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Südumfahrung: Baumaschine beschädigt

Unbekannte haben am Pirnaer Kohlberg die Scheibe eines Bohrwagens zerstört. Es war nicht die erste Attacke dieser Art auf die größte Baustelle der Stadt.

Baustelle am Kohlbergtunnel: Kriminelle zerstörten hier die Scheibe eines Bohrwagens.
Baustelle am Kohlbergtunnel: Kriminelle zerstörten hier die Scheibe eines Bohrwagens. © Archiv: Thomas Möckel

Bislang unbekannte Täter haben vor Kurzem eine Baumaschine auf dem Baustellengelände der Pirnaer Südumfahrung an der Zehistaer Straße beschädigt. Ziel dieses Angriffs waren die Arbeiten am Kohlbergtunnel.

Wie die Polizei mitteilt, hatten sich die Täter auf das Gelände begeben, waren in einen Bohrwagen geklettert und zerstörten eine Scheibe des Gerätes. Zudem entnahmen sie einen Feuerlöscher und entleerten ihn. Die Täter verursachten dabei einen Schaden von 250 Euro.

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Nach Aussage der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Bauherr der Südumfahrung, hatte die Straftat allerdings keine großen Auswirkungen auf die Baustelle an sich. "Es entstand geringer Sachschaden. Die Maschine musste repariert werden. Die Arbeiten konnten trotzdem fortgesetzt werden", sagt Deges-Sprecher Lutz Günther.

Ungeklärt ist allerdings, wie die Täter unerkannt agieren konnten, da die Baustelle überwacht wird.

Komplette Trafostation ausgeweidet

Laut der Deges seien die Tunnelbauer am Kohlberg nun zum wiederholten Mal Ziel von Vandalismus geworden.

Seit die Bauarbeiten an der großen Ortsumgehungsstraße begannen, gab es immer wieder kriminelle Zwischenfälle. So wurden beispielsweise im Juli 2020 zwei Baumaschinen an der Zehistaer Straße beschädigt. Und im November 2019 warfen Unbekannte an der Zehistaer Straße die Scheibe eines Traktors ein.

Weitaus schlimmer war die Attacke im Sommer 2019. Damals legten Kriminelle zeitweise einen ganzen Baustellenbereich an der Südumfahrung lahm.

Auf dem Pirnaer Sonnenstein demolierten die Täter eine angemietete Trafostation zur Baustromversorgung und bauten fast alle elektrischen Teile aus. Sie kappten die Kabel, den gesamten Steuer- und Mittelspannungsbereich nahmen sie mit. Neben den Steuerteilen ließen die Diebe auch noch ein 50 Meter langes Baustromkabel sowie Kupferschienen mitgehen.

Erschwerend kam als Folge hinzu: Solche Stationen, Baustromverteiler und Kabel waren kurzfristig nicht ersetzbar. Etwa 14 Tage warteten die Bauleute auf eine neue Trafostation, der Schaden wurde damals mit rund 30.000 Euro beziffert.

Löcher in Brückenspannseile geschlagen

Auch eine andere Straftat war heftig: In der Nacht zum 9. Juli 2018 hatten Kriminelle versucht, an der Zehistaer Straße in einen Baucontainer einzubrechen. Zudem beschädigten sie zwölf stählerne Brückenspannseile.

Die dicken Seile waren in mehreren Rollen auf einem Lkw angeliefert worden. Wären die beschädigten Seile eingebaut worden, sagte Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung, damals, so hätte möglicherweise die Brücke über die Seidewitz wieder abgerissen werden müssen.

Zur Sicherheit ließ der Bauoberleiter den Spannstahl von einem Experten begutachten. Der Prüfer gab aber alsbald Entwarnung: Die Schäden fielen geringer aus, als zunächst angenommen. Der oder die Täter hatten zwar Löcher in die Hülle der Spannseile gestochen, den Spannstahl selbst aber dabei nicht verletzt.

Daher konnten die Bauleute die Löcher fein säuberlich mit einem speziellen Klebeband verschließen und den Stahl anschließend wie vorgesehen in die Brücke einbauen. Die Arbeiten verzögerten sich damals lediglich um einen Tag.

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