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Pirna: Barbiergasse wird fünf Monate gesperrt

Die Stadtwerke erneuern Abwasserkanal und Trinkwasserleitungen. Es ist nicht das einzige derartige Großprojekt in der Altstadt in diesem Jahr.

Von Thomas Möckel
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Barbiergasse in der Pirnaer Altstadt: Ab Ende April für fünf Monate gesperrt.
Barbiergasse in der Pirnaer Altstadt: Ab Ende April für fünf Monate gesperrt. © Daniel Schäfer

In der Pirnaer Altstadt gibt es jetzt einen neuen Engpass: Die Barbiergasse, Verbindungsachse von der Dohnaischen Straße zum Markt, wird ab 25. April für voraussichtlich fünf Monate gesperrt. Die Stadtwerke Pirna lassen in diesem Zeitraum sowohl Abwasserkanäle als auch Trinkwasserleitungen auf der nach der Flut 2013 neu gepflasterten Trasse erneuern.

Nach Auskunft des Unternehmens seien diese Arbeiten notwendig, weil der Kanal und die Wasserleitung in die Jahre gekommen sind. Der Mischwasserkanal sei über 100 Jahre alt, die Trinkwasserleitung habe schon die 80 überschritten. Mit der Zeit komme es zu Materialermüdung, Rissbildungen, schadhaften Anschlussverbindungen und undichten Stellen. Unkontrollierte Rohr- und Leitungsbrüche seien jederzeit möglich. Daher müssten die Leitungen jetzt erneuert werden.

Geschäfte bleiben erreichbar

Bautechnisch sei das Vorhaben laut der Stadtwerke eine Herausforderung. Denn der Kanal liege in einer Tiefe von vier Meter, habe einen großen Durchmesser – und die Barbiergasse sei dicht bebaut. Damit die Baugeräte Platz haben, muss die Gasse während der gesamten Bauzeit für den Pkw- und Lieferverkehr voll gesperrt bleiben.

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Verkehrseinschränkungen gebe es nach Auskunft der Stadtwerke auch im Kreuzungsbereich Badergasse/Markt. Dieser Knotenpunkt werde während des Vorhabens auf der Barbiergasse halbseitig gesperrt. Die Kreuzung Badergasse/Markt schließt unmittelbar an die Barbiergasse an.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Fußgänger können die Barbiergasse jederzeit passieren, alle Geschäfte bleiben trotz der Bauarbeiten erreichbar. Zum Schutz der Passanten werden auf beiden Gehwegen Fußgängerschutztunnel aufgestellt.

Baustopp zum Stadtfest und zur Einkaufsnacht

Das Bauvorhaben ist in mehrere Arbeitsschritte aufgeteilt. Im ersten Schritt wird die Trinkwasserleitung neu verlegt. Die Anwohner werden derweil über eine provisorische Leitung versorgt. Dennoch wird es in diesem Bauabschnitt kurzzeitig zu einer Unterbrechung der Trinkwasserversorgung kommen, über den genauen Zeitpunkt wollen die Stadtwerke zeitnah informieren. Im zweiten Schritt werden der Kanal sowie die Anschlussleitungen erneuert und zum Schluss die Straßenoberfläche wiederhergestellt.

Bei diesem Großprojekt werden 125 Meter Mischwasserkanal und 135 Meter Trinkwasserleitung erneuert. Hinzu kommen 48 Abwasseranschlusskanäle und sechs Trinkwasserhausanschlüsse, die ausgetauscht werden. Laut der Stadtwerke erfordere die Planung dieses Vorhabens viel Geschick. So müsse nicht nur das Material rechtzeitig verfügbar sein, sondern auch genügend Zeitpuffer für historische Bodenfunde und Ähnliches eingeplant werden. Nach derzeitiger Planung sollen die Arbeiten bis Ende September dauern.

Während des Pirnaer Stadtfestes vom 17. bis 19. Juni sowie zur Einkaufsnacht im September ruhen die Arbeiten. Die Baugräben werden provisorisch verfüllt, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Die Stadtwerke arbeiten zudem eng mit dem Verein "Citymanagement Pirna" zusammen, der erneut als Partner für Kommunikation und als Bindeglied zu den betroffenen Händlern und Gastronomen fungiert.

Die Arbeiten auf der Barbiergasse sind nicht das einzige derartige Großprojekt in diesem Jahr in der Pirnaer Altstadt: Nach dem Stadtfest wollen die Stadtwerke den Mischwasserkanal sowie die Gas- und Trinkwasserleitungen auf der Jacobäerstraße erneuern – die zentrale Zufahrt zur Fußgängerzone. Weil die Stadt anschließend den bisherigen Flickenteppich einheitlich pflastern möchte, bleibt die Jabobäerstraße voraussichtlich bis Ende Oktober gesperrt. Aber auch hier können Fußgänger weiter passieren, die Geschäfte bleiben erreichbar.