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Warum Pirna noch eine Kita baut

Auf dem Gelände "Reitplatz" hinter der Seminarstraße gesellt sich zu der schon bestehenden eine weitere Einrichtung dazu. Sie soll recht bald ans Netz gehen.

Kinder bei der Namenstaufe der Kita am Reitplatz in Kita "Limonadenbaum": Gleich daneben entsteht nun eine weitere baugleiche Einrichtung.
Kinder bei der Namenstaufe der Kita am Reitplatz in Kita "Limonadenbaum": Gleich daneben entsteht nun eine weitere baugleiche Einrichtung. © Daniel Schäfer

Von einer Brache zum Zentrum der Kinderbetreuung: Im vergangenen Jahr ging in Pirna eine neue Kindertagesstätte auf dem Gelände am Reitplatz in Betrieb. Dieses Areal befindet sich hinter der Sporthalle des Schiller-Gymnasiums an der Seminarstraße.

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Die Einrichtung mit insgesamt 100 Betreuungsplätzen – 76 im Kindergarten und 24 in der Kinderkrippe – wird von der Diakonie betrieben. Erst vor Kurzem legte der Betreiber den Arbeitstitel der Kita „Reitplatz I“ ab und taufte sie auf den Namen „Limonadenbaum“. Dieses ganz besondere Gehölz spielt im Pippi-Langstrumpf-Buch von Astrid Lindgren eine gewichtige Rolle.

Doch schon als diese Kita gebaut wurde, stand fest, dass die damit entstehenden neuen Betreuungsplätze nicht ausreichen werden, um den Bedarf vollends zu decken. So beendet das Haus nun das reichlich einjährige Solo-Dasein und bekommt Zuwachs. Auf einem weiteren Teilstück des Geländes am Reitplatz entsteht nun noch eine weitere, baugleiche Kindertagesstätte. Die Arbeiten haben jetzt begonnen, Sächsische.de stellt die Details vor.

Wozu eine weitere Kita?

Die Geburtenzahlen in Pirna sind nach wie vor anhaltend hoch. Zudem profitiert Pirna von einem Trend, der sich vor einigen Jahren ins Positive gewendet hat. Jahrzehntelang verlor Pirna Einwohner. Doch seit 2013 ziehen wieder mehr Menschen nach Pirna als aus der Stadt weg, unter den Zuzüglern sind viele junge Familien mit Kinder.

Dieser Bevölkerungszuwachs hängt im Wesentlichen auch mit den in den letzten Jahren zahlreich entstandenen neuen Eigenheim-Bauplätzen sowie dem Wohnungsneubau im Eigentums- und Mietwohnungssektor zusammen. Doch dieser Zuzug stellt die Stadt auch vor große Herausforderungen.

Denn berufstätige Eltern benötigen tagsüber einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs. Pirna hat in den zurückliegenden Jahren Millionen investiert, um das Platzangebot auszubauen. Allerdings bestand vor allem im Bereich Innenstadt nach wie vor ein Defizit. Daher beschloss der Stadtrat schon 2018, weitere Betreuungsplätze zu schaffen – in Gestalt der beiden neuen Kitas auf dem Gelände am Reitplatz. Auch in der neuen Einrichtung wird es künftig 100 Plätze geben.

Wo entsteht der Neubau?

Die Kita „Reitplatz II“ entsteht ebenfalls auf dem Areal hinter der Sporthalle des Schiller-Gymnasiums. Über das städtische Grundstück führt von der Seminarstraße bis zur Hohen Straße hinauf ein öffentlicher Fußweg. In Richtung Hohe Straße gesehen steht die Diakonie-Kita links des Weges, die zweite wird rechts des Weges gebaut.

Blick über das Außengelände der Kita "Limonadenbaum": Dort, wo die große Eiche steht (Mitte), wird die neue Kita gebaut. Das Gehölz soll dabei erhalten bleiben.
Blick über das Außengelände der Kita "Limonadenbaum": Dort, wo die große Eiche steht (Mitte), wird die neue Kita gebaut. Das Gehölz soll dabei erhalten bleiben. © Diakonie Pirna

Wie sieht der Zeitplan aus?

In der Juni-Sitzung dieses Jahres vergab der Stadtrat den Bauauftrag an eine Firma aus Bayern. Nach Aussage der Stadt haben die Bauarbeiten jetzt begonnen, sie sollen mithilfe einer zeitsparenden Modulbauweise bis zum 30. Juni 2022 abgeschlossen werden. Denn Ziel ist, dass die neue Kita zum Start des Schuljahres 2022/23 in Betrieb geht.

Was wird jetzt gebaut?

Nach Auskunft des Rathauses modellieren die Fachleute zunächst das am Hang liegende Terrain, das bisher auch von großen Erdhügeln geprägt war. Ziel dessen ist es, an dem Hang mehrere Terrassen zu schaffen, auf denen dann die Außenanlagen errichtet werden. Auch muss die Fläche geebnet werden, auf der dann der Kita-Neubau steht.

In diesem Zusammenhang wird auch der Fußweg von der Seminarstraße zur Hohen Straße vorerst gesperrt. Im Zuge des Kita-Neubaus entsteht ein neuer Verbindungsweg.

Darüber hinaus will die Stadt prüfen, eine große Eiche auf dem Baugrundstück der neuen Kita zu erhalten. Sie folgt damit dem Wunsch der Diakonie, dass dieses Gehölz stehenbleiben möge – da dieser Baum der einzig große Schattenspender für das Außengelände der Kita „Limonadenbaum“ ist.

Fußweg von der Seminarstraße hinauf zur Hohen Straße: Er wird vorerst gesperrt und im Zuge des Kita-Neubaus ebenfalls neu angelegt.
Fußweg von der Seminarstraße hinauf zur Hohen Straße: Er wird vorerst gesperrt und im Zuge des Kita-Neubaus ebenfalls neu angelegt. © Thomas Möckel

Wie viel kostet die neue Kita?

Nach Auskunft des Rathauses kostet das Bauvorhaben insgesamt 3,65 Millionen Euro. Pirna erhält dafür Fördermittel von insgesamt 1,5 Millionen Euro. Der Großteil der Zuschüsse stammt vom Bund, die restlichen Gelder vom Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Wer betreibt das Haus künftig?

Das steht noch nicht abschließend fest. Klar ist allerdings: Es wird ein sogenannter Träger der freien Jugendhilfe sein, die Stadt wird die Einrichtung nicht selbst betreiben. Das wurde vom zuständigen Ordnungs-, Kultur- und Bürgerausschuss (OKB) bereits so beschlossen.

Dem voraus ging ein vom Stadtrat und Ausschuss empfohlenes Interessenbekundungsverfahren, bei dem sich potenzielle Betreiber grundsätzlich ins Spiel bringen konnten. Danach stehen jetzt folgende Interessenten zur Auswahl: ASB Königstein/Pirna, Awo Kinder- und Jugendhilfe, Diakonie Pirna, DRK Pirna, Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital, Malteser Hilfsdienst, TSA Bildung und Soziales gGmbH.

Die Träger haben nun die Möglichkeit, sich im OKB persönlich vorzustellen, ehe dann der Stadtrat auf Vorschlag des OKB eine finale Entscheidung trifft.

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