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Abgeschoben aus Pirna: Wie geht es der albanischen Familie?

Eltern und die vier Kinder leben ärmlich in der Nähe von Tirana. Sie haben wenig Zuversicht. Hilfe kam jetzt aus Deutschland. Weitere soll folgen.

Die albanische Familie lebt in Tirana unter sehr schlechten Bedingungen. Besonders die Kinder leiden.
Die albanische Familie lebt in Tirana unter sehr schlechten Bedingungen. Besonders die Kinder leiden. © privat

Die Anfang Februar aus Pirna-Sonnenstein abgeschobene albanische Familie lebt weiterhin unter sehr ärmlichen Bedingungen in einer Stadt nördlich von Tirana. "Wir sind bei meinem Bruder untergekommen. Jetzt leben hier elf Personen in einer kleinen Wohnung mit nur einem Badezimmer. Die Situation ist sehr schwierig", berichtet der Familienvater. Zwei der Töchter gehen zwar in die Schule, aber dafür müssen sie 45 Minuten laufen. Sorge bereitet auch die gesundheitliche Verfassung der Mutter und die der einen Tochter. Sie leiden unter Depressionen. Die Tochter mag nicht mehr nach draußen gehen, kapselt sich ab. Eine Arbeit hat der Familienvater bisher nicht. "Wir leben von geborgtem Geld. Ich hoffe, ich kann später alles einmal zurückzahlen", berichtet er.

Aber Solidarität ist in Albanien vorhanden. Nachbarn und Freunde spenden der Familie Lebensmittel und Kleidung. Ihr größter Wunsch? "Wie jeder Vater möchte ich, dass es meine Kinder einmal gut haben werden, dass sie eine Arbeit finden, und Geld verdienen. Wir würden gerne nach Deutschland zurückkehren", überlegt der Familienvater laut.

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Sachsen spenden für die Familie

Doch eine baldige mögliche Rückkehr nach Deutschland sei nicht sehr realistisch, schätzt die eingeschaltete Anwältin ein. "Infolge der Einreisesperre darf die Familie für einen bestimmten Zeitraum nicht in das Bundesgebiet einreisen, noch sich darin aufhalten, und auch kann kein Aufenthaltstitel vor Ablauf der Sperre erteilt werden", sagt Carolin Helmecke aus Dresden.

Gemeinsam mit der AG Asylsuchende des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die die Familie nach wie vor betreut, hat sie jetzt zu einer Spendenaktion aufgerufen. "Insgesamt 900 Euro konnten wir der Familie somit zukommen lassen", sagt Christina Riebesecker von der AG. Außerdem sollen die Gegenstände, die die Familie in der Wohnung auf dem Sonnenstein zurücklassen mussten, jetzt verkauft werden. Auch das läuft über die AG Asylsuchende. "Das Geld aus dem Verkauf werden wir dann sofort der Familie nach Albanien schicken", betont Riebesecker.

Für die erneute Hilfe aus Deutschland ist die Familie sehr dankbar. "Die Gastfreundschaft, die wir in Deutschland erlebt haben, war sehr groß. Nochmals danke für die Spenden", betont der Familienvater.

Abgeschoben mitten im Winter

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Aus Sicht der Anwältin hätte es gar nicht zur Abschiebung kommen dürfen, und sie verweist auf den schlechten Gesundheitszustand der Mutter und der Tochter. "Den beteiligten Behörden hätte klar sein müssen, in was für eine prekäre und gesundheitsgefährdende Lage sie die Familie, insbesondere die vier minderjährigen Kinder, damit bringt. Und das mitten in einer Pandemie im Winter. Wir sind immer noch fassungslos über dieses Vorgehen und werden die Familie, so gut es möglich ist, weiter unterstützen," betont die Juristin.

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