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Corona: Mehr Arbeit für die Banken

Die Commerzbank in Pirna wächst weiter. Für Neukunden werden jetzt jedoch Guthaben-Entgelte fällig. Die Aufgaben verändern sich.

Stefan Luhn, Markbereichsleiter Pirna der Commerzbank, freut sich über die Bilanz 2020.
Stefan Luhn, Markbereichsleiter Pirna der Commerzbank, freut sich über die Bilanz 2020. © Commerzbank

Die Bilanz für 2020 ist zwar nicht ganz so spektakulär ausgefallen wie im Jahr zuvor. Die Commerzbank in Pirna ist aber trotzdem "sehr gut durch 2020 gekommen", sagt der Marktbereichsleiter Pirna, Stefan Luhn.

Die Bank konnte 2020 mehr als 300 neue Privat- und Unternehmenskunden begrüßen. Es sind jetzt rund 8.200. Bundesweit hat die Commerzbank nach eigenen Angaben rund 11 Millionen Kunden und ist damit die zweitgrößte Privatbank. Zum Vergleich: Die Ostsächsische Sparkasse Dresden hat im Landkreis mehr als 200.000 Kunden, die Volksbank Pirna rund 31.000 Kunden.

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Sparer werden zu Anlegern

Um etwa acht Millionen Euro ist das Geschäft mit Baufinanzierungen bei der Commerzbank Pirna gewachsen. Das gilt sowohl für die Eigennutzung als auch für Anlage-Objekten.

Die Commerzbank registrierte in der Lockdown-Zeit 2020 aber auch, dass sich die Kunden auch anderweitig verstärkt um ihre Geldanlage gekümmert haben. „Viele haben den Kurssturz im Frühjahr 2020 genutzt und Wertpapiere gekauft – davon einige zum ersten Mal“, sagt Luhn. Besonders seien dabei Wertpapiersparpläne gewesen. Ihre Zahl stieg in Pirna um 23,5 Prozent. Insgesamt hat sich das Depotvolumen um 3,4 Prozent auf 38 Millionen Euro erhöht.

Die Sparer werden auch deshalb zu Anlegern, weil die Commerzbank wie andere zuvor auch schon Verwahr-Entgelte eingeführt hat. Diese sogenannten Negativzinsen werden bei Neukunden ab einem Guthaben von 100.000 Euro erhoben. Weitere Änderungen sind möglich.

Corona teilt in Gewinner und Verlierer

Wegen der Corona-Maßnahmen sind auf die Commerzbank, wie bei vielen anderen Banken auch, neue Aufgaben hinzugekommen. Zudem wurde deutlich, dass es Gewinner und Verlierer der Pandemie gibt. Erstere sind der Lebensmittelhandel vor Ort, der Onlinehandel und die Medizintechnik. Dass es bekanntlich zu großen Problemen in der Gastronomie, der Reise- sowie Modebranche und dem Bereich Automotive gekommen ist, habe man auch in der Commerzbank Pirna gemerkt.

Die hat versucht, sich schnell auf die aktuelle Lage der Kunden einzustellen. Innerhalb von 48 Stunden habe man eine digitale Antragstrecke für Corona-Hilfen aufgebaut. Zudem wurden die Stundungsmöglichkeiten bis Ende des Jahres 2020 erweitert und Spezialisten für öffentliche Fördermittel etabliert. In Sachsen hat die Commerzbank rund 68 Millionen Euro KfW-Corona-Kredite bereitgestellt.

Immer mehr Bankgeschäfte online

Ein weiterhin großes Wachstum verzeichnet die Commerzbank Pirna auch bei den Bankgeschäften, die Digital abgewickelt werden. Die Zahl der Nutzer der App stieg um 47,8 Prozent innerhalb eines Jahres. "Das sind Kunden aus allen Altersgruppen", sagt Luhn.

Die persönliche Beratung sei aber nicht minder wichtig. Deutschlandweit hat die Commerzbank noch rund 800 Geschäftsstellen. Die sollen demnächst jedoch aus Kostengründen auf rund 450 reduziert werden. Welche Standorte es sein werden, will die Bank bis Mitte des Jahres entscheiden. Luhn geht zwar davon aus, dass die Filiale in Pirna als einziger im Landkreis nicht betroffen sein wird. Eine Garantie könne er dafür allerdings nicht geben. In diesem Jahr sei aber ohnehin keine Schließung mehr geplant. Die Fokussierung der Bank geht auf Firmenkunden mit Deutschlandbezug, wie es heißt.

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