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PLUS Pirna

Ehefrau soll Konten leergeräumt haben

Wegen finanzieller Sorgen soll eine Frau ihre Partnerin um mehrere Tausend Euro betrogen haben - mit einer angeblich gefälschten Unterschrift.

© Symbolfoto: Sebastian Schultz

Von Anne Schicht

Kathrin F. soll ihre Exfrau finanziell betrogen haben. Insgesamt zwei Kredite soll sie im Namen ihrer damaligen Ehefrau aufgenommen haben. Ohne, dass diese davon wusste. Vor dem Amtsgericht Pirna muss sich Kathrin F. deshalb nun verantworten. Petra F. beschuldigt sie, insgesamt 43.000 Euro von ihrem Konto genommen zu haben, auf das beide Zugriff hatten.

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Die Vorwürfe bestreitet die Angeklagte. Vor Richterin Simona Wiedmer gibt sie an, im Frühjahr 2018 auf ihrem Geldkonto ein Minus von 8.000 Euro gehabt zu haben. Ihre Hausbank habe sie gedrängt, den Fehlbetrag auszugleichen. Das wollte sie mit einem neuen Kredit in Höhe von 10.000 Euro tun. Ihr werde aber kein Kredit bewilligt, wohl aber ihrer Lebenspartnerin, so die Auskunft der Bank. Die Unterlagen für den Kredit nahm sie mit nach Hause, um dort mit Petra F. alles zu besprechen. Zur Bankangestellten habe sie gesagt: „Meine Frau ist beruflich sehr eingespannt, sie schafft es nicht, persönlich zum Termin zu kommen.“ 

Bank hält sich nicht an Regeln

Kathrin F. brachte die unterschriebenen Formulare deshalb allein zur Bank. Ob das nicht gegen alle Regeln sei, wollte Richterin Wiedmer von der als Zeugin geladenen Bangangestellte wissen. „Ja schon, normalerweise wird vor den Augen der Bankangestellten unterschrieben, aber ich habe Kathrin F. vertraut“, gab diese an. 

Durch den Kredit sei das Geld auf das Konto von Petra F. überwiesen worden. Kathrin F. habe die monatlichen Rückzahlungen von ihrem eigenen Konto aus leisten wollen. Ihre Mutter hätte ihr versprochen, sie finanziell zu unterstützen. Einmal hätte sie einen großen Betrag überwiesen. Der sei aber für den Kauf eines neuen Autos aufgebraucht worden. Dann habe die Mutter nichts mehr überwiesen. 

Petra F. jedenfalls will keinen Kredit unterschrieben haben. Die Pirnaerin habe erst 2019 von dem Darlehen erfahren. Als ihre Ehe im Frühjahr 2019 in die Brüche ging, habe sie im Haus versteckte Bankbriefe gefunden, darunter ausgefüllte Kreditanträge. Sie sei seit Juni 2018 krank gewesen, bis Januar 2019 habe sie zwar Krankengeld erhalten, dann aber nicht mehr. Warum sie mehrere Monate hinweg die Geldbewegungen auf ihrem Konto nicht beobachtete, kann sie vor Gericht nicht erklären. Sie habe Kathrin F. geglaubt, dass sie sich um alles kümmern würde.

Unterschriften werden auf Echtheit geprüft

Im Gerichtssaal fixiert die burschikos wirkende Kathrin F. ihre Exfrau. Mit zusammengekniffenen Lippen schüttelt sie immer wieder den Kopf und holt tief Luft, als Petra F. beteuert: „Es ist nicht wahr, dass ich angeboten habe, einen Kredit aufzunehmen.“ Kathrin F. erwähnt das Alkoholproblem, dass Petra F. haben soll. Sie habe ihr damals versprochen, in eine Entzugsklinik zu gehen. Auch das habe sie niemals gesagt, entgegnete Petra F, die heute in Mecklenburg-Vorpommern lebt.

Die Richterin schlägt schließlich ein Schriftgutachten vor. Anhand von Unterschriftenproben soll geklärt werden, ob die Unterschriften unter den Kreditverträgen echt oder gefälscht sind. Beide Frauen willigen ein. Die Richterin weist noch darauf hin, dass nun der Prozess wirklich teuer wird. Das Gutachten wird erst in mehreren Monaten erwartet. Dann wird entschieden.

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