die Geschwindigkeit eingehalten wird und somit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet ist.“

Smileys mahnen Raser

Außer den fest installierten Messstationen hat das Rathaus noch mehrere mobile Anzeigegeräte im Stadtgebiet aufgestellt. "Die vier sogenannten Smileys befinden sich vor der Grundschule Sonnenstein, dem Evangelischem Schulzentrum, dem Herder-Gymnasium und auf der Stadtbrücke", zählt Thomas Gockel auf. Schnellfahrer werden an diesen Stationen nicht zur Rechenschaft gezogen. Aber mithilfe der Anzeige ordnen sie die aktuelle Geschwindigkeit der Fahrzeuge ein und mahnen Fahrer somit gegebenenfalls zum Tritt auf die Bremse.

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