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"Pirna darf für junge Familien noch attraktiver werden"

Burkhard Nitzsche ist Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde Graupa-Liebethal. Er hat sich Gedanken gemacht, was Politiker besser machen sollten.

Burkhard Nitzsche ist der Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde Graupa-Liebethal.
Burkhard Nitzsche ist der Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde Graupa-Liebethal. © Foto: Daniel Förster

Wo sehen Sie aktuell die größten Probleme in Deutschland?

Wichtig ist es, dem weiteren Auseinanderdriften der Gesellschaft in immer kleinere Interessen- und Milieugruppen mit positiven verbindenden Kräften etwas entgegenzusetzen, die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs wiederzubeleben. Ein neues Miteinander und das Aufeinanderzugehen sind auch für die Bewältigung der Klimaveränderung nötig.

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Ab April 2022 ist Esmeralda Conde Ruiz die neue Residenzkünstlerin des Schaufler [email protected] Dresden. Was sie vorhat, gab es so bisher noch nie.

Worin sehen Sie das größte Problem im Landkreis SOE?

Der Ausgleich zwischen dörflichen und städtischen Lebensbereichen ist noch entwicklungsfähig. Bezahlbarer Wohnraum, der zugleich in einer guten Anbindung zum ÖPNV liegt, ist wichtig, um den Landkreis wirtschaftlich, ökologisch und auch kulturell gut in die Zukunft zu führen.

Was sind die Probleme in Ihrer Stadt?

Die Stadt Pirna hat in den letzten drei Jahrzehnten viel erreicht und ist auf vielen Gebieten gut aufgestellt. Hier lebt es sich gut, auch dank des bürgerschaftlichen Engagements. Pirna darf noch attraktiver werden für junge Familien und für innovationsbereite Menschen. Dabei darf aber die ältere Generation nicht aus dem Blick geraten.

Was sollten Politiker dafür tun?

Den Diskurs in der Stadt Pirna zu den lebensrelevanten Fragen möglichst breit aufzustellen und zu verhindern, dass sich Menschen auf sich selbst zurückziehen, weil sie sich nicht wahrgenommen sehen. Auf jeden Fall: Zu einem bunten und vielfältigen Miteinander ermutigen, damit aus der Vielfalt der Lebenshaltungen ein guter Weg für die Gesamtgesellschaft entwickelt werden kann.

Wenn Sie 100.000 Euro im Landkreis SOE verteilen dürften, wofür würden Sie das Geld einsetzen?

Für die Anerkennung und Weiterentwicklung des Ehrenamtes auf allen Gebieten (Kultur, Soziales, Sport, Umwelt, Bildung und Ähnliches).

Corona hat viel verändert. Was ist Ihnen bewusst geworden? Und was wünschen Sie sich von dem Bundestagskandidaten, um es zu lösen?

Wir kommen mit weniger materiellen Gütern aus, als wir zumeist denken. Aber wir können auf den Kontakt zu anderen Menschen nicht verzichten. Verantwortungsträger in der Politik sollten vor allem ermutigen, dass sich Menschen am Leben unserer Gesellschaft aktiv beteiligen und sich auch von Rückschlägen oder der Langwierigkeit mancher Prozesse nicht entmutigen lassen, sondern unbeirrt Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.

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