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Sächsischer Schweiz droht Verkehrskollaps

Sieben Vollsperrungen sorgen rund um Bad Schandau und Königstein für massive Einschränkungen - mitten in der Ferienzeit, wenn die Touristenregion wieder boomt.

Nichts geht mehr: Rathmannsdorf wird mit Beginn der Herbstferien zur Sackgasse.
Nichts geht mehr: Rathmannsdorf wird mit Beginn der Herbstferien zur Sackgasse. © Karl-Ludwig Oberthür

Ein Ausflug in die Sächsischen Schweiz könnte in den kommenden zwei Wochen zur echten Nervenprobe werden. Zumindest, wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist. Denn zu Beginn der Herbstferien werden Pendler und Ausflügler rund um Königstein und Bad Schandau massiv ausgebremst. Dafür sorgen gleich sieben Vollsperrungen. Sie fallen genau auf die Ferienzeit, wenn in der Region wieder deutlich mehr Urlauber unterwegs sind. Denn wegen der Corona-Krise boomt die Sächsische Schweiz als innerdeutsches Reiseziel nach wie vor.

© SZ Grafik

Staufalle 1: B172 zwischen Pirna und Bad Schandau

Wer auf der linkselbischen Seite mit dem Auto unterwegs ist, bekommt in Königstein und Krippen zwei Stolpersteine in den Weg gelegt. Die erste Vollsperrung betrifft die B172 zwischen der Festung und dem Kreisverkehr in Leupoldishain. Hier wird die Straße grundhaft saniert. Noch bis 5. Dezember bleibt die Festung deshalb nur von Königsteiner Seite aus erreichbar. Wer auf der B172 entlang fährt, muss eine Umleitung Richtung Thürmsdorf in Kauf nehmen. Hier rollt es bislang meist flüssig. Im Berufsverkehr staut es sich jedoch häufig, wenn es wieder auf die B 172 geht. Zudem sorgt eine Fußgängerampel am Vogelstein für Stop and Go, vor allem an Wochenenden, wenn die Festung mehr Besucher zählt. 

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Nur ein paar Kilometer weiter elbaufwärts folgt die nächste Vollsperrung. Ab 19. Oktober wird die S169 zwischen Bad Schandau und Krippen komplett gekappt. Hier wird ebenfalls die Fahrbahn erneuert. In Richtung Reinhardtsdorf-Schöna geht es deshalb bis 30. Oktober nur über kleine Nebenstraßen, die über Gohrisch, Papstdorf und Kleinhennersdorf führen.

Staufalle 2: Kirnitzschtal

Wer in den Herbstferien vom Kirnitzschtal aus wandern will, sollte vorher genau wissen, wo er hin will. Denn die Talstraße ist genau in der Mitte zwischen Bad Schandau und Hinterhermsdorf voll gesperrt. In Höhe der Lichtenhainer Mühle wird noch bis 8. November am Breitbandausbau gearbeitet. Wer beispielsweise den Kuhstall besuchen will, kann noch normal über Schandau ins Kirnitzschtal fahren. Wer dagegen die dahinterliegende Neumannmühle im Blick hat, muss von Schandau aus einen großen Umweg über Sebnitz fahren. Im hinteren Kirnitzschtal wartet dann die nächste Sperrung. Von Ottendorf aus ist das Tal nicht erreichbar, weil am Loch-Räumicht gebaut wird. Erst über Saupsdorf geht es deshalb hinunter ins Kirnitzschtal.

Staufalle 3: Rathmannsdorf und Porschdorf

Besonders schlimm trifft es Einheimische und Urlauber, die rund um Rathmannsdorf  und Porschdorf wohnen. Denn hier geht aufgrund von drei Vollsperrungen im Umkreis von drei Kilometern ab 17. Oktober nichts mehr. Gesperrt ist bereits seit Februar die Zufahrt von Rathmannsdorf nach Halbestadt, die als rechtselbischer Elberadweg gilt. Davon betroffen sind nur wenige Einwohner, allerdings viele Urlauber, die in Halbestadt ein Quartier haben. Sie werden von Waltersdorf bei Hohnstein aus über einen schmalen Waldweg umgeleitet. Unterwegs folgt Deutschlands wohl skurrilste Ampel mit Wartezeiten von bis zu 30 Minuten, wenn man zur falschen Zeit über die provisorische Umleitungsstrecke rollt.

Auch von Norden aus  ist Rathmannsdorf nicht erreichbar. Dafür sorgt einmal die bereits andauernde Vollsperrung der sogenannten "Sense".  Die Trasse in Richtung Hohnstein bleibt wegen Baumfällarbeiten bis 23. Oktober dicht. 

Um das Chaos perfekt zu machen, kommt ab 17. Oktober eine dritte Vollsperrung direkt in Rathmannsdorf dazu. Die Deutsche Bahn lässt die Bahnüberführung nahe der Forellenzucht erneuern. Die S163, die unter der Brücke hindurch führt, muss deshalb vom 17. Oktober bis 1. November gesperrt werden. 

Fazit: Umwege von bis zu 30 Kilometern

Rathmannsdorf und Porschdorf werden dadurch für zwei Wochen zur Sackgasse. Ausflügler, die während der Herbstferien im rechtselbischen Teil der Sächsischen Schweiz unterwegs sind, werden wegen der Bauarbeiten der Deutschen Bahn in Rathmannsdorf zwar umgeleitet. Das bedeutet aber oft Umwege von bis zu 30 Kilometern. Ein Rechenbeispiel: Touristen machen derzeit in Niederrathen Urlaub. Sie wollen einen Ausflug ins acht Kilometer entfernte Bad Schandau machen. Normalerweise brauchen sie mit dem Auto 15 Minuten für diese Strecke. Wegen der Vollsperrung müssen sie nun jedoch über Hohnstein, Lohsdorf und Lichtenhain nach Bad Schandau fahren. Statt acht Kilometern sind sie 30 Kilometer unterwegs. Das kostet zudem Zeit. Bei wenig Verkehr dauert die Fahrt an die 45 Minuten. Je mehr los ist auf der Umleitung, desto länger dauert es. Knackpunkt dürfte dabei vor allem die Engstelle in Hohnstein sein, die Teil der Umleitung ist. 

Sind Bus und Bahn eine Alternative?

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Glücklich mit dem Baustellenchaos ist vor allem die Gemeinde Rathmannsdorf nicht. Touristen sollten lieber auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen, heißt es aus der Verwaltung. Gerade wegen der Bauarbeiten der Deutschen Bahn an der Bahnstrecke zwischen Sebnitz und Bad Schandau gibt es beim Zugverkehr jedoch Einschränkungen in Form von Schienenersatzverkehr. Bus statt Zug gibt es nicht nur zwischen Sebnitz und Schandau. Auch auf der Stecke der Mitteldeutschen Regiobahn zwischen Pirna und Sebnitz fallen bis 31. Oktober an ausgewählten Tagen Züge aus. Dafür werden Busse eingesetzt. 

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