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Fast alle Weihnachtsmärkte abgesagt

In der Sächsischen Schweiz wird wohl kaum Adventsstimmung aufkommen. Viele Städte verzichten auf Weihnachtsmärkte. Einige hoffen noch.

Ein Bild von der Tannert-Weihnacht in Sebnitz 2019: Wird es 2020 einen Weihnachtsmarkt mit dem traditionellen Schattenspiel geben?
Ein Bild von der Tannert-Weihnacht in Sebnitz 2019: Wird es 2020 einen Weihnachtsmarkt mit dem traditionellen Schattenspiel geben? © Steffen Unger

Möglicherweise sind die Tannert-Weihnacht in Sebnitz und der Canaletto-Markt in Pirna die einzigen Weihnachtsmärkte, die in diesem Jahr überhaupt stattfinden. Auch in Heidenau wird noch beraten. Dort soll nächste Woche eine Entscheidung fallen. 

Bei der Plan de Saxe GmbH Dresden, welche den Canaletto-Markt in Pirna veranstaltet, diskutiert man ebenfalls  noch. "Wir überlegen, ob und wie wir einen Markt organisieren können", sagt Annika Becher. In etwa zwei Wochen soll die Entscheidung zum Pirnaer Canaletto-Markt fallen. 

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Sebnitz und Dohna hoffen noch

In Sebnitz gibt es ebenfalls noch Hoffnung für die Tannert-Weihnacht, wie der jährliche Markt heißt. "Wir prüfen alle Optionen, damit der Weihnachtsmarkt stattfinden kann", sagt Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Eine dieser Möglichkeiten könnte sein, die Veranstaltung zeitlich nach hinten zu verlegen - vom zweiten Adventswochenende auf ein späteres. Da alle umliegenden Kommunen ihre Weihnachtsmärkte mittlerweile abgesagt haben, gebe es keine Terminkonflikte mehr.  

Dohna fühlt sich gerüstet, am zweiten Adventswochenende einen Weihnachtsmarkt mit weniger als 1.000 Teilnehmern zu veranstalten, allerdings nur unter bestimmen Voraussetzungen, sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU). Am 2. November will sich die Stadt dazu beraten und dann noch die zweite Novemberhälfte abwarten. "Wir wollen den Markt durchführen, allerdings ist es nicht zu erzwingen." Das Adventssingen und die Hofweihnacht am Freitag vor dem zweiten Advent wird es jedoch auf keinen Fall geben. 

Hohnstein sagte als erste Stadt ab

Als erste Kommune hatte sich die Stadt Hohnstein zu einer Absage entschlossen, noch bevor der zweite Lockdown ausgerufen wurde. "In der engen Rathausstraße oder im Rathaushof wäre ein Hygienekonzept nicht umzusetzen gewesen", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). An den Imbissbuden hätten beispielsweise Plexiglasscheiben angebracht werden müssen. "Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die Veranstaltung frühzeitig abzusagen", so Brade.

Neustadt ohne Rathaus-Adventskalender

In Neustadt und Stolpen ist inzwischen auch eine Entscheidung gefallen. Im Neustädter Rathaus hatte man noch mit viel Optimismus mit der Planung des Marktes begonnen - unter Beachtung der geltenden Hygienebestimmungen. "Inzwischen hat sich die Situation derart verschärft. Der diesjährige Weihnachtsmarkt rund um das Rathaus wird abgesagt", sagt Bürgermeister Peter Mühle (NfN). Für die Stadtverwaltung, die  Vereine und alle Händler sei der Aufwand für die Umsetzung der Hygieneauflagen schwer vertretbar. Besonders bedauert Mühle, dass der vom Verein "Gemeinsam für Neustadt" organisierte Rathaus-Adventskalender ausfallen muss. 

Der Gewerbeverein Stolpen, der seit Jahren den Weihnachtsmarkt organisiert, hat am Freitag die Reißleine gezogen. Mit der Planung war unter Vorbehalt begonnen worden. Mit den steigenden Infektionszahlen sei aber auch die Bereitschaft der meist älteren Mitglieder und Unterstützer des Gewerbevereins gesunken, sich aktiv für den Weihnachtsmarkt zu engagieren. Nun werde überlegt, wenigstens ein kleines symbolisches Lichtzeichen auf dem Marktplatz zu setzen, sagt Thomas Scholle vom Verein.

Festung im November ganz geschlossen

Ähnliche Überlegungen gibt es auf der Festung Königstein. Dort lockt der historisch-romantische Weihnachtsmarkt an den Adventswochenenden normalerweise Tausende Besucher auf den Königstein. Das besinnliche Markttreiben wird es wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr nicht geben, teilte die Festung am Donnerstag mit. Aber auch ohne Weihnachtsmarkt soll es auf der Festung weihnachtlich zugehen. Dafür soll zumindest weihnachtliche Dekoration sorgen.

Vom Lockdown ist allerdings nicht nur der Festungsweihnachtsmarkt betroffen. Das Bergplateau wird vom 2. bis voraussichtlich 30. November generell für Besucher geschlossen. Man habe sich dazu entschieden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, teilt die Festung mit. 

Berggießhübel und Bad Gottleuba planen Ersatz

Die Bergparade in Berggießhübel am 6. Dezember ist abgesagt, für das Lichterfest am gleichen Tag soll es eine kleine Alternative geben. Statt des Weihnachtsmarktes im Stadtzentrum soll auf dem Außengelände des Besucherbergwerkes ein kleines Lichterfest stattfinden. Man könne dabei auf die Erfahrungen vom Herbstfest im September zurückgreifen, sagt Britt Reuter-Bracklow, die Geschäftsführerin der Kurgesellschaft. Das Gelände ist eingezäunt, damit ist eine zentrale Besucherzählung und Kontaktdatenregistrierung möglich. Auch alle anderen bisherigen Vorschriften für Weihnachtsmärkte seien hier kurzfristig realisierbar. Ob das reicht, werde sich zeigen. In der letzten Novemberwoche soll die endgültige Entscheidung getroffen werden. 

Das Lichtelfest in Bad Gottleuba am 13. Dezember soll zum Winterparkfest am 30. Januar werden. Darauf haben sich Kurgesellschaft und Kulturverein geeinigt und werden alle Standbetreiber des Lichtelfestes einbeziehen. 

Am Donnerstag kam auch die Absage aus Lohmen. "Leider zwingen uns das aktuelle Infektionsgeschehen und die damit verbundenen Einschränkungen dazu, den für den 12. Dezember geplanten Lohmener historischen Weihnachtsmarkt abzusagen", so  Bürgermeister Jörg Mildner (CDU). Das habe der Kulturausschuss, in dem  Gemeinderäte, Vereinsmitglieder und Gewerbetreibende sitzen, am 28. Oktober beschlossen. 

Die für den ersten Advent geplanten Veranstaltungen in Borthen und Meusegast wurden von den veranstaltenden Vereinen ebenfalls abgesagt.

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