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Ärger auf dem Sonnenstein: Schlitten versperren Hausflure

Nicht alle Mieter halten Flure und Korridore frei. Darüber ärgert sich auch die Wohnungsgesellschaft Pirna und weist auf Gefahren hin.

Darüber freut sich kein Vermieter: Skier, Stiefel, und ein Schlitten wurden widerrechtlich im Hausflur abgestellt.
Darüber freut sich kein Vermieter: Skier, Stiefel, und ein Schlitten wurden widerrechtlich im Hausflur abgestellt. © Symbolfoto: Daniel Schäfer

Das Thema ist nicht neu, sorgt aber immer wieder für Verärgerung bei den Vermietern. Nicht immer nehmen es Mieter so ganz genau mit der Hausordnung, sondern verstellen die Korridore und Hausflure mit ihren persönlichen Gegenständen. Besonders im Winter ist dieses Phänomen auffällig. Über das Problem klagt auch die Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP). Die Gesellschaft ist derzeit Eigentümer von rund 5.900 Wohnungen und 130 Gewerbeeinheiten in Pirna. Zahlreiche WGP-Hochhäuser befinden sich auf dem Sonnenstein.

"Setzt das Schmuddelwetter ein, nimmt die Anzahl an Schuhen und Tropfschalen zu. Kommt Schnee hinzu, finden wir Schlitten und Co. in Hauseingangsbereichen, auf Gängen oder vor Wohnungstüren", sagt Sören Sander von der Geschäftsführung der WGP auf Anfrage von Sächsische.de. Es bleibe also ein Dauerthema, welches den Mietern immer wieder in Erinnerung gerufen werden müsse.

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Offensive gegen uneinsichtige Mieter hat Erfolg

Die große Offensive gegen zugestellte Hausflure startete die WGP bereits im Spätsommer 2019. In allen Objekten des Großvermieters wurden Aushänge angebracht und um Beräumung der Flure gebeten. Bis Mai 2020 wurden die Häuser daraufhin von WGP-Mitarbeitern begangen und eine Erfassung vorgenommen. "Einige Haushalte haben wir persönlich angeschrieben, mit der individuellen Aufforderung zur Beseitigung von Gegenständen in den Treppenhäusern", so Sander. Nicht allen kamen dem nach. In einigen Fällen musste ein zweites, „eindringlicheres“ Aufforderungsschreiben versandt werden. "Auch wenn nicht alle Verständnis für die guten Absichten des Vermieters haben und mancher sich über die Räumungsaufforderung der Treppenhäuser ärgert, so konnte man sich bislang immer gütig einigen" sagt der WGP-Mitarbeiter.

Korridore sind Flucht- und Rettungswege

Dabei gehe es nicht um eine Bevormundung des Mieters, betont Jürgen Scheible in diesem Zusammenhang. Er ist der Geschäftsführer der WGP. „Es geht in erster Linie um den Brandschutz, denn die Flucht- und Rettungswege müssen für den Ernstfall frei gehalten werden“, sagt der WGP-Chef. Bei einer Rauchentwicklung könnten die Bewohner leicht über Schränke stolpern. „Flüchtende haben einen Tunnelblick, es entsteht schnell Panik, die im Extremfall Menschenleben kosten könnte“, so Scheible weiter.

Außerdem stellen die Gegenstände selber eine Brandlast dar, da sie Feuer fangen könnten. „Zum Beispiel wenn jemand eine Zigarette in einem Blumentopf ausdrückt. Das kann übel ausgehen“, so der WGP-Chef. Wichtig sei auch, dass die Flure für Rettungskräfte in einem Notfall frei sind, um beispielsweise Menschen in einem Notfall mit einer Bahre heraustragen zu können. Und schließlich würden die Mieter auch selber bei Aus- oder Einzug freie Flure dringend benötigen.

Ein letzter Aspekt fällt der WGP-Geschäftsführung noch ein. „Stehen 20 Paar Schuhe vor der Wohnungstür, sieht das auch nicht sonderlich ästhetisch aus“, gibt die WGP-Geschäftsführung zu bedenken. Aber Jürgen Scheible will nicht missverstanden werden. Es geht der WGP nicht um die Optik, sondern um die Sicherheit und den Brandschutz der Mieter.

Das sagt der Mieterverein

Dabei ist die Rechtslage eindeutig, wie der Mieterverein Dresden mitteilt. "Grundsätzlich dürfen Gemeinschaftsflächen, dazu gehören unter anderem Haus- und Kellerflure oder der Hof eines Mietobjektes, nicht von Mietern für eigene Zwecke genutzt werden. Es dürfen also keine Gegenstände wie Schuhregale oder Pflanzenkübel dauerhaft abgestellt werden", sagt Katrin Kroupová von der Öffentlichkeitsarbeit, Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. .
Etwas anderes gelte nur, wenn dies ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart wurde. Werden hingegen auf Gemeinschaftsflächen kurzfristig Dinge abgestellt, sei dies erlaubt. "Das betrifft zum Beispiel Schuhe, um die Jacke zunächst in der Wohnung abzulegen, bevor sie in die Wohnung genommen werden", so Kroupová. Ausnahmen gelten lediglich für Kinderwagen und Rollatoren.
Verlangt ein Vermieter schließlich die Beräumung der Gemeinschaftsflächen, muss ein Mieter dem in der Regel nachkommen. "Tut er das nicht, droht eine Abmahnung wegen vertragswidrigem Verhalten, schlimmstenfalls die Kündigung des Mietverhältnisses", heißt es beim Mieterverein.

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