merken
PLUS Pirna

Pirna installiert feste Fußgängerampel an der Breiten Straße

Die bisherige provisorische Anlage an der Ecke Rädelstraße wird bis zum Ferienende ausgetauscht - ein Projekt, das die Stadt am Anfang gar nicht wollte.

Interims-Fußgängerampel an der Breiten Straße: Das Provisorium ist schon abgebaut, es wird bis zum Ferienende durch eine stationäre Anlage ersetzt.
Interims-Fußgängerampel an der Breiten Straße: Das Provisorium ist schon abgebaut, es wird bis zum Ferienende durch eine stationäre Anlage ersetzt. © Archiv: Thomas Möckel

Aus dem probeweisen wird ein dauerhaftes Engagement im Pirnaer Verkehrsgefüge: Die im vergangenen Jahr aufgestellte Interims-Fußgängerampel an der Breiten Straße unmittelbar neben dem Knotenpunkt Siegfried-Rädel-Straße/Nicolaistraße wird nun durch eine feste Anlage ersetzt.

Die provisorisch aufgestellten Ampelmasten und verlegten Kabel sind schon verschwunden. Bis zum Ende der Sommerferien soll dann die stationäre Lichtsignalanlage stehen und ihren Betrieb aufnehmen. "Sie bietet dann wieder Sicherheit für Jung und Alt an dieser Stelle der Innenstadt", sagt Stadtsprecher Thomas Gockel. Die Installation kostet 30.000 Euro.

Anzeige
Natururlaub im Land der 1000 Seen
Natururlaub im Land der 1000 Seen

Die Mecklenburgische Seenplatte bildet mit 1.117 natürlichen Gewässern das größte geschlossene Seengebiet Europas.

Auf diese Weise manifestiert sich nun ein Projekt, mit dem sich die Stadt anfänglich überhaupt nicht anfreunden mochte.

Gefährliche Passage für Schüler

Elternbeiräte von Schulen, Eltern, Schüler und Seniorenvertreter forderten schon seit Mai 2019 einen sicheren Fußgängerüberweg über die Breite Straße in Höhe der Rädelstraße.

Maßgeblich initiiert wurde der Vorstoß von Anja Wolf vom Elternbeirat der Lessing-Grundschule sowie von Carola Nacke von der Ortsgruppe Pirna-Altstadt der Volkssolidarität.

Einer der Hauptgründe: Viele Schüler der Lessing-Grundschule müssen in Höhe der Rädelstraße täglich die Breite Straße überqueren, um ihren Hort im Schulhaus an der Nicolaistraße zu erreichen.

Mehrere gravierende Probleme hatte Anja Wolf an dieser Stelle ausgemacht: Weil die Breite Straße so breit ist, dauert es lange, ehe die Schüler die andere Seite erreichen. Hinzu kommt der starke Verkehr, die Kinder müssen oft lange warten, ehe sie die Trasse überhaupt betreten können.

Darüber hinaus müssen die Kinder auf den Abbiegeverkehr an der Nicolai- und Rädelstraße achten, was viele regelmäßig überfordert. Dazu kommt die ohnehin schon schlechte Sicht: wegen der parkenden Autos auf der Breiten Straße müssen die Schüler fast auf die Fahrbahn treten, um vor allem jene Autos zu sehen, die von der B 172 kommend stadteinwärts fahren.

Erst Provisorium, jetzt Dauerlösung

Auch Senioren fiel die Passage an dieser Stelle schwer. Wolf und Nacke gründeten daher im September 2019 eine Bürgerinitiative und sammelten Unterschriften - entweder für eine Ampel oder einen Zebrastreifen.

Pirna sperrte sich jedoch lange gegen die Vorschläge. Eine Ampel lehnte die Stadt zunächst ab, weil der Bereich bereits eingeengt und gut einsehbar sei. Einen Zebrastreifen anzulegen, war aus Sicht des Rathauses zu teuer.

Erst aufgrund mehrerer Anfragen aus dem Pirnaer Stadtrat - federführend von der CDU-Fraktion - kam wieder Bewegung in die Sache.

Pirna entschied sich letztendlich im August 2020 dafür, eine provisorische Fußgängerampel aufzustellen, Passanten konnten je nach Bedarf per Taster das grüne Signal anfordern.

Nach Aussage des Rathauses sollte die Ampel vorerst eine gewisse Zeit stehenbleiben. In diesem Zeitraum wollte die Stadt prüfen, wie sich die Anlage auf den Verkehrsfluss in der Innenstadt auswirkt. Danach soll entschieden werden, ob an dieser Stelle eine dauerhafte Ampel errichtet wird - was Pirna nun in die Tat umsetzt.

Mehr zum Thema Pirna