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Südumfahrung Pirna: Finale am Feistenberg

Die Brücken am Pirnaer Autobahnzubringer sind fast fertig. In Kürze soll der Verkehr wieder über die reguläre Strecke rollen.

Neue Brücke am Pirnaer Autobahnzubringer: Voraussichtlich ab August soll der Verkehr dann darüber rollen.
Neue Brücke am Pirnaer Autobahnzubringer: Voraussichtlich ab August soll der Verkehr dann darüber rollen. © Thomas Möckel

Um die künftige Pirnaer Südumfahrung am Feistenberg an den Autobahnzubringer anzubinden, ist ein großer Eingriff nötig.

Die Anschlussstelle wird als kreuzungsfreier Knotenpunkt gebaut. Es gibt später mehrere Auf- und Abfahrtrampen, über die der Verkehr auf die jeweilige Trasse aus- und einfädelt.

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Damit das funktioniert, führt ein Teil der Südumfahrung unter dem Autobahnzubringer hindurch auf dessen nördliche Seite. Das bedingt eine neue Brücke, die es bislang nicht gab.

Um deren Bau nicht aufwendig in mehrere Abschnitte unterteilen zu müssen, entwarfen die Planer eine spezielle Variante: Sie ließen gleich ein komplettes Teilstück des Autobahnzubringers vorübergehend verschwinden. "Das hat den Vorteil, dass wir die Unterführung in einem Zug bauen können", sagt Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung.

Baugrube statt Autobahnzubringer

So fehlt nun seit Frühjahr 2020 der Autobahnzubringer in Gänze auf einer Länge von reichlich 50 Meter, an dieser Stelle hoben die Bauleute die Baugrube für die künftige Brücke aus.

Seither kann der Verkehr von und zur Autobahn nicht auf der regulären Route rollen. Die Strecke führt derweil um die Baustelle herum, die Arbeiter errichteten dafür eine Interimsstrecke, die sogenannte Nordumfahrung.

Im Frühsommer 2020 begannen die Fachleute, anstelle des fehlenden Autobahnzubringer-Teilstücks die Bodenplatte sowie die Widerlager für die Brücke zu errichten.

Das ging recht flott, weil sie auf Bohrpfähle, die die Widerlager zusätzlich im Boden stabilisieren, verzichten konnten. Laut Gawlas ist der Baugrund an dieser Stelle auch ohne Hilfsmittel ausreichend stabil und tragfähig.

Im November war bereits eine der Brücken im Rohbau fertig, die zweite folgte wenig später. Und nun nähern sich die Bauleute langsam dem Finale.

Vorbereitete Trasse für die Südumfahrung: Ein Teilstück führt künftig unter dem Autobahnzubringer hindurch.
Vorbereitete Trasse für die Südumfahrung: Ein Teilstück führt künftig unter dem Autobahnzubringer hindurch. © Thomas Möckel

Es fehlt nur noch der Asphalt

Die Brücken - eine je Fahrstreifen des Autobahnzubringers - sind so gut wie fertig. Die Kappen sind drauf, die Geländer montiert.

Nach Aussage von Ulrich Gawlas fehlen nur noch die Schutzschicht sowie die Deckschicht - beide aus Asphalt. Die oberste Schicht bildet später den Straßenbelag, auf dem Fahrzeuge entlang rollen.

Darüber hinaus haben die Arbeiter auch schon die Entwässerung eingebaut, nun muss an den Widerlagern noch Erde aufgefüllt und verdichtet werden, um an dieser Stelle eine Böschung zu formen. "Danach ist an diesem Bauwerk eigentlich alles fertig", sagt der Bauoberleiter. Das ist ausschlaggebend für den nächsten wichtigen Schritt.

Rückkehr auf die reguläre Trasse

Läuft alles nach Plan, soll der Verkehr voraussichtlich im August dieses Jahres auf die alte Trasse zurückverlegt werden und wieder ganz regulär über den gewohnten Autobahnzubringer rollen - dann wieder auf je zwei Fahrspuren in und aus Richtung Autobahn. Auf der Interimsstrecke gibt es derzeit nur jeweils eine Fahrspur je Richtung.

Die bisherige Nordschleife geht dann einstweilen außer Dienst, verschwindet aber nicht vollends. Zwar kommt der Asphalt erst einmal runter, aber der Unterbau bleibt größtenteils erhalten - weil eine der späteren Südumfahrung-Auffahrten genau in diesem Bogen verlaufen wird. Die Planer hatten die Ausweichstrecke schon in dieser Voraussicht anlegen lassen.

Tunnel neben dem Lindigt-Gut: Wirtschaftsweg für Landwirte.
Tunnel neben dem Lindigt-Gut: Wirtschaftsweg für Landwirte. © Thomas Möckel

Bau der Rampen hat begonnen

Auch unterhalb des Knotenpunktes Feistenberg ist der Bau der Südumfahrung weiter vorangeschritten. Der Fledermaustunnel - eine große Metallröhre etwa in der Mitte zwischen Seidewitztal und Autobahnzubringer gelegen - ist inzwischen überschüttet.

Der kleine Tunnel in Höhe des Lindigt-Gutes ist ebenfalls fast fertig. Durch diesen Tunnel führt später ein Wirtschaftsweg, damit die Landwirte weiter auf gewohntem Weg ihre Felder erreichen können, die die Südumfahrung dann teilt.

Derzeit arbeiten die Fachleute am Knotenpunkt Südumfahrung/Autobahnzubringer an den künftigen Zu- und Abfahrten. Dort läuft der Erdbau.

Momentan werkeln die Arbeiter an der sogenannten Rampe drei, die aus Richtung Autobahn in Richtung Bad Schandau führt, sowie an Rampe vier, die von der Südumfahrung in Richtung Pirna geht. "Ist dieser Unterbau fertig, folgt der eigentliche Straßenbau", sagt Gawlas.

Die Südumfahrung, die die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) errichten lässt, soll insgesamt im Laufe des Jahres 2023 fertig werden. Die 3,8 Kilometer lange Trasse führt einmal vom Pirnaer Autobahnzubringer zur B172 auf dem Sonnenstein und soll die Pirnaer Innenstadt spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten.

Das Vorhaben kostet rund 100 Millionen Euro.

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